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Psychologie 10 geniale Wörter aus Japan, die uns insgeheim schon immer gefehlt haben

Psychologie: Eine japanische Frau schaut in den Himmel
© violetblue / Shutterstock
Fehlen dir auch manchmal die Worte? Oder Ideen? Vielleicht können diese Begriffe aus Japan ab sofort in der einen oder anderen Situation Abhilfe schaffen. 

Eine fremde Sprache zu lernen, ist ein bisschen, wie die Welt aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Es weitet unseren Blick und unseren Horizont, zeigt uns, dass es nicht selbstverständlich ist, die Dinge so zu ordnen und miteinander in Beziehung zu setzen, wie wir es tun. So werden etwa in vielen polynesischen Sprachen wie Samoanisch, Hawaiianisch oder Maori, der Sprache der indigenen Kultur Neuseelands, Richtungen vorrangig mit "landeinwärts" und "zum Meer hin" angegeben. Nicht, wie wir es kennen, mit "Nord" und "Süd". Auch verwandtschaftliche Beziehungen werden in diesen Sprachen zum Teil anders ausgedrückt und differenzierter behandelt als beispielsweise im Deutschen, ebenso wie Besitzverhältnisse und weitere zuordnende Relationen. Und die polynesische ist nur eine von viiiiielen Sprachfamilien, die es auf unserer Welt gibt. Da wir aber in der Schule überwiegend Sprachen lernen, die dem Deutschen sehr, sehr ähnlich sind, zum Beispiel Englisch, Französisch oder Spanisch, bekommen wir von all den spannenden Perspektiven da draußen in der Regel wenig mit.

Einen kleinen Blick über den Tellerrand ermöglicht uns nun jedoch der Psychologe David Tripolina mit seinem wundervollen Buch "Panda heißt auf Isländisch Bambusbjörn. Die schönsten Wörter der Welt" (YES). Aus unterschiedlichen Sprachen hat der Autor Begriffe für Konzepte zusammengetragen, die uns zwar durchaus bekannt sein mögen und die wir sicherlich verstehen – aber nicht so einfach benennen können. Dabei hat besonders das Japanische ein paar Vokabeln zu bieten, bei denen man sich fragt: Warum haben wir dafür im Deutschen eigentlich kein Wort? Nun ja. Sagen wir einfach: Damit wir es uns von den Japaner:innen leihen können.

10 geniale Wörter aus Japan, die uns insgeheim schon immer gefehlt haben

1. Wabi-sabi

Die (Er-)Lösung für alle, die unter Perfektionismus leiden, heißt "Wabi-sabi": "Das ästhetische Konzept, Schönheit in der Unvollkommenheit des Lebens zu finden."

2. Age-otori

Auch schon mal vom Haareschneiden nach Hause gekommen und gedacht: "Oh no!"? Für Japaner:innen ein klarer Fall von "Age-otori": "Nach einem Haarschnitt schlechter aussehen als davor."

3. Boketto

Verträumt und ohne konkrete Gedanken ins Weite schauen – das nennen Japaner:innen "Boketto".

4. Aidzuchi

Mal wieder in einem langweiligen Gespräch gefangen? Dann hilft nur eins, um nicht unhöflich zu erscheinen: "Aidzuchi", also Geräusche machen, die den:die Gesprächspartner:in glauben lassen, man würde der Unterhaltung interessiert folgen.

5. Yugen

"Yugen" beschreibt etwas, das eigentlich jeder Mensch kennen müsste: "Ein tiefgehendes, geheimnisvolles Verständnis der Schönheit des Universums, das eine tiefe emotionale Reaktion in einem auslöst." Wer fühlt es auch schon ...?

6. Ishin-Denshin

Wenn sich zwei Menschen ohne Worte verstehen, spricht man in Japan von "Ishin-Denshin". Ursprünglich bedeutet das, dass die Weisheit Buddhas über das Herz wiedergegeben wird. Übertragen drückt der Begriff aus, dass jemand das Herz eines anderen lesen kann. 

7. Koi no yokan

Wer eine Person zum ersten Mal trifft und sich denkt: "Joa, zwischen uns könnte es passen", empfindet "Koi no yokan" – ein positives, optimistisches Gefühl beim ersten Eindruck.

8. Kensho

Schon mal eine plötzliche Eingebung gehabt, die allerdings nur von kurzer Dauer war? Dazu würde ein:e Japaner:in vermutlich "Kensho" sagen: "Ein vorübergehender Moment des Erwachens und der Erleuchtung."

9. Natsukashi

Ein bestimmter Geruch, ein Geschmack, eine Melodie – "wenn kleine Dinge, die Erinnerungen an die Vergangenheit wecken, ein warmes, plötzliches Gefühl der Nostalgie auslösen", heißt das auf Japanisch "Natsukashi".

10. Tsundoku

Wer gerne einkauft, aber nicht ganz so gerne liest, hat womöglich schon einmal "Tsundoku" praktiziert: Ein Buch erstanden und es zu Hause ungelesen zu den anderen ungelesenen Büchern gelegt. 

Verwendete Quelle: David Tripolina, "Panda heißt auf Isländisch Bambusbjörn. Die schönsten Wörter der Welt" (YES)

sus Brigitte

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