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Psychologie 7 Eigenschaften, die die meisten glücklichen Menschen gemeinsam haben

Psychologie: Eine glückliche Frau mit Hund
© rh2010 / Adobe Stock
Hängt es mit unserem Charakter zusammen, ob wir glücklich sind oder nicht? Oder verändert sich unser Charakter vielleicht, wenn wir unser Glück gefunden haben? Wer weiß. Laut Wissenschaft sind folgende Eigenschaften jedenfalls für glückliche Menschen besonders typisch.

Glücklich zu sein, ist gar nicht immer so einfach, schließlich liegt es nicht allein in unserer eigenen Hand. Laut der Wissenschaft können bestimmte Eigenschaften die Wahrscheinlichkeit auf ein glückliches Leben allerdings erhöhen und einige Persönlichkeitsmerkmale können Zufriedenheit wiederum zutage fördern oder verstärken. Welche zum Beispiel, führen etwa der Mediziner Michael Kunze und die Journalistin Silvia Jelincic in ihrem Buch "Der Glückskompass. Das ganze Wissen der Welt über Glück in einem Buch" aus, in dem sie zentrale Erkenntnisse zahlreicher internationaler Glücksstudien zusammengefasst haben.

7 Eigenschaften, die glückliche Menschen gemeinsam haben

Sie sind neugierig.

Ob Glück neugierig macht oder Neugier glücklich, auf jeden Fall scheint beides häufig miteinander einherzugehen. So bemerkte ein Team von Psycholog:innen aus Kalifornien bei der Auswertung unterschiedlicher Studien zu dem Zusammenhang von Glück und Erfolg, dass glückliche Menschen meist besonders aufgeschlossen und interessiert sind, und zwar sowohl an ihren Mitmenschen als auch an dem, was um sie herum geschieht. Glückliche Menschen gehen demnach eher mit einer offenen, nachforschenden Einstellung durchs Leben – sie fragen nach, anstatt zu urteilen, machen sich selbst ein Bild, anstatt anderen zu glauben. 

Sie sind kooperativ.

Außerdem fiel den kalifornischen Wissenschaftler:innen bei ihrer Analyse auf, dass glückliche Menschen in der Regel offenbar teamfähig und kooperativ sind. Wer glücklich ist, scheint sich vergleichsweise leicht gut mit anderen Personen zu verstehen und sich auf sie einstellen zu können – vielleicht hat aber auch, wer das kann, eine besonders hohe Chance, glücklich zu sein.

Sie sind kreativ.

Während uns unangenehme Emotionen wie Trauer und Angst Energie kosten und uns in unserer Produktivität und geistigen Leistungsfähigkeit einschränken, haben angenehme Gefühle wie Freude, Dankbarkeit und Zufriedenheit den gegenteiligen Effekt: Sie beflügeln uns und schenken uns Energie. Das belegen mehrere Studien aus Hirnforschung und Psychologie. Auf der anderen Seite kann es wiederum unser Glücksempfinden nochmals steigern, wenn wir sehen, dass wir etwas geschafft oder zustande gebracht haben. Beides erklärt, warum die genannten Wissenschaftler:innen aus Kalifornien im Rahmen ihrer Analyse auch zwischen Kreativität und Zufriedenheit einen statistisch signifikanten Zusammenhang verzeichnen konnten.

Sie sind flexibel.

Wenn glückliche Menschen typischerweise neugierig sind, liegt es nahe, dass sie gleichzeitig aufgeschlossen gegenüber Neuem sind und somit über eine gewisse Flexibilität und Änderungsbereitschaft verfügen. Zudem spricht einiges dafür, dass es mit diesen Eigenschaften leichter fällt, glücklich zu sein, als ohne sie: Wandel und Veränderung sind ein wesentliches Element des Lebens und damit ein Problem zu haben, kann Glück und Wohlbefinden durchaus im Weg stehen. Tatsächlich konnten auch zwei Londoner Sozialpsychologinnen in einem Experiment zeigen, dass Abwechslung im Leben unser Glücksempfinden steigert: Versuchspersonen, denen sie auftrugen, jeden Tag etwas Neues auszuprobieren (zum Beispiel einen neuen Weg zur Arbeit, ein neues Restaurant, ein neues Duschgel), fühlten sich bereits nach zehn Tagen glücklicher als zu Beginn des Experiments. 

