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Psychologie Bist du ein emotionaler Stoßdämpfer?

Emotionaler Stoßdämpfer: Glückliche Frau
© mimagephotography / Shutterstock
In Beziehungen, ob Freund- oder Partnerschaft, gibt es häufig eine Partei, die ihre Bedürfnisse zurücksteckt. Wie du erkennst, ob du ein sogenannter emotionaler Stoßdämpfer bist, erfährst du hier. 

Probleme in Beziehungen lassen sich häufig auf unerfüllte Erwartungen zurückführen. Daher ist offene Kommunikation das A und O einer gelungenen Partnerschaft. Schließlich kann der:die Partner:in besagte Erwartungen kaum erfüllen, wenn diese gar nicht dargelegt werden. Doch genau das ist für viele Menschen leichter gesagt als getan: Ihnen fällt es schwer, ihre Meinung und Gefühle preiszugeben. Stattdessen unterdrücken sie ihre Bedürfnisse. Diese Personen können als "Stoßdämpfer" bezeichnet werden.

Emotionaler Stoßdämpfer – was ist das?

In einem Auto mildern die Stoßdämpfer Erschütterungen sowie Vibrationen, um die Fahrt für alle Insassen angenehmer zu machen. Denn ohne die Stoßdämpfer wäre die Fahrt holprig und unangenehm. Auf ähnliche Weise verhält es sich mit einem emotionalen Stoßdämpfer. Ganz gleich, ob in einer Beziehung oder im Arbeitsumfeld: Sie ignorieren bzw. akzeptieren das rücksichtslose oder unfreundliche Verhalten anderer, um Konflikte zu vermeiden. Sie würden zwar gerne protestieren, sich verteidigen, aber sie befürchten, dass sie damit alles nur noch schlimmer machen. Mit der Zeit besteht ihre Kommunikation zum größten Teil aus Schweigen.

Diesen Menschen ist Harmonie und das Wohlergehen anderer wichtig – ein nobler Charakterzug. Doch dabei vergessen sie sich selbst. Wer nur damit beschäftigt ist, den Frieden zu wahren und die Probleme anderer Personen zu lösen, bleibt selbst auf der Strecke. Die eigenen Bedürfnisse werden stets untergeordnet – das tut auf Dauer nicht gut. 

Psychologie: Daran erkennst du, dass du ein emotionaler Stoßdämpfer bist

  • Du fühlst dich nicht nur dafür verantwortlich, die Harmonie in deinen eigenen Beziehungen, sondern auch zwischen den Menschen um dich herum zu wahren.
  • Du ertappst dich dabei, das Verhalten anderer zu erklären oder zu rechtfertigen, um die Konsequenzen dessen, was tatsächlich passiert ist, zu mildern.
  • Du übernimmst mehr und mehr Verantwortung, weil andere gestresst oder nicht leistungsfähig sind.
  • Es wäre dir unangenehm, wenn ein:e Freund:in wüsste, wie viel Verantwortung du übernimmst oder wie viel schlechtes Verhalten du in Kauf nimmst, um Konflikte zu vermeiden.
  • Du bist oft verärgert, überlastet oder ängstlich in deinen Beziehungen, besonders mit denen, die dir am nächsten stehen.

Kein Konflikt ist keine Lösung

Als emotionaler Stoßdämpfer zu fungieren kann kurzzeitig effektiv sein. Denn in bestimmten Situationen ist es sicherlich die clevere Option, nichts zu sagen. Besonders in Partnerschaften sollte nicht jedes Wort auf die Goldwaage gelegt und auf Nichtigkeiten herumgeritten werden – manchmal ist es gut, loszulassen. Konfrontationen um jeden Preis zu umgehen, funktioniert hingegen nicht. 

Das Fundament jeder gesunden Beziehung ist transparente Kommunikation, ohne sie kann eine Beziehung nicht überleben. Und Konflikte sind nicht nur normal, sondern auch hilfreich: Indem wir die Verantwortung für unsere Worte und Taten übernehmen, können wir wachsen und daraus lernen. Zudem existiert perfekte Harmonie nicht, da sie ein hohes Maß an Konflikt-Vermeidung fordert. Das verhindert mögliche positive Veränderungen und hemmt das emotionale Wachstum von Menschen. Mit dem Ignorieren von Problemen ist am Ende keinem geholfen.

Verwendete Quelle: psychologytoday.com

sti Brigitte

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