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Psychologie Mit diesem Wort kannst du deine mentale Energie steigern

Psychologie: Eine energiegeladene Frau
© Drobot Dean / Adobe Stock
Du könntest einen mentalen Energieschub vertragen? Vielleicht kannst du ihn dir mit diesem Trick selbst beschaffen.

Das Leben erfordert manchmal einiges an Durchhaltevermögen, Willenskraft, Überwindung und Engagement. In der Regel passt es sich dabei jedoch nicht unbedingt unserem Tempo an – jedenfalls macht es eher selten genau in dem Moment Pause, in dem wir gerne eine hätten. Ein persönlicher Cheerleader wäre daher von Vorteil, der uns wirkungsvoll anfeuert und motiviert, wenn uns der Antrieb fehlt. Doch wo sollte der wohnen? Bei uns zu Hause? Hm.

Mit diesem Trick wirst du dein eigener Cheerleader

Laut dem Autor und Motivationsexperten Steve Magness können wir uns den Cheerleader tatsächlich sparen und uns selbst behelfen, und zwar mit einem erstaunlich einfach wirkenden Trick: Statt uns in unseren Gedanken, inneren Monologen und Selbstgesprächen mit dem Pronomen der ersten Person Singular zu bezeichnen, "ich", könnten wir lieber die zweite oder dritte Person benutzen, also "du" oder "sie:er". Statt uns in schwierigen Momenten oder vor Herausforderungen also mit Sätzen wie "ich schaffe das", "ich ziehe das jetzt durch" oder "ich kann das" anzuspornen, empfiehlt der Coach, Formulierungen der Form "du schaffst das", "Greta zieht das jetzt durch" oder "du kannst das" zu benutzen. Auf diese Weise würden wir eine perspektivische Distanz zu unserer Situation gewinnen, die es uns ermöglicht, sie weniger emotional, dafür aber cooler, rationaler und gelassener wahrzunehmen. Dadurch würden wir uns weniger überfordert, gefangen und vereinnahmt fühlen und das Empfinden stärken, die Dinge im Griff zu haben und imstande zu sein, die Lage zu bewältigen, in der wir stecken.

Distanzierte Perspektive spart emotionale Energie 

Auch einige psychologische Studien sprechen dafür, dass es in gewissen Situationen hilfreich sein kann, sich selbst mit "du" oder "er:sie" anzusprechen als mit "ich". In einem Versuch US-amerikanischer Wissenschaftler:innen zeigten die Forschenden den Testpersonen beispielsweise verstörende Bilder und beobachteten dabei deren Hirnaktivität. Bei Proband:innen, die sich selbst mit der dritten Person Singular bezeichneten, die sich also so etwas sagten wie "Greta geht es gut", "Greta hat keine Angst", nahm die emotionale Aktivität schneller wieder ab als bei denjenigen, die "ich" verwendeten. Die Wahl des Pronomens hat somit offenbar beeinflusst, was beziehungsweise wie intensiv die Proband:innen in diesem Versuch fühlten.

Nun wird es nicht für jede Lebenssituation die beste Strategie sein, uns von unseren Gefühlen so weit es geht zu distanzieren und eine möglichst unbefangene Perspektive einzunehmen. Schließlich haben Emotionen ihren Sinn und ihre Berechtigung. Sie abzuschütteln zu wollen, sobald sie sich melden, kann also kaum der ideale Weg sein. Allerdings kosten uns Gefühle Kraft, insbesondere unangenehme wie Angst oder Stress. Unser Stirnlappen, also der Teil unseres Gehirns, in dem sozusagen unser Bewusstsein angesiedelt ist und mit dem wir denken, wendet bei derartigen Emotionen Energie auf, um ihre Wirkung abzuschwächen, und diese Energie fehlt uns dann, um Matheaufgaben zu lösen oder eine clevere Powerpoint-Präsentation zu erstellen. Insofern kann uns eine distanziertere Perspektive Erleichterung verschaffen und sich positiv auf unseren mentalen Energiehaushalt auswirken.

Durchhalten ist nicht immer alles

Doch so relevant die Wahl der Pronomen in unseren Selbstgesprächen für unsere Belastbarkeit und Motivation auch sein mag – es muss nicht immer unser Ziel sein, uns zu pushen, unsere letzten Kraftreserven zu mobilisieren und durchzuhalten. Gerade wenn es uns dauerhaft schwerfällt, uns für eine Sache zu motivieren, ist das womöglich ein Indiz dafür, dass es besser sein könnte, diese Sache loszulassen und sich etwas anderem zuzuwenden. Sind wir uns aber sicher, dass das, in was wir unsere Lebensenergie investieren, für uns gerade richtig ist, lohnt es sich, uns auch in schwierigeren Momenten dabei anzufeuern und dafür aufzubauen. Sind wir es aber nicht, könnte es besser sein, uns umzuorientieren. Schließlich steht nirgendwo geschrieben, dass es unsere Aufgabe ist, stets auf einem Pfad zu bleiben und durchzupowern. Wir brauchen bloß zu leben.

Verwendete Quellen: businessinsider.de, stevemagness.com, cnbc.com

sus Brigitte

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