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Selbstbewusst sein 4 Wege, wie du an dich selbst glaubst – auch wenn es die anderen nicht tun

Selbstbewusst sein: Frau lächelt etwas außerhalb der Kamera zu
© Prostock-studio / Adobe Stock
Es kann so schön sein, wenn unsere Ideen auf positives Feedback stoßen und wir uns bestätigt fühlen. Doch manchmal stoßen wir anstatt auf Zuspruch auf Kritik – und das kann uns unnötig ausbremsen. 

Bei Entscheidungen suchen wir oft nach Lob von den Menschen, die uns nahe sind. Denn die Akzeptanz ist etwas, das uns glücklich machen kann. In einigen Fällen sorgen aber Kritik oder Anmerkungen anderer für Selbstzweifel, die durchaus berechtigt sein können – teilweise aber unser Gehirn zu negativen Gedankenspiralen anregen. Denn andere Menschen machen sich oft Sorgen um unsere nächsten Schritte und diese Sorgen übertragen sich meistens auf uns. Dabei meinen sie ihr Verhalten natürlich nicht böse oder wollen uns Inkompetenz vermitteln, sondern handeln auf diese Art, weil wir ihnen wichtig sind. Trotzdem können uns unbedachte Ratschläge aus der Bahn werfen und zögern lassen. Doch mit diesen Tricks muss es dazu nicht kommen.

1. "Just do it" – mehr Fakt als Theorie

Dieser Tipp lässt sich auf so ziemlich jede Situation anwenden. Egal, ob es sich dabei um eine große oder kleine Veränderung in deinem Leben handelt. Beispielsweise:

  • Du möchtest ein Kind, hast mit deinem:deiner Partner:in schon alles besprochen und ihr seid euch einig, dass ihr das schafft?
    Bei einem "Ich bin schwanger" können Menschen euch weniger sorgenvolle Kritik mit auf den Weg geben als bei einem "Wir wollen ein Kind bekommen". Denn bei der Entscheidung, es zu probieren, gibt es sehr viel mehr Spielraum, um zu zweifeln und Dinge zu überdenken. Beispielsweise mit Fragen wie: 'Habt ihr euch das finanziell gut überlegt?' oder 'Wie soll das in der Wohnung funktionieren?' Natürlich sollte der Zeitpunkt für ein Kind gut überlegt sein, aber im Endeffekt sind die Gedanken darüber, etwas, das ihr unter euch ausmachen könnt und keine Bestätigung von anderen braucht. Denn junge Eltern sind oft wahre Meister darin, sich auf ihren Nachwuchs vorzubereiten. Wer Tipps möchte, kann aktiv auf andere zugehen, anstatt ungefragt Ratschläge zu bekommen.
  • Du planst, alleine zu verreisen, hast dir eine Reiseroute rausgesucht und bist kurz vorm Buchen?
    Erst buchen, dann erzählen! Denn gerade Eltern lieben es oft, uns egal in welchem Alter noch zu fragen, ob wir uns das wirklich gut überlegt haben. Und seien wir mal ehrlich: Uns würde es in ihrer Situation nicht anders gehen. Doch ist der Urlaub eingereicht, der Flug gebucht und steht die erste Unterkunft, dann gibt es nicht mehr viel an den Plänen zu rütteln. Deine Liebsten müssen also akzeptieren, dass es zu dieser Reise kommen wird und du dich von dem Vorhaben nicht abhalten lässt. Allgemeine Bedenken wird es sicherlich trotzdem geben, aber das Vorhaben an sich bleibt.
  • Du möchtest ein Haus oder eine Wohnung kaufen, hast dich über Kredite informiert und bist kurz davor den ersten Immobilienbesuch anzutreten?
    Natürlich ist das ein großer Schritt, aber wenn du für dich entschieden hast, dass du das wirklich willst, dann lass dir nicht Zweifel von anderen einreden. Trete Hausbesuche mit Makler:innen allein oder beispielsweise mit deiner:deinem besten Freund:in an, die dich unterstützt anstatt Kritik an deinen Plänen zu äußern. Wenn du das richtige Haus oder die richtige Wohnung gefunden hast, kannst du immer noch die Karten beim Rest deiner Familie und Freund:innen auf den Tisch legen.

