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Psychologie Deshalb macht Reisen nicht nur glücklich, sondern auch schlau

Frau mit Kamera am Meer: Deshalb macht Reisen nicht nur glücklich, sondern auch schlau
© DavidPrado / Adobe Stock
Reisen ist Abenteuer, es geht ums Entdecken, um Begegnungen und berührende Erlebnisse. Dass uns das Eintauchen in fremde Welten nicht nur Spaß macht, sondern auch klüger werden lässt, ist übrigens auch wissenschaftlich nachgewiesen.

Der Sommer ist für die meisten Menschen die Hauptreisezeit – und damit die schönste Zeit des Jahres. Denn Reisen macht glücklich, wir finden Entspannung und können abschalten. Wir entdecken unterwegs Neues und lassen uns inspirieren. Und dabei ist es erst mal egal, ob wir einen Kulturtrip in eine Metropole machen oder die beeindruckende Natur bei einem Trip im Campervan erkunden.

Wie positiv Reisen sich auf unser Wohlbefinden auswirkt, wurde auch schon wissenschaftlich nachgewiesen. So hat etwa eine Studie der finnischen Universität Tampere herausgefunden, dass wir uns an einem Tag im Urlaub besser erholen als an einem freien Tag zu Hause. Das liegt natürlich einerseits daran, dass wir keine alltäglichen Pflichten haben, andererseits aber auch am Tapetenwechsel und an den neuen Erfahrungen auf Reisen.

Wer reist, ist offener für andere Sichtweisen

Aber damit ist es nicht getan: Denn Reisen macht uns nicht nur zufriedener, entspannter und glücklicher – es macht uns auch intelligenter. Das war das Ergebnis einer Untersuchung von William W. Maddux von der University of North Carolina und anderen Forschenden. Das Team hat internationale Studierende, die ihr Master-Studium im Ausland absolviert haben, genauer unter die Lupe genommen. Dabei fanden William Maddux und seine Kolleg:innen heraus, dass diese jungen Menschen ein besonders hohes "multikulturelles Engagement" aufwiesen, sich also schnell an neue Kulturen anpassen konnten. Gleichzeitig hatten sie offenbar eine höhere "integrative Komplexität" als andere, sie hatten dementsprechend eine größere Bereitschaft, verschiedene Sichtweisen anzuerkennen und nachzuvollziehen.

Besonders interessant war, dass die Studierenden nach Abschluss ihres Masters im Schnitt schneller einen Job fanden als andere, die zum Studieren in ihrem eigenen sozialen sowie kulturellen Umfeld geblieben waren.

Reisen macht uns klüger und kreativer

In einer anderen Untersuchung konnte William Maddux Ähnliches nachweisen: Er bat eine Gruppe Studierender, sich an eine Zeit zu erinnern, die sie im Ausland verbracht hatten, und das Ganze aufzuschreiben. Direkt im Anschluss sollten sie den Remote Associates Test (RAT), einen klassischen Kreativitätstest aus der Psychologie, absolvieren. Eine zweite Gruppe sollte den Test machen, ohne vorher in Reise-Erinnerungen zu schwelgen. Das Ergebnis: Die erste Gruppe löste 50 Prozent mehr der Probleme als die zweite Gruppe. Die Erfahrungen in fremden Ländern und Kulturen haben die Studierenden also offenbar kreativer und lösungsorientierter werden lassen.

Bei dieser Forschungsarbeit ging es weniger um den Erholungseffekt, den uns vielleicht eine Woche am Strand auf Mallorca beschert – auch wenn an dem natürlich nichts auszusetzen ist. Vielmehr brauchen wir aber tatsächlich das Eintauchen in eine fremde Lebenswelt, wir müssen uns mit den Menschen und Bräuchen vor Ort auseinandersetzen, um langfristig davon zu profitieren. Und das tun wir auf vielfältige Weise: psychisch, emotional und offenbar auch kognitiv.

Das kennen sicher die meisten von uns aus eigener Erfahrung: So schön ein reiner Erholungsurlaub auf einer sonnigen Insel sein kann, nachhaltig prägen tun uns andere Reisen. Sie verändern unseren Blick auf die Menschen, auf die Welt – und letztlich auch auf uns selbst.

Verwendete Quellen: forbes.com, geo.de

Brigitte

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