Selbstliebe lernen: 6 praktische Tipps

Selbstliebe lernen – kann man das überhaupt? Klar kann man! Und meistens muss man sogar. Wir verraten, warum, und geben ein paar hilfreiche Tipps, wie's geht.

Warum müssen wir Selbstliebe lernen?

In einer idealen Welt wüssten wir alle, dass jeder Mensch – inklusive uns selbst – gleichermaßen wertvoll und liebenswert ist, unabhängig von

  • seiner Leistung,
  • seinem Aussehen und
  • seiner Steuerklasse.

Beziehungsweise, wir wüssten es nicht nur, sondern würden es auch fühlen und leben.

Doch in der Realität machen wir in der Vorschule das erste Mal die Erfahrung, dass zu den Beliebten nur gehört, wer die richtigen Klamotten anhat. Und spätestens mit Beginn der Zensurenvergabe in der Schule lernen wir, uns und andere auf eine Weise zu messen und zu bewerten, die mit bedingungsloser Selbstliebe ungefähr so viel zu tun hat wie Dosenravioli mit original italienischer Pasta.

Soll heißen: Auch wenn unsere Eltern uns alle nötigen Grundlagen für ein stabiles Selbstwertgefühl mitgeben, ist es in einer leistungsorientierten Gesellschaft einfach schwer Selbstakzeptanz zu entwickeln (und Zensuren in der Schule sind da nur ein Instrument von vielen – Stichwort Photoshop, Instagram, Cover-Girls).

Problem: Es gilt zugleich das ungeschriebene Gesetz, dass jeder (gesunde, erwachsene Mensch) selbst dafür verantwortlich ist, dafür Sorge zu tragen, dass es ihm gut geht. Und diesen Job kannst du nun mal nur erfolgreich erledigen, wenn du dich selbst liebst.

Davon abgesehen ist es natürlich in unserem eigenen Interesse, uns selbst zu lieben, denn nur dann können wir glücklich werden, Mitgefühl empfinden, Beziehungen eingehen und uns entfalten. 

Deshalb ist es quasi unsere doppelte Pflicht, Selbstachtung zu entwickeln, sowohl aus sozialer als auch individueller Sicht.

Warum können wir Selbstliebe lernen?

Im Unterschied zu Gefühlen wie Wut, Ekel oder Angst, die meist ziemlich spontan auftreten, ist Eigenliebe eher ein lebensbegleitendes Grundgefühl. Eine Einstellung und Haltung, auf die wir Einfluss nehmen und uns durch Übung aneignen können. 

Deshalb ist Selbstliebe lernen ein Prozess, den wir absichtlich in Gang setzen, und nichts, was uns einfach passiert – nicht einmal, wenn wir endlich den tollen Po haben, für den wir uns immer ins Fitnessstudio quälen oder wenn auf der Waage unser Wunschgewicht steht. 

Wie können wir Selbstliebe lernen?

Natürlich können wir zum Selbstliebe lernen keinen Kurs an der Abendschule belegen, sondern müssen es irgendwie in unser tägliches Doing einfließen lassen. Dabei haben wir grundsätzlich drei große Felder zu beackern, und zwar:

  • Unsere Wahrnehmung
  • Den Umgang mit unseren Gefühlen
  • Unsere Gewohnheiten/ unser Handeln

Eine Reihenfolge oder ein Plan in drei Schritten lässt sich dabei nicht wirklich festlegen, schließlich hängen die drei Dinge miteinander zusammen und gehen Hand in Hand. Trotzdem kann es nicht schaden und manchmal sogar hilfreich sein, diese Aufteilung grundsätzlich im Hinterkopf zu haben, gerade bei der Umsetzung konkreter Tipps und Übungen für mehr Selbstvertrauen. Und die behandeln wir jetzt! 

Selbstliebe lernen: Die besten Tipps  

1. Behandle dich selbst wie deinen besten Freund.

In gewisser Weise ist das die oberste, wichtigste und zugleich auch einfachste Regel beim Selbstliebe lernen. Da sie aber so viel impliziert, wollen wir dir noch drei Beispiele an die Hand geben:

  • Wenn deine Freundin einen schlechten Tag hat, tröstest du sie und verlangst nicht von ihr, sich zusammen zu reißen.
  • Wenn sie einen Fehler gemacht hat, zeigst du Verständnis und machst sie deswegen nicht fertig.
  • Wenn sie unzufrieden mit sich ist, versuchst du, ihr ihre Stärken vor Augen zu führen und reitest nicht noch auf den Ursachen ihrer Unzufriedenheit rum. 

2. Finde jeden Tag etwas, mit dem du zufrieden bist.

Egal, ob du irgendwas geschafft oder erreicht hast, ob deine Haare den ganzen Tag gut lagen oder ob dein Mittagessen super lecker war – irgendeine Kleinigkeit wirst du schon finden. Und dann schreib sie dir auf oder mache sie dir zumindest einmal kurz bewusst. So lernst du, das Positive wahrzunehmen – an dir und in deinem Leben. 

3. Tu dir etwas Gutes.

Gönn dir eine Pause, nimm dir Zeit für Sport oder sonst etwas Gesundes, das deinem Körper und Geist gut tut, oder probier's doch mal mit Masturdating. Es ist schließlich deine Aufgabe, dass du gut mit dir umgehst und dich gut behandelst. Dazu gehört auch mal, einfach nur zu tun, was du willst.

4. Vertritt deine Wünsche und Interessen gegenüber anderen.

Niemand kann deine Gedanken lesen. Dein Umfeld ist darauf angewiesen, dass du ihm sagst, was in dir vorgeht. Nein sagen oder um Hilfe bitten ist kein Egoismus, jedenfalls kein negativer. Im Gegenteil! Mit klaren, ehrlichen Ansagen erleichterst du anderen den Umgang mit dir (und eine Traumfrau wirst du so auch). 

5. Freu dich über Glück und Erfolg.

Sei stolz auf dich und das, was du tust, und wenn's Glück war – freu dich drüber! Du verdienst es genau wie jeder andere. Sich selbst mal auf die Schulter zu klopfen oder zu feiern, hat nichts mit Eingebildetsein oder Selbstverliebtheit zu tun. Jeder braucht Bestätigung und Affirmationen, auch von sich selbst!

6. Vergleich dich nicht mit anderen.

Fang am besten damit an, allen bei Instagram zu entfolgen, deren Posts dir ein ungutes Gefühl geben oder ein schlechtes Gewissen machen. Weil sie so tolle Reisen machen, in so fancy Restaurants gehen oder so einen top trainierten Körper haben. Erstens zeigen sie dir ihr Leben nur durch ein winziges Fenster, zweitens stehst in deinem Leben nun mal du im Mittelpunkt – und darum solltest du erstmal lernen, dich für dich selbst zu interessieren, bevor du auf die anderen schaust.

 

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