Die Menschen, die unsere Pläne kritisieren, meinen es meistens nur gut. Doch in manchen Fällen bringen ihre Sorgen uns dazu, unsere Entscheidungen ungewollt in die Länge zu ziehen. Das können kleinere Dinge sein, wie der Wunsch ein Instrument zu lernen oder eine neue Sportart – oder größere Dinge, die unser Leben verändern werden. Was unser Freundeskreis und unsere Familienmitglieder oft vergessen, ist, dass wir uns die großen Entscheidungen meistens selbst schon sehr lange überlegt haben. Anstatt bei unserem eigenen Glück, auf die Gedanken anderer zu setzen, kann es deshalb helfen, in uns zu gehen, und Dinge mit uns selbst ausmachen.

2. Klare Ziele statt Unsicherheit

Bei unseren Entscheidungen kann es helfen, nicht mit zögerlichen Worten wie "ich glaube, ich möchte..." anzufangen. Stattdessen sollte eine Aussage wirklich eine Aussage sein. Ein "Ich werde einen Hund adoptieren" hat mehr Kraft als ein zögerlicher Satz. Denn den interpretieren andere oft als einen Hinweis darauf, dass wir Zweifel haben oder uns noch nicht über die Schwierigkeiten, finanziellen Hindernisse oder die Zeit, die ein Tier in Anspruch nimmt, bewusst sind. Schon rieselt es sorgenvolles Feedback, dass uns ausbremsen kann. Denn Sorgen wirken oft ansteckend. Selbst dann, wenn wir uns mit dem Entschluss eigentlich schon sicher waren. Außerdem macht der Ton manchmal tatsächlich die Musik. Wenn deine Stimme am Ende des Satzes den Punkt spricht, also nach unten geht, wirkst du standhafter und sicherer in deiner Entscheidung.

3. Von der Null zur 100

Etwas Neues zu lernen und auszuprobieren macht Spaß, bringt aber auch Fehler mit sich. Statt sich über mögliche kleine Rückschritte sorgen zu machen, lohnt es sich, sie willkommen zu heißen. Denn Versagen gehört auf dem Weg zum Erfolg schlichtweg dazu. Wir vergessen oft, wie viel Zeit andere Dinge, die wir jetzt können beansprucht haben. Beispielsweise lernen wir, zu laufen, obwohl wir ständig hinfallen oder fahren Fahrrad, obwohl das Gleichgewicht uns am Anfang Probleme bereitet. Bei einer neuen Sprache kann es sehr lange dauern, bis wir uns vorstellen können oder die Grammatik sitzt – und bei einer neuen Sportart brauchen wir erst ein Grundgerüst, bis wir beispielsweise stärker oder flexibler sind. Viele Dinge brauchen Zeit – und der Fortschritt ist quasi wie der Ladebalken unseres Lebens. 

Außerdem bremst uns der Gedanke, dass andere schon weiter sind als wir, oft aus. Stattdessen hilft es, sich auf die eigenen Fähigkeiten zu konzentrieren. Was hast du schon gelernt? Woran musst du noch arbeiten? Und: Wie können andere Menschen, die beispielsweise in einem Kurs mit dir sind, dir dabei helfen, weiterzukommen und dich zu entwickeln? Finde Spaß daran, hin und wieder die "Null" in einer Umgebung zu sein, die noch nichts oder nicht viel kann. Lerne und akzeptiere die Schritte, die du gehst und gegangen bist. Egal ob sie nun klein sind oder du vielleicht an einem Tag einen kleinen Sprung nach vorne gemacht hast. Denn jeder Fortschritt bringt uns näher ans Ziel.

4. Finde heraus, was du nicht willst

Oft fällt es uns einfacher, zu sagen, was wir nicht wollen, anstatt zu wissen, was wir wollen. Aus diesem Grund können wir das auch zu unserem Vorteil nutzen. Wenn du nicht weißt, welches neue Hobby du angehen willst, aber aktiv werden möchtest – frage dich: Was will ich nicht machen? Und suche in den Gegensätzen nach den Dingen, die dich interessieren könnten. Eine Liste darüber, was du im Leben nicht möchtest, kann dir Klarheit darüber geben. Schreibe einfach zu den niedergeschriebenen Dingen die Gegenteile auf und beurteile, ob diese Gegensätze vielleicht eher etwas für dich sind. Das ist für deine Entscheidungsfindung ein guter Ansatz und du lernst dich dadurch selbst besser kennen.

Brigitte

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