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Psychologie 4 Wege, um Drama in deinem Leben zu vermeiden – ohne wegzulaufen

Psychologie:Eine lockige, blonde Frau mit Sonnenbrille und Buch
© simona pilolla 2 / Shutterstock
Wer mag schon gerne Drama? Wie du es auf Abstand halten kannst, ohne davor flüchten zu müssen, liest du hier. 

Spannungsbögen sind im Leben nicht zu vermeiden. Mal verändert sich etwas und wir müssen uns anpassen, mal verändert sich zu lange nichts und wir müssen etwas anstoßen und mal haben wir unfassbares Pech und müssen einen Weg finden, es nicht persönlich zu nehmen. Die meisten Menschen durchlaufen in ihrer persönlichen Geschichte dramatische Episoden, die sich unangenehm anfühlen und in denen es schwer ist, sich zu entspannen und dankbar zu sein. Doch diese Episoden müssen nicht zum Dauerzustand werden.

Einige Leute brauchen Drama und kreieren es (unbewusst) selbst, weil sie sich dadurch lebendig und wichtig fühlen. Meist ist das ein Anzeichen für ein gestörtes Selbstbild und nicht gesund und wer von sich vermutet, dass sie:er nach Drama sucht, hat wahrscheinlich zu ergründen, warum das so sein könnte (am besten im Gespräch mit einem:r Therapeut:in). Wer hingegen so wenig Drama wie möglich im eigenen Leben haben möchte, kann folgende Maßnahmen ausprobieren, die die New Yorker Autorin und Psychiaterin Abigail Brenner in dem US--Onlineportal Psychology Today empfiehlt, um vor allem von fremdem Drama Abstand zu nehmen.

4 Wege, um Drama in deinem Leben zu reduzieren

1. Überprüfe deine Beziehungen

Wenn du dir deine Freundschaften und deine sonstigen Beziehungen anschaust: Gibt es Menschen, die kontinuierlich Drama in dein Leben bringen? Bei denen gefühlt immer alles schwierig und kompliziert ist und du stets überlegen musst, was du sagst, weil es sonst schnell zu einer Auseinandersetzung kommen kann? Dann wäre eine Maßnahme, um Drama in deinem Leben zu reduzieren, diesen Menschen weniger Zeit einzuräumen und dich stattdessen an diejenigen zu halten, die eine positive Einstellung haben und die Dinge gelassen und entspannt angehen. Mit denen es sich leicht anfühlt, wenn ihr zusammen seid, und die nicht deine ständige Aufmerksamkeit fordern.

Klar: Wir alle durchlaufen in unserem Leben manchmal schwierige Phasen und sind in Drama involviert und wenn sich ein:e Freund:in in einer solchen Episode befindet, ist das kein Grund, dich von ihr zu distanzieren, sondern einer, für sie da zu sein. Doch zwischen einem dramatischen Kapitel und einer von A bis Z dramatischen Geschichte besteht ein wesentlicher Unterschied. Und den gilt es, zu erkennen.

2. Überdenke, wie du auf andere reagierst

Lässt du dich leicht von anderen anstecken, wenn sie sich aufregen? Nimmst du schnell eine fremde Haltung oder Meinung an, wenn jemand schwarzmalt und Dinge dramatisiert? Es ist generell gut und bringt Ruhe in unser inneres Theaterstück, wenn wir probieren, Menschen zunächst einmal zuzuhören, zu beobachten und uns ein Bild zu machen, ehe wir uns in ihr emotionales Getümmel stürzen. Wir müssen nicht alles mitfühlen oder gleich empfinden und bewerten, um empathisch zu sein. Wird eine Situation zu aufwühlend und einnehmend, ist es auch okay, physisch Abstand davon zu nehmen und es hinterher zu erklären, sobald sich die Gemüter wieder beruhigt haben. Wer dafür kein Verständnis hat oder wütend darüber wird, dass du dich nicht zusammen mit der Person aufregen möchtest, ist wahrscheinlich kein Mensch, der sonderlich viel Raum in deinem Leben einnehmen sollte. 

3. Konzentrier dich auf dein Leben

Auf unserer Erde geschehen dramatische Dinge. Terroristische Gruppen besetzen Länder, Viren grassieren, Inseln und Landstriche werden überflutet, Tierarten verschwinden, Frauen werden von ihren Männern geschlagen und und und. Wir könnten locker 24/7 in der Ecke sitzen und weinen, wenn wir uns des gesamten Dramas unserer Welt annehmen wollten. Doch was würde dadurch besser? Natürlich ist es keine zufriedenstellende Lösung, mit Scheuklappen durch die Gegend zu laufen und sich für nichts zu interessieren, was um uns herum geschieht. Dennoch ist es unsere persönliche Aufgabe, den Fokus auf uns selbst zu richten, denn auf uns und unser Leben haben wir den größten Einfluss. Indem wir erst einmal auf uns achtgeben, können wir vermeiden, zusätzliches Drama zu produzieren und sind aufgeräumt und frei genug, im Kleinen unseren Teil dazu beizutragen, dass das Drama um uns herum vielleicht ein klitzekleines bisschen weniger wird. 

4. Grenzen, Prioritäten, Klarheit

Wenn im Zwischenmenschlichen, also in unseren Beziehungen, sehr viel Unklarheit und Chaos herrschen, ist das meist ein Dauerabo auf Drama. Erwartungen, die nicht erfüllt werden, Einseitigkeit, die zu Verletzungen führt, Druck, von dem wir keine Ahnung haben, wo er eigentlich herkommt. Natürlich müssen wir nicht jedem:r Freund:in konkret sagen, du bist meine Nummer Vier, vor dir stehen Otto, Hugo und Berta, oder einen Vertrag aufsetzen, der festlegt, was wir voneinander erwarten dürfen und was nicht. Doch um ein möglichst harmonisches, dramafreies Leben zu führen, ist es schon sinnvoll, uns selbst im Klaren über unsere Grenzen zu sein und zu wissen, wer zu unserem engsten Kreis zählt und wer eher zum erweiterten.

Verwendete Quelle: psychologytoday.com

sus Brigitte

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