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Psychologie Darum nerven uns manche Menschen scheinbar ohne Grund

Frau guckt auf den Horizont: Darum nerven uns manche Menschen ohne erkennbaren Grund
© astrosystem / Adobe Stock
Einige Menschen treiben uns regelrecht zur Weißglut – und das, ohne dass wir konkret sagen können, was genau uns an ihnen eigentlich so nervt. Dafür gibt es einen simplen psychologischen Grund, der den meisten von uns nicht unbedingt gefallen dürfte.

Es gibt sie, diese Menschen, die nur den Mund aufmachen müssen, und schon steigt unser Puls rasant nach oben. Eigentlich tun sie gar nichts Besonderes, sie sind einfach nur da. Ist es ihre Stimmlage, die uns aggressiv macht? Oder regt uns dieses eine Wort auf, das sie immer verwenden? Laut Psychologie gibt es eine viel einfachere Antwort auf die Frage, warum manche Menschen so krasse Reaktionen in uns hervorrufen. Es liegt nämlich an uns selbst.

Wir projizieren unliebsame eigene Themen auf andere

Wie bitte? Ich selbst soll schuld sein, wenn die Kollegin im Meeting nie zum Punkt kommt oder wenn der Bekannte mich schon mit einer Bewegung seines Kopfes zur Weißglut treibt? Jap. In vielen Fällen projizieren wir nämlich unsere eigenen Gefühle und Themen in Situationen mit anderen Menschen. Wir spiegeln unsere Traumata, ungeliebten Eigenschaften und ungelösten Konflikte – und laden alles auf der Person ab, die uns vermeintlich nervt. Dabei hat das Ganze (meistens) absolut gar nichts mit unserem Gegenüber zu tun.

Therapeutin Jodie Cariss erklärt gegenüber der britischen Glamour: "Wenn wir eine sehr starke Reaktion auf eine Person haben, kann das oft eine Projektion sein." Auch wenn wir das Gefühl haben, dass unsere Reaktion zumindest teilweise berechtigt ist, weil die Person sich einfach nervig oder anstrengend verhält, ist unsere Emotion dazu vermutlich größer, als rational angebracht wäre. "Hier projizieren wir Schattenelemente unserer selbst auf die Situation", erklärt Jodie Cariss weiter. Solche Aspekte sind laut der Therapeutin meist unbewusst, häufig handelt es sich um nicht geheilte Wunden oder Themen und Eigenschaften, die wir gerne verdrängen möchten.

Projektionen als Schutzmechanismus: Lieber nicht vor der eigenen Tür kehren

Seien wir ehrlich: Die meisten Menschen sind sehr viel mehr mit sich selbst als mit ihrem Umfeld beschäftigt. Deshalb sagt eine so starke Reaktion auf jemand anderen in der Regel mehr über uns selbst aus als über die andere Person. Mit böser Absicht tun wir das aber nicht. Vielmehr ist dieses Spiegeln ein Schutzmechanismus, um uns selbst vor der Auseinandersetzung mit diesen Persönlichkeitsanteilen zu bewahren. Denn das könnte schließlich unangenehm oder sogar schmerzhaft werden. Langfristig bringt uns das Verdrängen aber natürlich nicht weiter.

Wenn dir also das nächste Mal ein Kollege oder eine Bekannte mit jeder noch so kleinen Bewegung oder Aussage so richtig auf die Nerven geht, hör mal tiefer in dich hinein. Denn vielleicht trifft hier das viel zitierte Klischee zu: Es liegt nicht an dir, es liegt an mir.

Verwendete Quellen: psychologytoday.com, glamourmagazine.co.uk, everydayhealth.com

mbl Brigitte

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