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Selbstfürsorge 8 Strategien für mehr Wohlbefinden

Selbstfürsorge: Frau geht durch ein Weizenfeld.
© Zolotarevs / Shutterstock
Kümmerst du dich genug um dich? Durch mehr Selbstfürsorge können wir unsere Zufriedenheit und Lebensqualität steigern. Was es dafür braucht, liest du hier.

Selbstfürsorge: Wozu brauche ich sie überhaupt?

Auf andere achten und sich um andere kümmern – das sind die meisten von uns gewohnt. Hilfsbereitschaft und Fürsorge ist für viele von uns selbstverständlich. Allerdings nur, wenn es um unsere Mitmenschen geht. Für eine Freundin hast du immer tröstende Worte und nette Gesten parat. Aber wenn es um uns selbst geht, nörgeln wir eher herum und bestrafen uns selbst. Verdienen wir nicht auch selbst die Fürsorge, die wir anderen schenken? Auf jeden Fall!

Hier kommt die sogenannte Selbstfürsorge ins Spiel. Sie lehrt uns, sich ums eigene körperliche und emotionale Wohlergehen zu kümmern. Frei nach dem Motto: Behandele dich selbst, wie du deine beste Freundin behandeln würdest! Durch mehr Fürsorge für uns stärken wir das eigene Selbstwertgefühl. Und dadurch schützen wir uns effektiv vor Selbstzweifeln und Minderwertigkeitskomplexen, die unserem Wohlbefinden langfristig schaden.

Selbstfürsorge: Ist das nicht zu Ich-bezogen?

Ich soll mich selbst betütteln – ist das nicht ganz schön selbstverliebt? Zugegeben, Selbstfürsorge kann sich am Anfang ganz schön komisch anfühlen. Aber nicht, weil sie falsch ist – wir sind es einfach nicht gewohnt, uns selbst so viel Aufmerksamkeit zu schenken. Andere betüttelst du doch auch, wieso dann nicht dich selbst? Gleiches Recht für alle!

Um diese Haltung zu verinnerlichen, braucht es ein kleines Umdenken. Bei der Selbstfürsorge geht es nicht darum, das eigene Ego über alles andere zu stellen. Wir lernen vielmehr, Selbstverantwortung zu übernehmen, indem wir uns um uns selbst kümmern. Dadurch fordern wir anderen gegenüber weniger, werden ausgeglichener und selbstständiger.

Sieh es doch mal so: Du kümmerst dich um dich, damit du auch für andere besser da sein kannst. Wem können wir schon helfen, wenn die Akkus einfach leer sind? Selbstfürsorge schenkt dir Power, Positivität und Selbstbewusstsein. Davon profitierst nicht nur du, sondern auch deine Mitmenschen.

Strategie 1: Verbessere deine Schlafqualität

Sich um sich selber kümmern – das fängt schon bei den Grundbedürfnissen an, allen voran die Nachtruhe. Wir können uns nicht wohl in unserer Haut fühlen, wenn wir konstant zu spät ins Bett gehen, gerädert aufwachen und uns durch den Tag schleppen. Kümmere dich also um eine gute Schlafqualität, damit du körperlich fit bist und gut in den Tag startest.

Eine erholsame Nachtruhe setzt folgendes voraus:

  • schnell einschlafen
  • tiefes Schlafen ohne Störungen
  • das richtige Kissen wählen
  • eine gute Schlafhygiene
  • auf der optimalen Matratze schlafen
  • die richtige Raumtemperatur wählen (wir sollten weder frieren noch stark schwitzen)

Strategie 2: Plane mehr Ich-Zeit ein

Manchmal kümmern wir uns so sehr um andere, dass wir uns selbst vergessen. Im Alltag sollten wir deshalb darauf achten, nicht zu kurz zu kommen. Und wenn es nur 30 Minuten sind: Nimm dir diese Zeit, um etwas nur für dich zu tun. Du könntest dir ein kleines Beautyprogramm gönnen, Yoga machen, deine Lieblingsserie ohne Ablenkungen gucken oder einem Hobby nachgehen. Diese Ich-Zeit erinnert dich täglich daran, dass dein Wohlbefinden wichtig ist. Und das tut deinem Selbstwertgefühl enorm gut.

Strategie 3: Achte auf deinen Körper

"Wir müssen gut zu unserem Körper sein, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen!" So lautet ein schönes Sprichwort. Sich um sich selber kümmern, bedeutet auch, dass wir für unseren Körper sorgen sollten. Wir können uns zum Beispiel fragen:

  • Bekomme ich genügend Bewegung?
  • Esse ich ausgewogen und nährstoffreich?
  • Trinke ich etwa zwei Liter Wasser am Tag?
  • Komme ich genug an die frische Luft?

Nicht nur unser seelisches Empfinden ist wichtig – auch das körperliche Befinden darf nicht zu kurz kommen. Die absoluten Basics, Ernährung und Sport, sollten wir also nicht vernachlässigen. Dein Body ist dein Motor – sei also gut zu ihm! Positiver Nebeneffekt: Kümmern wir uns mehr um unseren Körper, verbessert sich auch unsere Einstellung zu ihm.

