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Psychologie 5 Dinge, die Menschen mit einem gesunden Ego verstanden haben

Psychologie: Eine hübsche Frau
© tsarev igor / Shutterstock
Ein gesundes Ego ermöglicht uns in der Regel, ausgeglichen und authentisch zu sein. Welche Wahrheiten die meisten Menschen mit einem guten Selbstverständnis verinnerlicht haben, liest du hier. 

Ein empfindliches, krankes, angeschlagenes, schwaches oder verletztes Ego kann anstrengend sein – sowohl für die Person selbst als auch für ihre Mitmenschen. Denn wenn mit unserem Selbst und Selbstverständnis etwas nicht stimmt, macht uns das meist unsicher und drängt uns Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen auf, die uns eigentlich gar nicht entsprechen. Und durch die andere in Mitleidenschaft gezogen werden können.

Vielen Menschen fällt es leichter, Egoprobleme bei anderen Leuten wahrzunehmen, als bei sich selbst. Wenn eine Person zum Beispiel überheblich ist, sich für etwas Besseres hält, ständig um Bestätigung ringt, sehen wir das in der Regel sofort. Doch dass andere diese Person – berechtigterweise – manchmal in uns erkennen, liegt uns tendenziell fern zu denken. Und je kaputter unser Ego, desto ferner.

Was aber können wir tun, um unser Ego zu stärken und zu pflegen? Um wirklich die Wurzel des Problems zu behandeln und nicht nur Symptome zu kompensieren? Was zeichnet Menschen mit einem starken, gesunden Ego aus? Sicherlich spielen einerseits persönliche Erfahrungen und Reife eine Rolle. Unser Lebenslauf sowie die Art, wie wir Dinge verarbeiten, prägen unser Selbst in hohem Maße. Ein verletztes Ego heilt nicht über Nacht. Allerdings wirkt sich auch unsere Einstellung auf unser Ego aus. Unser Selbstverständnis besteht schließlich nicht losgelöst von unserem Weltverständnis, sondern ist eng damit verknüpft. 

5 Dinge, die Menschen mit einem gesunden Ego verstanden haben

1. Es geht nicht immer um sie.

Menschen mit einem gesunden Ego haben in der Regel verinnerlicht, dass sich die Welt nicht um sie dreht. Dass tatsächlich vieles, von dem sie sich durchaus betroffen fühlen mögen, gar nichts mit ihnen zu tun hat. Aus diesem Grund erwarten sie beispielsweise nicht, dass andere Menschen über sie nachdenken, und grübeln deshalb auch nicht, was sie über sie denken könnten. Sie beziehen generelle Aussagen nicht auf sich und sie verstehen, dass manchmal ihr persönliches Glück und Wohl hinter dem gesellschaftlichen zurückstehen muss. 

2. Es gibt keinen Grund, sich angegriffen zu fühlen.

Manche Menschen fühlen sich angegriffen, wenn sie ignoriert werden, andere sind beleidigt, wenn sie jemand unhöflich behandelt und einige empfinden sich sogar als Opfer, wenn es plötzlich anfängt zu regnet, während sie draußen sind. Menschen mit einem gesunden Ego hingegen – nicht. Sie haben begriffen, dass niemand niemandem etwas Böses möchte. Ja, manchmal werden wir fast alle zu einem Opfer. Opfer einer Beleidigung, einer unfairen Behandlung, einer unrechten Tat, des Schicksals. Doch der Grund dafür ist in der Regel keine böse Absicht, sondern bloßes Pech. Pech, dass die schlechte Laune eines anderen dieses Mal uns getroffen hat. Pech, dass wir an eine Person geraten sind, die sich aufgrund ihrer Persönlichkeitsmuster antisozial verhält. Pech, dass es uns erwischt hat. Aber warum sollten wir deshalb beleidigt sein? Schließlich richtet sich Pech niemals gegen jemanden persönlich.

3. Sie müssen nicht immer gewinnen.

Menschen mit einem gesunden Ego brauchen keine Siege oder Triumphe, um sich gut zu fühlen. Sie wissen, dass Scheitern zum Leben dazugehört und dass wir alle irgendwann einmal an der Reihe sind zu verlieren. Deshalb können sie Niederlagen entspannt akzeptieren, ohne sich dafür zu rechtfertigen oder anderen den Sieg zu missgönnen. 

4. Sie müssen nicht immer recht haben.

Niemand kann alles wissen. Genau genommen kann niemand besonders viel wissen. Wir alle schauen durch ein sehr kleines Fenster auf eine sehr große Welt und können nur einen winzigen Ausschnitt von ihr erfassen. Menschen mit einem gesunden Ego haben verstanden und akzeptiert, dass sie fehlbar sind, dass ihr Wissen Grenzen hat und dass sie sich stets irren können, selbst wenn sie glauben, richtig zu liegen. 

5. Sie sind genauso viel wert wie andere Menschen. 

Einige Menschen fühlen sich anderen überlegen, andere das Gegenteil. Menschen mit einem gesunden Ego fühlen sich mit ihren Mitmenschen grundsätzlich gleichauf. In unserer Gesellschaft neigen wir manchmal dazu, Macht, Reichtum, Ruhm oder besondere Talente übermäßig zu bewundern. Wir stellen Akademiker über Nicht-Akademiker, Führungskräfte über Nicht-Führungskräfte, Bundeskanzler:innen über Minister:innen und über den Rest der Gesellschaft. Doch unsere Hierarchien entspringen unserer Einbildung und Vorstellungskraft und sind keinesfalls absolut, nötig oder richtig. Alle Menschen verdienen den gleichen Respekt, egal ob sie CEOs sind oder Viertklässler. Jeder Mensch hat besondere Gaben, die ihn in bestimmten Aspekten überlegen machen – und wenn es nur seine einzigartige Sichtweise ist. Insofern kann sich jeder Mensch einbilden, überlegen zu sein, und liegt damit genauso richtig oder falsch wie alle anderen. Wer ein starkes Ego hat, braucht diese Einbildung in der Regel allerdings nicht. Wr ein starkes Ego hat, ist zufrieden damit, ein gleichwertiger Teil des Ganzen zu sein. Einzigartig und besonders, aber nicht besser oder wichtiger als andere.

Verwendete Quellen: sarrazin-coaching.de

sus Brigitte

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