Sie sind freundlich.

Aus zahlreichen Studien wissen wir mittlerweile: Anderen Menschen freundlich zu begegnen, macht glücklich – nicht nur die anderen, sondern auch uns. Schon indem wir anderen Personen in Gedanken etwas Positives wünschen, können wir unser Glücksempfinden steigern. Andererseits fällt es glücklichen Menschen meist leichter, freundlich und nachsichtig mit ihren Mitmenschen umzugehen. Wieder haben wir es hier also offenbar mit einem wechselwirkenden Zusammenhang zu tun.

Sie setzen sich mit ihren unangenehmen Gefühlen auseinander.

Widerfährt uns etwas, das uns belastet, erholen wir uns davon offenbar besser und werden schneller wieder glücklich, wenn wir uns intensiv mit dieser Erfahrung auseinandersetzen und sie verarbeiten. Das fand die Glücksforscherin Sonja Lyubomirsky in einem Experiment heraus, in dem sie zwei Versuchsgruppen auf unterschiedliche Weise mit einem negativen Ergebnis umgehen ließ: Jene Personen, die viel über ihre schlechte Erfahrung sprachen und sich bewusst damit beschäftigten, waren nach vier Wochen zufriedener und psychisch gesünder als die Versuchsteilnehmenden, die sich nur beiläufig mit ihrem Schmerz befassten. 

Bei positiven Erlebnissen verhält es sich jedoch umgekehrt, wie Sonja Lyubmirsky feststellte: Wer sie intensiv analysierte und hinterfragte, fühlte sich danach weniger glücklich als Personen, die nicht großartig darüber nachdachten. 

Sie haben eine gelassene Einstellung gegenüber dem Glück.

Der englische Philosoph John Mill schrieb in seiner Autobiografie: "Glücklich sind nur jene, die ihre Gedanken auf etwas anderes fixieren als ihr eigenes Glück." Und die Glücksforschung gibt ihm tatsächlich recht. Die Psychologin Iris Mauss konnte gemeinsam mit einigen Kolleg:innen belegen, dass Menschen, denen es besonders wichtig ist, glücklich zu sein, mehrheitlich unglücklicher sind als andere. Vor allem das Streben nach Glück, also das Hinarbeiten auf ein Ereignis, von dem wir uns versprechen, dass es uns glücklich macht, sei demnach dem Glücksempfinden abträglich – unter anderem da es mit einer erhöhten Gefahr einhergeht, dass die Erwartungen enttäuscht werden. 

Menschen, denen eine gelassene Einstellung zum Thema Glück zueigen ist, sind gemeinhin am besten für die Realität gewappnet – in der niemand ständig glücklich ist. Sie können das Glück annehmen und sich darüber freuen, wenn es da ist, empfinden es aber nicht als Weltuntergang oder Gescheitertsein, wenn sie eine unzufriedene Phase durchlaufen. Sie haben eine Idee davon, wo sie ihr Glück finden, wissen aber, dass es in Wahrheit ganz woanders sein kann. Außerdem ist ihnen bewusst, dass das, was sie heute glücklich macht, morgen vielleicht nicht mehr das Richtige für sie ist – doch dass es das heute nicht weniger wertvoll macht. 

Verwendete Quelle: Dr. Michael Kunze, Dr. Silvia Jelincic: "Der Glückskompass. Das ganze Wissen der Welt über Glück in einem Buch."

sus Brigitte

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