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Mentales Gleichgewicht 4 Eigenschaften von psychisch gesunden Menschen

Drei Frauen am See: 4 Eigenschaften von psychisch gesunden Menschen
© Iryna Imago / Shutterstock
Jeder ist seines Glückes Schmied? Ganz so einfach ist es leider nicht immer. Psycholog:innen haben die wichtigsten Eigenschaften mental gesunder Menschen zusammengefasst.

Was macht einen psychisch gesunden Menschen aus? Das lässt sich natürlich nicht auf ein paar Faktoren runterbrechen. Eine Gruppe von Forschenden aber hat nun einige Persönlichkeitsmerkmale herausgearbeitet, die die meisten mental starken Menschen gemeinsam haben. Dazu haben die Psycholog:innen verschiedener Universitäten in einem Artikel für das "Journal of Personality and Social Psychology" die Eigenschaften der sogenannten Big Five (Aufgeschlossenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, soziale Verträglichkeit und Neurotizismus) dahingehend analysiert, in welcher Kombination und in welchen Unterstufen sie psychische Gesundheit fördern können. Das sind die spannenden Ergebnisse.

Diese 4 Charaktermerkmale machen mental gesunde Menschen aus

1. Sie sind offen für Gefühle

Laut der Untersuchung der Forschenden können psychisch gesunde Menschen ihre eigenen Gefühle erkennen, reflektieren und einordnen. Gleichzeitig sind sie empathisch und können auch die Emotionen ihres Gegenübers nachfühlen und verstehen. Diese Aufgeschlossenheit für Gefühle ist ein wichtiger Faktor für mentale Stärke und Resilienz.

2. Sie sind begeisterungsfähig

Der zweite wichtige Punkt bezieht sich auf die Extraversion, also Geselligkeit und auch Begeisterungsfähigkeit. Psychisch gesunde Menschen können sich laut den Forschungsergebnissen nämlich so richtig freuen – und zwar sowohl für sich selbst als auch für andere.

3. Sie sind ehrlich

Eine weitere wichtige Eigenschaft mental starker Menschen ist Ehrlichkeit. Hierbei geht es um den Punkt soziale Verträglichkeit. Wer psychisch stabil ist, gibt sich natürlich Mühe, andere nicht zu verletzen – er oder sie ist dabei aber ehrlich und lügt nicht, auch wenn es mal unangenehm wird.

4. Sie neigen nicht zu Neurotizismus

Neurotizismus bezeichnet das Verhältnis von emotionaler Labilität und Stabilität, also wie stark Menschen etwa zu Ängsten, Depressionen usw. neigen. Wer psychisch gesund ist, der hat – wenig überraschend – nur ein geringes Risiko für solche Erkrankungen und kann mit Krisensituationen besser umgehen. Menschen mit geringer Neurotizismus-Ausprägung sind außerdem ruhiger und entspannter.

Wer eine Kombination aus diesen Charaktermerkmalen besitzt, ist laut den Forschenden glücklicher, zufriedener und optimistischer. Gleichzeitig können solche Persönlichkeiten ihre Impulse besser kontrollieren und neigen weniger zu Aggressionen und Wut.

Du besitzt nicht alle diese Eigenschaften? Was du für deine psychische Gesundheit tun kannst

Was machen wir nun mit diesen Erkenntnissen? Denn unsere grundlegenden Persönlichkeitsmerkmale können wir natürlich nicht beeinflussen. Hat, wer diese Eigenschaften nicht bei sich findet, nun einfach Pech gehabt? Nein, natürlich nicht. Denn oft reicht es schon, sich intensiv mit der eigenen Persönlichkeit, den Stärken und Schwächen auseinanderzusetzen.

Eine solche Analyse der Big Five drückt erst mal nur die verstärkte Motivation für bestimmte Handlungsmuster aus, denen wir nicht blind für den Rest unseres Lebens folgen müssen. Wer also beispielsweise eine höhere Neurotizismus-Neigung hat, grübelt vermutlich viel und ist ängstlicher und schneller gestresst als andere. Hier gibt es viele Tools, die helfen können. Eine Psychotherapie etwa, oder auch Yoga und Meditation.

Auch wenn wir unsere Persönlichkeit nicht um 180 Grad drehen können, können wir an gewissen Punkten durchaus arbeiten und daran wachsen. Und zwar nicht, weil wir so, wie wir sind, nicht gut genug sind und uns selbst optimieren müssen – sondern weil es uns langfristig besser geht, wenn wir psychisch gesund sind.

Verwendete Quelle: Psychology Today

Brigitte

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