Strategie 4: Nein sagen lernen

Wir stehen mit Rat und Tat zur Seite, wenn die beste Freundin Liebeskummer hat, helfen beim Umzug einer Nachbarin, springen ein, wenn die Kollegin Hilfe braucht. Leider verlieren wir uns manchmal in den Problemen und den Belangen unserer Mitmenschen – und bleiben selbst auf der Strecke. Selbstfürsorge bedeutet auch, das eigene Selbst vor Überforderung zu schützen. Auch, wenn es schwerfällt – Nein sagen gehört dazu! Sonst hast du am Ende des Tages keine Zeit und keine Kraft mehr, um dich um dich selbst zu kümmern. Wir brauchen nicht nur Mitgefühl für andere, sondern auch für unsere eigene Situation.

Übrigens: Hier haben wir dir verraten, wie du Nein sagen lernen kannst.

Strategie 5: Bewahre eine gute Work-Life Balance

Manchmal verlieren wir uns so sehr in unseren Arbeitszielen, dass wir unsere Freizeit viel zu kurz kommen lassen. Bis spät abends arbeiten und früh morgens aufstehen – das verändert auf Dauer dein Gemüt. Wir kämpfen dann mit Müdigkeit, Trägheit und fühlen uns unausgeglichen. Deshalb müssen wir dringend auf eine gute Work-Life-Balance achten. Auch wenn wir in einer leistungsorientierten Gesellschaft leben, die uns ständig auf Trab hält: Wir leben nicht nur für die Arbeit! Achte auf genug Regenerationsphasen, der konstante Arbeitsdruck kann dich sonst in einen Burnout hinein katapultieren.

  • Arbeitest du zu viel? Mit folgenden Tipps kannst du gegensteuern:
  • achte darauf, dass du Freunde, Familie und Bekannte regelmäßig triffst
  • schaffe kleine Ruhepole im Alltag: lesen, meditieren, Podcasts hören
  • plane (kleine) Urlaubstrips
  • nimm dir bewusst Zeit, um gesunde Gerichte zuzubereiten

Schon davon gehört? Neuere Konzepte halten das sogenannte Work-Life-Blending für noch relevanter, als die klassische Work-Life-Balance.

Strategie 6: Trainiere deinen Selbstwert

Mit einem soliden Selbstwertgefühl fällt die tägliche Selbstfürsorge-Dosis viel leichter. Dann schämen wir uns nicht mehr, Zeit für uns selbst einzuplanen. Im Gegenteil: Wir feiern die Minuten, in denen wir für uns einstehen.

Dein Selbstwertgefühl kannst du schrittweise aufbauen, indem du jeden Tag etwas tust, was in dir gute Gefühle hervorruft. Manche schreiben vielleicht ein Dankbarkeitstagebuch, in dem wir Positivität gezielt trainieren können. Andere hören einen Podcast, der inspiriert und motiviert. Was auch immer es ist: Trainiere, gut zu dir zu sein und Selbstfürsorge wird dir von Tag zu Tag leichter fallen.

Strategie 7: Öffne dich

Ein wichtiges menschliches Bedürfnis ist der Wunsch nach Austausch mit anderen. Zwischenmenschliche Interaktionen sollten bei deinem Selbstfürsorge-Programm also nicht zu kurz kommen. Wir sind nicht dafür gemacht, mutterseelenallein durchs Leben zu gehen. Wir brauchen Unterstützer, denen wir uns öffnen können, damit wir die Hürden des Lebens nicht ganz alleine meistern müssen. Selbstfürsorge beinhaltet auch, dass wir uns darum kümmern, Fürsorge von anderen Menschen zu bekommen. Denn dann fühlen wir uns gesehen und wertgeschätzt.

Manchmal ergibt es sich im Leben, dass Freunde wegziehen und die Beziehung endet – dann fühlt man sich plötzlich sehr alleine. Aber auch in diesen Situationen kannst du dem Bedürfnis nach Empathie und Fürsorge nachkommen. Werde dafür selbst aktiv – suche zum Beispiel online nach Gleichgesinnten, die dir das Gefühl von Kameradschaft und Support vermitteln.

Strategie 8: Schaffe eine schöne Umgebung

Ist es nicht ein schönes Gefühl, in einem Zuhause zu wohnen, indem man sich wirklich wohl fühlt? Morgens aufstehen und ins Chaos tappen – das ist definitiv nicht so angenehm und macht keine gute Laune. Du hast das Recht in einem schönen trauten Heim zu wohnen – sei es die Penthouse-Wohnung oder ein hübsches WG-Zimmer. Mach dir deine Umgebung schön: dekoriere sie, gestalte sie ganz nach deinem Geschmack, verleihe ihr einen Hauch Individualität. Das kann ein echter Glücksbooster sein, der sich positiv auf dein Wohlbefinden auswirkt.

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