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Du auch?! 6 Irrtümer übers Glück, auf die wir alle schon mal reingefallen sind

Psychologie: Eine nachdenkliche junge Frau
© javi_indy / Shutterstock
Über Glück können wir alle noch etwas lernen – schließlich kann man darüber gar nicht genug wissen. Also fangen wir doch zum Weltglückstag am 20. März 2021 damit an, ein paar Irrtümer über dieses wertvolle Gut aus dem Weg zu räumen ...

Glück ist für viele Menschen eines der wichtigsten Konzepte überhaupt – doch was genau sich dahinter verbirgt, können nur wenige ohne Weiteres in Worte fassen. Fast alle suchen nach dem Glück, allerdings weiß kaum jemand mit Sicherheit, wo es zu finden ist. Jeder Mensch möchte gerne glücklich sein, aber wer weiß schon, was dafür zu tun ist? Gäbe es eine Anleitung zum Glücklichsein, hätte sie sich sicherlich schon millionenfach verkauft und die Anbieterin steinreich gemacht, doch offensichtlich lässt sich die Frage "was ist Glück?" nicht einfach so klären. Allerdings können wir mit ein paar Irrtümern über das Glück aufräumen – und das ist ja immerhin schon mal ein Anfang.

6 Irrtümer über das Glück, auf die wir alle schon reingefallen sind

"Wenn ich [beliebiges Ziel einsetzen] erreiche, bin ich glücklich."

Oft setzen wir uns in unserem Leben Ziele und glauben, wir werden automatisch glücklicher, wenn wir sie erreichen. 5 Kilo abnehmen, einen Mann oder eine Frau finden und heiraten, endlich befördert werden und eine Gehaltserhöhung bekommen. Doch wenn wir uns angewöhnen, Glück an Bedingungen zu knüpfen und an Ereignisse, die in Zukunft passieren, wird unser Glücksgefühl beim Erreichen eines Ziels immer nur von kurzer Dauer sein. Wir werden uns kurz freuen, aber uns schnell wieder unruhig fühlen und nach neuen Zielen und Bedingungen suchen, die wir erreichen oder erfüllen zu müssen meinen, um zufrieden zu sein. Diesen Irrtum über das Glück nannte der amerikanisch-israelische Glücksforscher Tal Ben-Shahar "arrival fallacy", zu deutsch "Ankunftsfehler".

"Wer alles hat, was ich mir wünsche, muss wahnsinnig glücklich sein."

Wir alle haben sicher schon Menschen beneidet – um ihre Beziehung, ihr Aussehen, ihren Job, ihren finanziellen Reichtum und und und. Allerdings ist die Annahme, dass es sie glücklich macht zu haben, was wir uns wünschen, ein Trugschluss. Denn Glück ist höchst individuell. "Was Glück ist, ist von Mensch zu Mensch verschieden", schreiben etwa der Mediziner Dr. Michael Kunze und die Journalistin Dr. Silvia Jelincic in ihrem Buch "Der Glückskompass". "Je nach Ausgangslage, Persönlichkeit und Einstellung zum Leben weicht das persönliche Glück von dem ab, was die Mehrheit als Glück betrachten würde." Heißt also: Sich bei der Suche nach dem individuellen Glück an anderen oder an gesellschaftlich anerkannten Lebensentwürfen zu orientieren, kann unter Umständen böse in die Irre führen – und obendrein ins Unglück.

"Erfolg macht glücklich"

Erfolg und Glück werden von vielen als eng miteinander verknüpft betrachtet, und zwar in der Kausalität, dass Erfolg die Voraussetzung von Zufriedenheit wäre. Dass das ein Irrtum ist, belegen zahlreiche Beispiele offensichtlich erfolgreicher Menschen, die nicht glücklich waren – z. B. Michael Jackson oder Robin Williams. Ob andersherum Glück vielleicht erfolgreich macht, ist sicherlich abhängig davon, wie man Erfolg für sich definiert. Aber womöglich ist einem Menschen, der wirklich glücklich ist, Erfolg eher egal ...

"Mir fehlt nur XY, um glücklich zu sein."

Oft neigen wir dazu, in Dingen, die uns fehlen, die Ursache unserer Unzufriedenheit zu sehen. Doch in Wahrheit liegt die Ursache dann eher darin, dass wir uns auf diese Dinge fokussieren. Würden wir uns stattdessen auf die Dinge konzentrieren, die wir haben, würden wir uns wahrscheinlich sehr viel glücklicher fühlen – obwohl sich an unserer äußeren Situation nichts geändert hat und uns immer noch diverse Dinge fehlen. 

"Glück ist ein Geschenk des Zufalls."

Manche Leute glauben, glücklich zu sein, läge nicht in ihrer Hand. Doch tatsächlich können wir zu unserem Glück einiges beitragen. Die persönliche Einstellung, die Art, wie wir die Welt sehen und was wir erwarten, spielt eine große Rolle für unser Glücksgefühl. So können wir uns beispielsweise angewöhnen, vermeintliche Kleinigkeiten wie unsere Gesundheit oder unsere Lebenszeit wertzuschätzen und dafür dankbar zu sein, was sich langfristig in den meisten Fällen glücksfördernd auswirken wird. Wer glücklich ist, hat das nicht dem Zufall zu verdanken, sondern vor allem sich selbst. Aber ...

"Jeder ist seines Glückes Schmied."

... das Gegenteil gilt nicht: Wer unglücklich ist, ist daran meistens nicht selber Schuld. Glück lässt sich nämlich nicht schmieden wie ein Hufeisen, sondern hängt sowohl von äußeren als auch von inneren Faktoren ab. Manche Menschen finden einen leichteren Zugang zu sich selbst und können sich dank ihrem Mindset sogar trotz schwerer Schicksalsschläge glücklich fühlen, anderen gelingt das nicht, obwohl ihre Lebenssituation von außen betrachtet recht entspannt aussieht. Manchmal führen bestimmte Ereignisse dazu, dass eine Person plötzlich eine Erkenntnis gewinnt und sich vor ihr der Weg zum Glück nach langer verirrter Suche wie aus dem Nichts auftut. Manchmal wird jemandem, der immer glücklich war, durch eine Veränderung seine Zufriedenheit für immer genommen. Jeder mag seines Glückes Schmied sein – aber ob wir die nötige Ausstattung haben, die wir persönlich zum Schmieden brauchen, liegt eben nicht in unserer Hand.

Verwendete Quellen: "Der Glückskompass. Das ganze Wissen der Welt in einem Buch", psychologytoday.com

sus

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