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Psychologie 5 Anzeichen, dass du nicht so ganz im Einklang mit dir bist

Psychologie: Eine Frau liegt in einer Hängematte und denkt nach
© True Touch Lifestyle / Shutterstock
Den richtigen Weg im Leben zu finden, ist oft nicht ganz leicht. Und zu wissen, ob wir ihn gefunden haben, ist auch so eine Sache. Welche Anzeichen laut Psycholog:innen dafür sprechen, dass wir eventuell nachjustieren könnten, liest du hier. 

Mit unserem Leben bekommen wir üblicherweise eine Vielzahl an Möglichkeiten und Optionen geschenkt und obendrein eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe: authentisch zu leben und einen Weg zu wählen, der uns glücklich macht. Weil er zu uns passt und mit unseren persönlichen Werten, Fähigkeiten, Überzeugungen und Wünschen im Einklang steht. Meistens gibt es nicht nur einen einzigen Weg, sondern viele, die diese Kriterien erfüllen. Und trotzdem ist es mitunter gar nicht so einfach, einen dieser Wege zu finden. 

Es kann sein, dass uns andere Menschen verwirren, allein dadurch, dass sie anders leben als wir. Oder dass gewisse Personen Forderungen und Erwartungen an uns haben, über die wir uns nur schwer hinwegsetzen können (zum Beispiel unsere Eltern). Manchmal rutschen wir auch einfach in irgendeinen Strom hinein, in dem wir uns dann treiben lassen, ohne wirklich mitzubekommen, dass wir uns niemals eigenständig entschlossen haben, hineinzuspringen.

Egal was der Grund dafür ist, wenn wir merken, dass wir uns auf keiner unserer möglichen Bahnen befinden, wäre es gut, den Blinker zu setzen und die Spur zu wechseln. Doch woran merken wir so etwas? Die Psychologin Bella DePaulo schlägt basierend auf der Publikation Becoming Oneself: The Central Role of Self-Concordant Goal Selection von Kennon Sheldon (erschienen in Personality and Social Psychology Review) vor, folgende Punkte als Warnsignale wahrzunehmen.

5 Anzeichen, dass du nicht so ganz im Einklang mit dir bist

1. Du fühlst dich oft ambivalent im Hinblick auf deine Ziele, Pläne und Entscheidungen.

Egal ob es um alltägliche Dinge wie die Verabredung mit einer Freundin geht oder um wegweisende Lebensziele wie die Bewerbung auf einen Job oder das Ja zum Heiratsantrag: Wenn wir uns nach unseren Entscheidungen häufig hin- und hergerissen fühlen und uns fragen, ob wir uns richtig entschieden haben, kann das laut Bella DePaulo ein Signal dafür sein, dass der Weg, auf dem wir uns befinden, nicht so ganz zu uns passt. Zwar gibt es immer mal Phasen oder Tage, an denen wir an dem, was wir tun, zweifeln. Habe ich überhaupt Lust, mich heute Abend mit meiner Freundin zu treffen? Möchte ich wirklich den Rest meines Lebens mit diesem Menschen verbringen? Solche Gedanken sind normal und legitim – sofern sie uns nicht ständig oder immer wieder beschäftigen. Wenn wir nämlich im Einklang mit uns sind, wenn wir gesunde Beziehungen führen und Ziele verfolgen, die unseren persönlichen Werten entsprechenden, dann verschwinden solche Zweifel mit der Zeit, weil wir das, was wir tun, genießen und spüren, dass es richtig ist.

2. Es fühlt sich wie ein Kampf an, deine Vorhaben bis zum Ende durchzuziehen.

Es ist völlig okay, Dinge auszuprobieren und einfach wieder sein zu lassen, wenn wir merken, dass sie nichts für uns sind. Der Spanischkurs ist ein einziger Krampf? Wie wäre es mit Salsa-Tanzen? Haben wir das Gefühl, gegen uns selbst kämpfen zu müssen, um an etwas dran zu bleiben, das wir uns vorgenommen haben, ist es womöglich nicht das Richtige und es wäre besser, loszulassen und einen anderen Weg einzuschlagen. Zwar sind meistens Anstrengungen nötig, um unsere Ziele zu verfolgen oder sogar zu erreichen. Doch wenn wir uns mit dem, was wir tun, identifizieren, fühlen sich diese Anstrengungen fordernd und zum Teil auch reizvoll an und lassen sich mit einem vertretbaren Energieaufwand bewältigen – ohne dass dafür innere Schlachten geschlagen werden müssen.

3. Du spielst deine Ziele und Lebensinhalte herunter, wenn du mit anderen darüber sprichst.

Wenn wir dahinterstehen, was wir tun, und es mit unseren Werten und Glaubenssätzen übereinstimmt, erzählen wir anderen Menschen in der Regel gerne und mit Begeisterung davon. Es fühlt sich gut an, es zu teilen, vielleicht empfinden wir sogar etwas Stolz, in jedem Fall genießen wir es, darüber zu reden. Sprechen wir dagegen eher ungerne mit anderen über unser Leben und unsere Vorhaben und reden es instinktiv klein, kann das laut Bella DePaulo ein Zeichen dafür sein, dass wir selbst nicht wirklich überzeugt davon sind, dass wir etwas Sinnvolles tun, oder uns nicht besonders erfolgreich dabei fühlen. Und wahrscheinlich ist es dann nicht das Richtige für uns.

4. Du fühlst einen sozialen Druck, die Ziele zu verfolgen, die du dir gesetzt hast.

Wenn wir etwas vorrangig deshalb tun, weil wir glauben, dass andere es von uns erwarten oder dass wir sonst nicht akzeptiert werden, ist es laut der Psychologin sehr wahrscheinlich, dass es nicht mit unseren persönlichen Zielen und Vorstellungen übereinstimmt. In vielen Fällen erfüllen wir soziale Erwartungen tatsächlich, ohne dass wir es großartig darauf anlegen – weil unsere Gesellschaft halbwegs offen ist beziehungsweise weil wir ihr egal sind (sie kennt uns ja nicht) und weil Menschen, die uns nahestehen, im besten Fall keine sehr konkreten Erwartungen an uns stellen. Von daher spüren wir, wenn wir in erster Linie unserem eigenen Kompass folgen und authentisch leben, in der Regel keinen sehr starken sozialen Druck bei dem, was wir tun – oder eben nicht tun. Zudem ist uns unsere persönliche Weiterentwicklung, unser Wachstum, das wir wahrnehmen und fühlen, wichtiger als die Meinung anderer Personen.

5. Du fühlst dich vorwiegend gezwungen, die Ziele zu verfolgen, die du dir gesetzt hast.

Die meisten von uns müssen arbeiten, um Geld zu verdienen, von dem wir unsere Miete, unsere Nudeln und unseren Salsa-Kurs bezahlen können. In gewisser Weise sind wir dazu gezwungen. Aber fühlst du diesen Zwang permanent? Empfindest du ihn als besonders stark und präsent? Oder könntest du dir auch vorstellen, dein Leben in ähnlicher Weise zu gestalten, wie es jetzt ist, wenn du komplett frei und finanziell unabhängig ist? Zum Beispiel, weil du Freude daran hast, in dem, was du tust, gut bist oder einen Wert siehst? Wenn wir im Einklang mit uns leben, können wir in der Regel wollen, was wir müssen, und fühlen uns weniger zu unseren Aufgaben gezwungen als von ihnen erfüllt.

Verwendete Quelle: psychologytoday.com

sus Brigitte

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