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Psychologie Laut Studie: Dieses Geräusch ist gut für deine mentale Gesundheit

Mental Health: Eine fröhliche Frau mit Kopfhörern
© Eugenio Marongiu / Shutterstock
Die Geräuschkulisse, in der wir leben, hat einen erheblichen Einfluss auf unser Befinden. Welche Klänge sich laut einer britischen Studie besonders positiv auf unsere Gesundheit auswirken, liest du hier.

Presslufthammer, Laubbläser, Automotoren, Handyvibrationen und -klingeltöne: die Geräusche unserer modernen Welt. Bis zu einem gewissen Grad sind wir an solche Geräusche gewöhnt. Wir können sie im Alltag weitestgehend ausblenden beziehungsweise damit umgehen, ohne uns allzu sehr daran zu stören. Nehmen wir sie dann aber doch bewusst wahr – weil sie lauter sind als üblich oder wir sensibler –, empfinden wir sie meist eher als unangenehm und unschön.

Kein Wunder, denn solche Geräusche tun uns nicht besonders gut. Zwar mögen sie keine großartigen organischen Hörschäden verursachen. Doch tendenziell lösen sie Unruhe und Stress in uns aus. Und anhaltender Stress macht uns krank. Sie auszublenden, strengt uns  zudem nachweislich an. Viele Geräusche unserer modernen Welt sind also nicht sonderlich gesund für uns.

So wie uns nun einige Klänge belasten können, gibt es aber auf der anderen Seite auch solche, die sich positiv auf unsere Gesundheit auswirken – zum Beispiel Vogelgezwitscher, wie britische Forschende im Rahmen einer Studie im Auftrag von BBC nun nachweisen konnten.

Melodischer Vogelgesang bekommt uns am besten

Für die Untersuchung werteten Wissenschaftler:innen der University of Exeter Daten von rund 7.500 Personen aus, die sich für die Studie zur Verfügung stellten. Die Teilnehmenden bekamen Aufnahmen unterschiedlicher Geräuschkulissen vorgespielt, darunter unter anderem Klänge von den Küstenregionen Großbritanniens und den tropischen Wäldern Papua-Neuguineas. Dabei beobachteten die Forschenden, welche Wirkungen die jeweiligen Geräusche auf die Proband:innen ausübten, und stellten fest: Vogelgezwitscher zählt offenbar für viele Menschen zu den wohltuendsten, gesundheitsförderlichsten Klängen überhaupt. Es kann sowohl unser Stresslevel senken als auch mentaler Erschöpfung entgegenwirken. Im Idealfall macht uns das Trillern also entspannt und wach zugleich.

Besonders bei leisem und hochfrequenten Vogelgesang mit einer gewissen melodischen Komplexität bemerkten die Wissenschaftler:innen positive Effekte bei den Versuchspersonen. Das blecherne Gezeter einer Elster oder Hämmern eines Spechts fallen dagegen eher in die Kategorie Laubbläser – solche Vogelgeräusche empfinden wir als Lärmbelästigung. 

Abgesehen von ihren Funden zu Vogelgesängen konnten die Forschenden aus Exeter mit ihrer Untersuchung zudem frühere, ähnliche Studien bestätigen – und zwar dahingehend, dass Landschaftsklänge wie Meeresrauschen, brechende Wellen oder das Plätschern von Regen eine heilsame Wirkung auf unsere Psyche ausüben können. Solche Geräusche wirken in erster Linie beruhigend, entspannend und stressabbauend.

Warum tut uns das Getriller so gut?

Laut Expert:innen ließen sich die positiven Effekte gewisser Naturklänge zum einen evolutionsbiologisch erklären: Vogelgezwitscher signalisiere uns Sicherheit (wildes Vogelgeflatter hingegen eine mögliche Gefahr), plätscherndes Wasser eine Quelle, um unseren Durst zu löschen. Zum anderen konnten Neurobiolog:innen feststellen, dass sich unsere Hirnaktivität, wenn wir natürlichen Klängen ausgesetzt sind, erkennbar von der Aktivität unterscheidet, die sich in einer künstlichen Geräuschkulisse beobachten lässt – während uns Erstere entspannen lässt, sei es bei Letzterer eher so, dass sie Stressabbau und Herunterfahren behindert. 

Da Geräusche uns üblicherweise keine Knochen brechen oder Schrammen zufügen, neigen wir manchmal dazu, sie als Umweltfaktoren zu unterschätzen. Tatsächlich können sie jedoch erhebliche Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben, insbesondere auf unsere Psyche. Nun können wir zwar nicht sämtliche Laubbläser, Automotoren und Klingeltöne um uns herum auf stumm schalten, wann immer uns danach ist. Doch um herunterzukommen und uns zu entspannen, können wir uns zumindest, wenn wir Zeit dafür haben, in natürliche Klangkulissen begeben, zum Beispiel ans Meer, aufs Land oder in den Wald. Und wenn wir keine Zeit dafür haben: Kopfhörer auf, Vogelgezwitscher googeln und fertig. Schließlich hat unsere  moderne Welt glücklicherweise mehr zu bieten als Laubbläser und Presslufthammer.

Verwendete Quellen: Pressematerial relaxound.com, n-tv.de

sus Brigitte

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