Rückführung: Wie funktioniert die Reise in ein früheres Leben?

Mit einer Rückführung wollen Menschen wissen, ob sie schon einmal gelebt haben. Der Heilpraktiker Wolfgang Schieber erklärt, wie eine Sitzung abläuft und bei welchen Problemen die Reise ins frühere Ich helfen kann. 

Gibt es ein Leben nach dem Tod? Viele Menschen sind davon überzeugt, schon mehrmals gelebt zu haben – etwa als Magd im Mittelalter, als Adelige im 18. Jahrhundert oder als Soldat im ersten Weltkrieg. Manche haben Erinnerungen, die unmöglich aus dem aktuellen Leben stammen können, oder das Gefühl, alte Konflikte oder Probleme mit sich herumzutragen.

Eine Methode, in ein früheres Leben zu reisen, ist die sogenannte Reinkarnationstherapie – auch Rückführung genannt. Was dabei genau passiert? Wir haben mit dem Heilpraktiker Wolfgang Schieber aus Hockenheim gesprochen.

BRIGITTE.de: Was bedeutet Rückführung eigentlich genau?

Wolfgang Schieber: Rückführung bedeutet nichts anderes als eine Reise durch die Zeit. Das Unterbewusstsein gibt einen Einblick in etwas, das einem sonst verborgen bleibt ­– sei es in unserem jetzigen oder in einem früheren Leben.

Wie lange dauert so eine Sitzung?

In der Regel dauert eine Sitzung zwischen einer und drei Stunden.

Was genau möchte man mit der Rückführung erreichen?

Es gibt Klienten, die möchten einfach nur aus Neugier wissen, ob sie schon einmal gelebt haben. Andere möchten gegenwärtige Probleme lösen, etwa Eheprobleme, Ängste und Phobien, chronische Erkrankungen oder sexuelle Störungen. Das alles und viel mehr kann durch Rückführung behandelt werden.

Und wie geht das?

In der Rückführung kann man schauen, ob es einen Zusammenhang mit früheren Leben gibt. Das ist tatsächlich sehr oft der Fall. Man kann in Trance eher erkennen, woher das Problem wirklich kommt und es dadurch besser auflösen.

Wie läuft so eine Sitzung denn genau ab?

Der Therapeut versetzt den Klienten mithilfe bestimmter Sätze in einen sogenannten Alphazustand – in Hypnose. Das kann man sich vorstellen wie den Zustand kurz vor dem Einschlafen oder Aufwachen. Man ist nicht richtig wach, schläft aber auch nicht richtig. Das Unterbewusstsein lenkt dann zur richtigen Stelle, um Blockaden und Probleme aufzulösen.

Haben Sie da ein Beispiel?

Eine Klientin kam mit Knieproblemen zu mir. Wir haben dann eine Rückführung durchgeführt und es kam heraus, dass sie schon einmal gelebt hat – und zwar im ersten Weltkrieg. Sie war der Sohn eines strengen Generals, der ihn als Soldat in den Krieg schicken wollte. Weil er das aber nicht wollte, schoss er sich selbst ins Knie. Allein die Erkenntnis über diesen Vorfall in ihrem früheren Leben half der Klientin. Als sie wieder komplett wach war, waren ihre Knieschmerzen nämlich verschwunden.

Erinnert man sich nach der Sitzung an alles?

Ja, man behält die Erinnerungen der Trance. Man erlebt die Rückführung, als hätte man einen Film gesehen.

Für wen ist Rückführung geeignet?

Rückführung eignet sich für jeden, der psychisch gesund ist. Menschen, die in einer Psychose oder akuten panischen Angstzuständen stecken, würde ich es aber nicht empfehlen, weil die Therapie oft nicht anschlägt oder die Probleme sogar verstärken kann. 

Muss man an das Leben nach dem Tod glauben, um Erfolge durch die Rückführung zu erzielen?

Nein, das ist das Interessante: Es klappt auch bei Menschen, die nicht daran glauben. Sie müssen aber natürlich bereit sein, sich unter Hypnose setzen zu lassen. 

Worauf sollte ich achten, wenn ich einen Therapeuten für Rückführung suche?

Man sollte vor allem auf Kompetenz, Erfahrung und Seriosität achten. Hat der Therapeut etwa entsprechende Nachweise oder Zertifikate für die Praxis der Rückführung? Wie regelmäßig hat er Klienten, bei denen er eine Rückführung anwendet? Auch ein Indikator für Professionalität: Der Therapeut klärt den Klienten in einem Vorgespräch ausführlich über das Prozedere auf und beantwortet offene Fragen. Letztendlich ist es auch sehr wichtig, dass einem der Therapeut sympathisch ist. Immerhin lässt man ihn tief in seine Seele blicken.

Was kostet eine Rückführung?

Je nach Therapeut und Zeitaufwand etwa zwischen 100 und 200 Euro.

Und wie oft macht man normalerweise eine Rückführung?

Man kann es so oft machen, wie man möchte. Die meisten Patienten lassen das allerdings ein- bis zweimal durchführen. Das reicht auch fast immer.

Welche Risiken gibt es?

Wenn die Rückführung professionell durchgeführt wird, gibt es eigentlich keine Risiken. Die Klienten fühlen sich nach einer Sitzung in der Regel immer besser. Wie gesagt sollten Menschen mit psychischen Erkrankungen vorsichtig sein mit Rückführungen.

Aber Hand aufs Herz: Ein Leben nach dem Tod – kann das denn wirklich stimmen?

Einen 100-prozentigen Beweis kann die Methode der Rückführung natürlich nicht erbringen. Für mich ist es aber wahrscheinlich, dass wir mehrere Leben haben. Denn bei den Rückführungen, die ich schon angeleitet habe, sprachen einfach viele Indizien dafür. Kollegen berichteten mir übrigens von ganz ähnlichen Fällen.

Was war das Erstaunlichste, das Sie bei einer Rückführung erlebt haben?

Ich hatte an einem Abend das Buch „Die Reise der Seelen“ gelesen, in dem beschrieben wurde, was Tote nach dem Leben machen. Laut Buch haben sie zum Beispiel das Gefühl, nach Hause zu kommen – zu ihrer Seelenfamilie. Dort blicken sie aufs Leben wie auf einen Schultag zurück, an dem sie gelernt haben. Am nächsten Tag berichtete eine Klientin bei der Rückführung genau von den Szenarien, die im Buch geschildert wurden. Ich war völlig baff. Für mich ein Indiz mehr, dass es wirklich ein Leben nach dem Tod gibt!

Heilpraktiker Wolfgang Schieber (68) führt in seiner Praxis in Hockenheim unter anderem Rückführungen durch. Er hilft seinen Klienten dabei, in ihre früheren Leben zu reisen und dadurch eventuelle Probleme oder Beschwerden aufzulösen. Mehr Informationen unter naturheilpraxisschieber.de.

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