VG-Wort Pixel

Psychologie 5 Entscheidungsregeln, die dein Leben vereinfachen

Psychologie: Eine Frau mit Skateboard
© DimaBerlin / Shutterstock
Entscheidungen sind manchmal tricky und kosten zum Teil viel mentale Energie. Welche Regeln grundsätzlich bei der Entscheidungsfindung helfen und uns entlasten können, liest du hier.

Ob bewusst oder unbewusst, jeden Tag treffen wir zahlreiche Entscheidungen. Stehe ich gleich auf oder drehe ich mich noch einmal um? Trage ich die Haare offen oder binde ich sie zusammen? Esse ich zum Mittag Pasta oder Salat? Antworte ich auf diese E-Mail jetzt oder später? Bin ich in meiner Beziehung glücklich oder nicht? 

Auch wenn wir einige oder sogar die meisten dieser Entscheidungen für unser Empfinden fast schon nebenbei und routiniert treffen, kosten sie uns in Summe mentale Energie, was dazu führt, dass unsere Fähigkeit und Motivation, Entscheidungen zu treffen, im Tagesverlauf abnehmen – wenn wir viel Stress und wenig Regenerationszeit haben, können sie sogar langfristig nachlassen. Die Psychologin Alice Boyes spricht in diesem Zusammenhang von Entscheidungsmüdigkeit (decision fatigue), die ihr zufolge häufig dazu führt, dass wir große und eigentlich wichtige Entscheidungen aufschieben, weil uns dafür die Kraft fehlt. Übrigens: Auch Multitasking setzt laut Neurolog:innen unsere Entscheidungsfähigkeit herab, da es sehr viel mentale Energie kostet. 

Um alltägliche Entscheidungen möglichst energiesparend zu treffen und mehr Kapazität für die relevanten Herausforderungen des Lebens übrig zu behalten, schlägt Alice Boys folgende fünf Prinzipien vor.

5 Entscheidungsregeln, die dein Leben vereinfachen können

1. Die "Entscheidungen, die keine Rolle spielen"-Regel

Bei vielen Entscheidungen unseres Alltags haben wir die Wahl zwischen unterschiedlichen, aber gleichwertigen Optionen beziehungsweise hat es keine großartigen Auswirkungen, wenn wir nicht die optimale Variante aussuchen: Pizza oder Burger, Rock oder Jeans, rot oder weiß, mit Schirm oder ohne. Hierbei spielt es praktisch keine Rolle, wie wir uns entscheiden. Diese Fälle gilt es zunächst einmal erkennen zu lernen, was wir zum Beispiel probieren können, indem wir uns etwa für eine Woche all unsere unwichtigen Entscheidungen notieren. Das hilft, ein Gespür für sie zu entwickeln und sie mit der Zeit intuitiv wahrzunehmen. Sind wir einmal so weit, dass wir unwichtige Entscheidungen gut identifizieren können, empfiehlt Alice Boys, den mentalen Energieaufwand dafür maximal zu reduzieren – beispielsweise könnten wir eine Münze werfen, um eine Option zu wählen, anstatt selbst darüber nachzudenken.

2. Die "Immer kaufen"-Regel

Brauchen wir noch Jogurt? Habe ich genug Äpfel zu Hause? Um unsere Einkaufsentscheidungen zu reduzieren, schlägt Alice Boys die Immer kaufen-Regel vor: Produkte, die wir kontinuierlich und in hohem Maße verbrauchen, können wir grundsätzlich bei jedem Einkauf einpacken, sodass wir stets einen gewissen Vorrat daran da haben. Klingt vielleicht nach keinem riesigen Gewinn für die mentalen Energiereserven, erspart uns im Alltag aber doch ein paar Überlegungen, und das kann durchaus spürbar sein.

3. Die "Laissez faire"-Regel

Gerade in stressigen und mental fordernden Situationen empfiehlt Alice Boys, völlig vom optimalen Weg abzulassen und die Option zu wählen, die in diesem Moment helfen kann, unseren Stress zu reduzieren. Wenn wir zum Beispiel wahnsinnigen Durst haben, um die Ecke eine Tankstelle ist, der nächste Supermarkt leider so gar nicht auf unserem Weg liegt, rät die Psychologin, das Wasser einfach an der Tanke zu kaufen, auch wenn es dort doppelt so teuer ist wie im Supermarkt. Einen Plan auszutüfteln, wie wir doch am Supermarkt vorbeikommen, darüber nachzudenken, wie lange wir noch ohne Wasser funktionieren – all das kostet uns in so einer Situation Energie, die wir uns grundsätzlich sparen können. Denn bei der zugrundeliegenden Frage: Was ist wichtiger, unsere (mentale) Gesundheit oder alles perfekt machen, liegt die Entscheidung (hoffentlich) auf der Hand.

4. Die "Mach es immer gleich"-Regel

Bei wiederkehrenden Aufgaben legt die Psychologin nahe, dass wir sie immer auf die gleiche Weise erledigen (sofern sie sich bewährt hat). Wenn wir unseren Haushalt machen, fangen wir einfach jedes Mal mit Staubwischen an und fahren dann jedes Mal in derselben Reihenfolge fort. Ein neues Rezept besorgen, sobald unser Vorrat nur noch für sieben Tage reicht. Routinen entlasten uns und wo es geht und sinnvoll ist, können wir sie getrost in unseren Alltag einbauen, um dann nie wieder (beziehungsweise solange es hinhaut) einen Gedanken daran zu verschwenden.

5. Die "Jetzt"-Regel

Eine häufige Entscheidung, vor der wir im Alltag stehen, ist das Jetzt oder später-Dilemma: Rufe ich jetzt beim Hausarzt an oder später? Wasche ich jetzt ab oder später? Gehe ich jetzt einkaufen oder später? Hierzu empfiehlt Alice Boys, für eine Woche oder so einmal auszuprobieren, uns in solchen Situationen grundsätzlich für das Jetzt zu entscheiden. Funktioniert vielleicht nicht immer und auch nicht bei jedem Menschen, aber wenn, kann diese Regel eine erhebliche Erleichterung mit sich bringen.

Verwendete Quelle: psychologytoday.com

sus Brigitte

Mehr zum Thema