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Riemann-Thomann-Modell Wie tickst du?

Riemann-Thomann-Modell: Zwei gut gelaunte Frauen.
© Look Studio / Shutterstock
Das Riemann-Thomann-Modell hilft uns dabei zu verstehen, wie Persönlichkeiten entstehen. Was es mit der Charakter-Analyse auf sich hat, erfährst du hier.

Wie unterschiedliche Charaktere entstehen

Was macht den Charakter eines Menschen eigentlich aus? Eine ziemlich komplexe Frage, der sich bereits viele Wissenschaftler gewidmet haben. Das Riemann-Thomann-Modell liefert eine Antwort: Unsere Sehnsüchte, Wünsche und Ängste bestimmen unser Wesen. Und diese basieren auf Grundbedürfnissen, die – laut der Theorie – unsere Entscheidungen, unsere Beziehungen und unseren gesamten Lebensweg prägen. Das Modell wurde von den beiden Psychologen Fritz Riemann und Christoph Thomann entwickelt – was den Namen der Methode erklärt. Laut der beiden Experten gibt es vier Grundbestrebungen des Menschen, die seine Persönlichkeit formen.

Riemann-Thomann-Modell: Die vier Grundbedürfnisse

Warum verstehen wir uns mit manchen Menschen auf Anhieb super, während wir mit anderen einfach nie richtig warm werden? Laut des Riemann-Thomann-Modells lässt sich das durch gleiche oder unterschiedliche Grundausrichtungen erklären. Die Wissenschaftler Riemann und Thomann gehen von vier Grundbedürfnissen aus: Nähe, Distanz, Dauer und Wechsel. Diese Werte werden in einer Skala in Beziehung gesetzt. Das kannst du dir vorstellen, wie ein Kreuz. Oben steht Dauer, unten Wechsel – das ist die eine Skala. Links steht Nähe und rechts Distanz – dies ist die zweite Skala. So ergibt sich das berühmte Riemann-Thomann-Kreuz.

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Das bedeutet: Manche Menschen sind besonders näheorientiert, andere suchen Distanz. Einige lieben den ständigen Wandel und Veränderungen, während manche lieber auf Beständigkeit wechseln. Schauen wir uns die menschlichen Grundausrichtungen doch mal genauer an. Versuche beim Lesen zu bestimmen, wie hoch dein Level jeweils ausgeprägt ist. Wichtig dabei: Es gibt keine schlechteren oder besseren Grundzüge – wir sollten also nicht zu wertend sein.

Näheorientiert

Du liebst es, im Team zu arbeiten, kannst anderen gut vertrauen und tauscht dich gern mit deinen Mitmenschen aus? Für näheorientierte Menschen ist ein liebevolles Miteinander extrem wichtig. Sie sind sehr sozial und brauchen sowohl körperliche als auch emotionale Nähe, um glücklich zu sein.

Distanzorientiert

Kannst du gut für dich alleine sein? Möchtest du dich von Gruppen abgrenzen und deine Individualität ausleben? Diese Punkte sprechen für eine Distanzorientiertung. Wer besonders distanzorientiert ist, möchte nicht in der Masse (oder im Team) untergehen. Die eigene Unabhängig und Freiheit ist wichtiger als alles andere.

Dauerorientiert

Was hältst du von Veränderungen? Dauerorientierte Personen können gerne darauf verzichten. Sie bleiben jahrelang im gleichen Job, am gleichen Wohnort und haben den gleichen Freundeskreis. Feste Routinen und Abläufe sind für sie essentiell. Sie legen Wert auf Zuverlässigkeit und Planung – ein geregeltes Leben gehört da dazu. Auf andere können sie allerdings etwas unflexibel wirken.

Wechselorientiert

Wird dir schnell langweilig? Brauchst du viel Abwechslung und Vielseitigkeit, um glücklich zu sein? Dann bist du eher wechselorientiert. Du brauchst ständig etwas Neues, um zufrieden zu sein. Jeden Tag das Gleiche tun – das ist für dich eine echte Qual. Wechselorientierte Menschen sind oft sehr spontan und auch mal risikofreudig. Manchmal können sie aber auch etwas chaotisch wirken, weil sich in ihrem Leben öfter vieles ändert.

Wenn Grundbedürfnisse aufeinanderprallen

Beim Lesen hast du dich vielleicht bei dem ein oder anderen Punkt wiedererkannt. Nicht vergessen: Beim Riemann-Thomann-Modell geht es um Skalen: Die wenigsten von uns sind 100 Prozent näheorientiert oder 100 Prozent wechselorientiert. Hast du bei dir also eher Tendenzen feststellen können, ist das vollkommen in Ordnung.

Aber was passiert, wenn du mit deiner Ausprägung an Grundbedürfnissen an eine Person gerätst, die vollkommen gegensätzliche Werte hat? Jetzt wird’s schwierig! Wer auf der Nähe-Skala eine hohe Näheorientierung feststellt, wird einen distanzorientierten Menschen als kühl und abweisend empfinden. Diesem wiederum kommt der näheorientierte Charakter zu emotional und vielleicht sogar anhänglich vor.

Auch bei der Wechsel-Skala können sich Unterschiede ergeben. Solltest du ein Charakter sein, der ständig neue Ideen durchsetzen will, deine Teamkollegin aber lieber an alten Strukturen festhält, könnte es krachen.

Deshalb ist das Fazit vom Riemann-Thomann-Modell: Menschen, die ähnliche Grundbedürfnisse haben, kommen am besten miteinander klar. Logisch: Sie haben ähnliche Einstellungen und sind sich daher besonders sympathisch.

Riemann-Thomann-Modell: Auf den Kontext kommt es an

Ähnliche Vorstellungen von Nähe, Distanz, Dauer und Wechsel schweißen uns also zusammen. Aber einen Punkt darf man in dieser Hinsicht nicht vergessen: Es kommt immer auf den Kontext und auf die jeweilige Lebenssituation an.

Privat könntest du jemand sein, der total gerne Neues ausprobiert. Im Job hältst du dich aber lieber zurück, weil du deine sichere Stelle nicht gefährden willst. So kann es vorkommen, dass du mit jemanden zum Beispiel nur sehr schwer zusammenarbeiten kannst – privat würdet ihr euch aber super verstehen, weil ihr die gleichen Grundbedürfnisse habt. Je nach Rolle verhalten wir uns anders, das sollte man bei der Interpretation vom Riemann-Thomann-Modell nicht vergessen!

Hast du außerdem schon vom DISG-Modell oder den Big Five gehört? Das sind weitere Methode, um verschiedene Charaktertypen zu erfassen!

Viele weitere spannende Themen rund um das Thema Persönlichkeitsentwicklung findest du auch in der BRIGITTE Community. Schau doch mal vorbei!


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