Besser scheitern: Wie du Misserfolg für dich nutzt

Scheitern gehört zum Leben und doch tun wir uns schwer damit. Wie du besser mit Misserfolgen umgehst, verraten wir hier. 

"Aus Fehlern lernt man" oder "Versuch mach klug" – solche Sprüche kennen wir alle und haben sie mit Sicherheit schon mal jemandem mit auf den Weg gegeben oder sie uns selber gesagt. Was sich so leicht dahin sagen lässt, ist in der Realität oftmals viel vertrackter. Was haben wir falsch gemacht, was hätten wir anders machen sollen, wer ist Schuld, wie soll es weitergehen – das sind nur einige Fragen, die uns dann durch den Kopf gehen.

Scheitern bedeutet, dass wir ein bestimmtes Ziel nicht erreicht haben. Das kann alles mögliche sein: ein bestimmtes Projekt, Misserfolg im Job, die Gründung eines Unternehmens, aber auch eine Beziehung oder unser Wunsch der Selbstverwirklichung.

Gescheitert? Darum tun wir uns so schwer damit

Eine Niederlage fühlt sich nun mal sche.... nicht gut an! Erfolge bescheren uns Höhenflüge, stärken uns und bereiten Freude – in einer Leistungsgesellschaft die beste Bestätigung. Beim Scheitern sieht das zweifelsohne anders aus. Scham, Entschuldigungen (suchen), Wegducken gehen oftmals damit einher. Dabei wissen wir eigentlich, dass Scheitern zum Leben gehört, und es ist uns schon bei vielen Dingen passiert: die verpatzte Biologie-Klausur, die misslungene Führerschein-Prüfung oder das Ende einer bedeutenden Freundschaft. Und: Das war es noch lange nicht! Wir werden auf unserem weiteren Lebensweg neue Fehler machen und scheitern – aber auch lernen, wachsen und Dinge besser machen.

Und nun? Der Umgang mit dem Scheitern

Das Spektrum des Scheiterns ist groß: eine Insolvenz ist selbstverständlich ein anderes Kaliber als eine verhauene Klausur.

Scheitern kann ...

  • ... uns zeigen, dass wir etwas oder uns selber über-/unterschätzt haben,
  • ... ein Lernprozess, aber auch
  • ... eine Chance für einen Neuanfang sein.

Oftmals kommen verschiedene Dinge zusammen, auf die wir mal mehr, mal weniger Einfluss haben. War es vielleicht einfach (noch) nicht die richtige Zeit für dieses Geschäftsmodell oder haben wir eine Seite des Geschäfts (durch Unkenntnis) vor die Wand gefahren? Haben wir uns nicht genug Zeit genommen für unseren Partner oder hat derjenige sich einfach neu verliebt?

Was als scheitern gilt, ist häufig sehr individuell, für manche fühlt sich das Ende einer Beziehung wie eine Erleichterung an, ein anderer sieht darin eine Niederlage, die man hätte abwenden können. Doch statt an einem gescheiterten Traum zu verzweifeln, gibt es Mittel und Wege mit solchen umzugehen. Dabei spielt auch unsere Resilienz eine wichtige Rolle, der Grundstein für diese psychische Widerstandskraft wird bereits in der Kindheit gelegt. Diese Fähigkeit hilft uns Krisen und Schicksalsschläge gut zu überstehen. Keine Sorge, Resilienz lässt sich auch später noch erlernen – und vorm Scheitern selber schützt es auch niemanden.

Anzeichen, dass du dich selbst nicht liebst: Eine junge Frau versteckt sich unter ihrem Pulli

Besser scheitern – 6 Tipps

1. Akzeptieren

Manchmal zeichnet sich das Scheitern schon ab, aber wir halten dagegen. Es MUSS ja gutgehen und tun alles, um den Ausgang noch weiter zu verzögern. Sich das Scheitern einzugestehen, ist schmerzlich. Sehr schmerzlich, aber unausweichlich. Du kannst erst mit dem Verarbeiten, Reflektieren und vor allem Weitermachen anfangen, wenn du ein Ende gefunden hast. Das mag ein langer Weg bis dahin sein, aber sei gewiss: auch dieser endet irgendwann.

Man löst keine Probleme, indem man sie auf Eis legt. (Winston Churchill)

2. Du bist nicht allein

Scheitern ist keine Schande, auch wenn es sich für dich vielleicht erstmal so anfühlt. Je nachdem, welchen Lebensbereich es betrifft, wirst du sicherlich Gleichgesinnte finden, bspw. auf Fuckup-Nights berichten Gründer von ihren Pleiten. Aber auch in deinem persönlichen Umfeld bist du nicht alleine, Familie und Freunde sind für dich da, können es aber nur, wenn du deinen Kopf nicht in den Sand steckst. Bei Menschen, die dich runterziehen, solltest du dich fragen, ob du den Kontakt halten möchtest oder ob es sich etwa um Energievampire handelt, auf die du getrost verzichten kannst.

3. Grübeln stoppen

Sich das Misslingen immer und immer wieder vor Augen führen, bringt dir nichts als schlechte Laune und lähmt dich im schlimmsten Fall, Neues zu wagen. Wer glaubt, Fehler vermeiden zu können, hat schon den ersten Fehler begangen. Stoppe den Grübelzwang und lasse los.

4. Das Positive finden

Klingt erstmal höhnisch und doch finden viele Leute nach dem Scheitern etwas Positives in der Geschichte, weil es der Beginn von etwas Neuem war oder ihnen andere Chancen eröffnet hat. Was ist es bei dir?

5. Selbstreflexion nutzen

Beim Scheitern lernen wir viel über uns selber und so können wir noch besser herausfinden, was uns wirklich wichtig ist und wie wir in Zukunft unsere Ziele setzen werden.  

6. Positiv denken

Im Laufe der Jahre machen wir eine Menge Erfahrungen, Niederlagen gehören dazu. Klammere dich nicht daran fest, halte dir deinen Erfolg vor Augen, was du schon alles geschafft hast – dein Scheitern ist nur ein Mosaiksteinchen in deinem Leben.

Sprüche übers Scheitern

Auch andere Menschen erleben Niederlagen und halten damit nicht hinterm Berg. Einige sagen sogar kluge Dinge übers Scheitern, wie diese Beispiele zeigen:

  • "Ich kenne keinen sicheren Weg zum Erfolg, nur einen zum sicheren Misserfolg: es jedem recht machen zu wollen." Platon
  • "Es gibt mehr Leute, die kapitulieren, als solche, die scheitern." Henry Ford
  • "Wer Großes versucht, ist bewundernswert, auch wenn er fällt." Lucius Seneca
  • "Unser größter Ruhm ist nicht, niemals zu fallen, sondern jedes Mal wieder aufzustehen." Konfuzius

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