5 Dinge, die ich gern schon mit 20 gewusst hätte

So viele Sorgen hätte man sich sparen können, ja ... wenn nur. Gedanken einer 40-Jährigen an ihr 20-jähriges Ich.

Die Welt geht nicht unter - niemals!

Während der Studienzeit bin ich einmal durch die Prüfung des Latein-Sommer-Kurses gefallen, einen Aushilfsjob im Kitsch-Kram-Laden habe ich nach vier Wochen verloren - angeblich, weil plötzlich Personal reduziert werden musste - und das Bafög-Amt hat meine Förderung gestrichen, weil es einen Nebenfachwechsel nicht anerkannt hat. Das waren riesige Katastrophen in meinem Leben! Die unvorstellbar schreckliche Folgen nach sich ziehen würden. Am Ende hat sich alles geregelt, wie eigentlich immer in meinem Leben. Ich wünschte, mir wäre damals schon bewusst gewesen, dass ich in Krisenzeiten viel stärker bin, als ich je zugeben würde. Und dass es immer irgendwie weitergeht.

Die anderen kochen auch nur mit Wasser

Bei einem dreitägigen Assessment-Center für ein Rundfunk-Volontariat, eine journalistische Ausbildung zum Start ins Berufsleben, lauschte ich beim Abendessen, was für großartige Stücke die anderen bereits VOR der Ausbildung veröffentlicht hatten. Ganz klar, dass ich dagegen nur verlieren konnte.

Von den 30 Menschen, die in den nächsten Tagen eine Prüfung nach der anderen absolvierten, blieben am Schluss nur sieben übrig, die einen Arbeitsvertrag bekamen. Und ich war eine von ihnen. Da habe ich begriffen, dass es viel wichtiger ist, an seine Stärken zu glauben, als sich mit anderen zu vergleichen.

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Schönheit hat keine Maße

Lange Zeit bin ich der verrückten Idee gefolgt, dass Menschen besonders hübsch sind, wenn sie perfekte Körpermaße haben. Also dünn sind - und habe mich deshalb in 'Bauch-Beine-Po-Kursen' gequält, obwohl ich überhaupt nicht dick war. Was für ein Riesenquatsch! Das Schönste an einer Frau ist Selbstbewusstsein. Und ein aufrechter Gang, finde ich heute.

Die Liebe zu dir selbst ist die wichtigste im Leben

S. war meine große Liebe, als ich 20 war. Wir lagen zusammen auf meiner neuen Matratze in meiner ersten Studentenbude und über uns in der Schräge leuchtete eine weiße Vier-Mark-Lichterkette aus dem Kitsch-Kram-Laden, was ich überaus romantisch fand. Er auch. In dieser Nacht war ich überzeugt davon, dass das Leben mir gerade das Maximum an Glück ausspielt. Das musste ich bewahren. Na ja, was soll ich sagen. Acht Monate später lag S. auf der Matratze von M. - B. (also ich) hat geheult. Aber zum Glück irgendwann wieder aufgehört. Denn egal, welche Männer kamen und gingen - wichtig war und ist, dass ich niemals die Liebe zu mir selbst verliere.

Kochen ist gar nicht so schwer

Weil ich lange davon überzeugt war, dass Kochen a) anstrengend, b) teuer und c) nicht mein Ding ist, habe ich immer in der Mensa gegessen und abends Brot und Frischkäse. Jahrelang. Dabei ist es überhaupt nicht schwierig, selbst zu kochen. Selbst faule Menschen können leicht gesunde Gerichte zaubern, zum Beispiel mit viel Gemüse und Couscous. Nun gut, immerhin weiß ich es jetzt.

Charlotte Rehbaum
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