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Persönlichkeit Drei Frauen und ihre Wege zu mehr Selbstvertrauen

Selbstvertrauen ist nicht jedem in die Wiege gelegt
Selbstvertrauen ist nicht jedem in die Wiege gelegt
© Shutterstock
Was tun Frauen, um mehr Selbstvertrauen zu erlangen? Wie können wir andere unterstützen? Diese drei Powerfrauen erzählen von ihren ganz persönlichen Wegen zu mehr Selbstbewusstsein.

Gegenseitige Unterstützung, lange Gespräche über Visionen und Vorbilder, aber auch der Blick ins tiefe Innere – Wege zu mehr Selbstvertrauen gibt es viele. Wir haben mit drei Frauen gesprochen, wie sie ganz persönlich selbstbewusst würden, welche Hürden sich in den Weg stellten und was sind die Grundpfeiler ihres Glaubens an sich selbst geworden sind.

Ein Tagebuch und lautes Selbstmarketing

Tijen Onaran, Gründerin und Geschäftsführerin von Global Digital Women

Tijen Onaran
Tijen Onaran
© Urban Zintel

Selbstbewusstsein fiel mir nicht immer leicht. Ich bin definitiv nicht auf die Welt gekommen und habe Visitenkarten von mir verteilt. Glücklicherweise wurde ich auch oft ins kalte Wasser geschmissen und hatte starke Frauen als Chefinnen, die zu mir gesagt haben: 'Wenn du dir das nicht zutraust, trauen wir es dir jetzt zu.' Das hat mir immer geholfen, zudem eine gute Portion jugendliche Naivität. Mir hat es ungemein geholfen, dass ich mir ganz aktiv Mentoren gesucht habe. Ich habe mich umgeschaut, welche Menschen ich bewundere und wer meine Vorbilder sind und dann geschaut habe, wer Lust hat, sich ab und an mit mir zu treffen. Das sind dann auch genau die Menschen, die mir bei Rückschlägen beiseite stehen, mich aufbauen und sagen: 'Es geht weiter!' 

Mein wichtigstes Ritual für dauerhaftes Selbstbewusstsein ist, dass ich eine Art Tagebuch führe. Und wenn ich mal einen schlechten Tag habe oder einen Schub Selbstvertrauen brauche, lese ich mir das durch. Des Weiteren finde ich es super wichtig, über seine Erfolge zu sprechen. Ja, ich bin dankbar, aber ich bin dort wo ich bin, weil ich gut bin und weil ich hart gearbeitet habe. Und darauf kann man stolz sein und dazu sollte man ganz offen stehen."

Aus vermeintlichen Makeln Stärken machen

Nane Meyer, Head of Beauty & Fashion bei Brigitte Online

Nane Meyer
Nane Meyer
© Ilja Gaus-Gerbeth

"Selbstvertrauen, das habe ich gelernt, kommt nicht zwangsläufig einfach von alleine. Ich habe durch den Tod geliebter Menschen schon als Kind eine starke Verlustangst entwickelt. Die Tatsache, dass ich schon in der Grundschule vielen Mitschülern sprichwörtlich auf den Kopf spucken konnte und äußerlich nie gängigen "Normen" entsprach, hat mein Selbstvertrauen in den Teenagerjahren zusätzlich belastet. Doch ich habe gelernt, diesen vermeintlichen Makel ins Gegenteil zu verkehren. Meine Größe, weiblichen Kurven und markante Frisur sind heute meine Markenzeichen und schaffen einen hohen Wiedererkennungswert, den ich für mich zu nutzen weiß. Ich umgebe mich nur noch mit Menschen, die mir gut tun, und streiche konsequent faule Freundschaften oder Boshaftigkeiten aus meinem Leben. Das musste ich lernen, aber die Erfahrung zeigt, dass dieser Akt der Selbstliebe ganz entscheidend zu meinem Glück beiträgt. Jede Erfahrung, ganz gleich, ob positiv oder negativ, formt uns und unsere Mitmenschen. Man muss mutig sein, sich ihnen stellen, und dann wächst das Selbstvertrauen nach und nach immer weiter an."

Geheimrezept: Der Sprung ins kalte Wasser

Katja Urbatsch, Gründerin und Geschäftsführerin von Arbeiterkind.de

Katja Urbatsch
Katja Urbatsch
© Arbeiterkind.de

"Als erstes Mitglied meiner Familie mit Universitätsabschluss war mein Weg nicht immer stringent vorgezeichnet. Mich haben Erfolgserlebnisse, aber auch Momente des Scheiterns und die Art, wie ich damit umgegangen bin, sehr geprägt. Ich habe mit der Unterstützung meines Umfelds Potenziale aufgedeckt und genutzt, aber auch vermeintliche Niederlagen umzudeuten gelernt. Wenn andere an dich glauben, bestärkt das das Selbstvertrauen ungemein. Dieser oft zitierte Sprung ins kalte Wasser, also einfach mal allen Mut zusammen nehmen und darauf vertrauen, dass es schon klappen wird, zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Manchmal wird man auch geschubst, durch den Rückhalt der Freunde oder Familie, und merkt dann: 'Hey, ich kann ja schwimmen!' Wenn ich heute zurückblicke auf die letzten Jahre, dann führe ich mir immer wieder diese Erfolge vor Augen und bin stolz und glücklich. Das ist mein Trick, um das Selbstvertrauen immer wieder neu zu beflügeln."

Brigitte