Selbstversuch mit Krabbel-Alarm! Kann man seine Spinnenangst überwinden?

Jede dritte Frau hat Angst vor Spinnen – du auch? Die BRIGITTE.de-Redakteurinnen Anna und Saskia haben ein Konfrontationsseminar ausprobiert. Wir verraten euch, ob es geholfen hat.

Konfrontatiostherapie bei Spinnenangst: Frau mit Spinne auf der Hand
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"Schatz, wo ist denn mein Koffer?" – "Im Keller!". Urgs. Ein Satz, der eine Spinnenphobikerin Angst und Bange werden lässt. So ein Keller ist gruseliger als jeder Horrorfilm. Nicht, weil er dunkel ist. Auch nicht, weil er dreckig ist. Nein, einfach nur, weil sich dort der Feind aller Feinde, das ultimative Grauen, der Endgegner befindet: die Spinne. Oder besser gesagt, ganz schön viele von ihnen. Und klar, da gibt es kein langes Überlegen: Der Keller ist Sperrgebiet, da geh ich nicht rein. Niemals – nicht mal unter Drohung. Ob ich verrückt bin? Geht so. Zumindest fühlt sich ungefähr jede dritte Frau unwohl bei dem Gedanken, einen Fuß in den Keller zu setzen. 

So auch meine Kollegin Saskia. Ich war heilfroh, eine Verbündete zu haben, denn unser Büro liegt am Hamburger Hafen. Ganz viel Wasser und ganz viele Geländer. Dass das eine entsetzliche Kombi ist, muss ich Spinnenphobikern nicht sagen. Auf dem Arbeitsweg müssen wir regelmäßig Spinnen ausweichen, die sich von oben herabseilen oder auch mal mit dem Wind durch die Luft fliegen. Als ich mir einmal ein großes Exemplar (auf meiner Handtasche) mit in die U-Bahn nahm und dort einen Schreianfall bekam, hatte ich die Nase voll. Ich musste etwas tun. Ich war genervt von meiner Angst!

Konfrontationstherapie gegen Spinnenangst – hilft das wirklich?

Saskia und ich hatten zwar riesige Angst – dennoch entschieden wir uns für die Dschungel-Prüfung unter den Therapien: die Konfrontation. Mhm ... eine Spinne auf die Hand nehmen – und dann auch noch eine Vogelspinne? Niemals, dachten wir. Aber wir sollten über uns hinauswachsen ...

Wir fuhren nach Güster (Schleswig-Holstein) in die Filmtierzentrale zu Tiertrainer Holger Kirk und seiner Frau Inga. Die beiden sind riesige Tier-Fans und versuchten uns zu vermitteln, dass Spinnen im Grunde ganz coole Tierchen sind. Wir waren natürlich ziemlich aufgeregt, weil wir nicht wussten, was passiert. Und dann ging es los.

Wie ist eine Konfrontationstherapie aufgebaut?

Schritt 1: Spinne zeichnen & Spinnenbilder ansehen

Holger ließ uns eine Spinne malen. Und siehe da: So unfreundlich sah der Feind auf unseren Zeichnungen gar nicht aus. Zum Abgleich zeigte uns Holger ein Spinnenbuch mit überdimensionalen Zeichnungen von Spinnen. Sie gruselten uns schon – aber was sich nicht bewegte, machte uns auch keine Angst. Im Gegenteil: Es war sehr interessant, zu sehen, wie eine Spinne anatomisch aufgebaut war und was sie für Besonderheiten hat.

Schritt 2: Mit Spielzeug-Spinnen spielen

Ganz ehrlich: Die Plüsch- und Gummispinnen haben uns nicht wirklich Angst eingejagt. Allerdings mussten wir schon ein bisschen Quieken, wenn Holger die Spinnen wie ein echtes Exemplar bewegt hat. Uns war schnell klar: Die spinnentypische Bewegung ist das, was uns Angst einjagt.

Schritt 3: Die gehäutete Vogelspinne ansehen

Okay, jetzt wurde es ernst. Holger zeigte uns die Hülle einer gehäuteten Vogelspinne – und das war schon wirklich eklig. Vor allem, wenn er sie auch noch mit der Hand bewegt hat. Doch die Eskalationsstufe war hier noch nicht erreicht.

Schritt 4: Die echte Vogelspinne kommt

Kreisch! Hilfe! OMG! Holger holte eine Vogelspinne: Eine echte, die sich bewegte. Sie hieß Cosima. "Ich bin ein Star – holt mich hier raus" ließ grüßen – Saskia und ich saßen in einer Dschungel-Prüfung, nur dass wir keine Sterne holen mussten. Zuerst sahen wir die Spinne, die sich zum Glück nicht viel bewegt hat, einfach nur an. Irgendwann waren wir soweit, dass wir sie über einen Finger – später über die Hand liefen ließen. Und dann ... nach einer Weile ...nahmen wir sie sogar ganz auf die Hand.

Holger musste natürlich immer aufpassen, wo sie hinkrabbelte. Mir huschte ehrlich gesagt immer wieder Gänsehaut über den Nacken, aber so schlimm, wie ich es mir ausgemalt hatte, war es gar nicht. Solange Holger aufpasste, war alles ok. Und: Ich war zu diesem Zeitpunkt schon meeeega stolz auf mich.

Schritt 6: Die Hausspinne fangen

Viele denken: Große Spinne = große Angst. Aber falsch gedacht. Der wirklich Feind ist nicht die Vogelspinne (die man by the way ja auch niemals in der Wohnung oder im Keller antreffen würde). Nein, die wirklich fiese Spinne ist die schnelle Hausspinne. In dem Fall hatte Holger eine Hauswinkelspinne gefangen. Eine richtig dicke, schnelle Spinne! Und was soll ich sagen – die Eskalationsstufe war erreicht. Vogelspinne hin oder her: Jetzt ging’s ans Eingemachte. Saskia und ich waren ziemlich ängstlich, aber durch die vorangegangene, schrittweise Heranführung etwas abgestumpfter. 

Zuerst sollten wir die Spinne nur in einem Glas berühren. Saskia sagte sofort: "Nein, das mach' ich nicht." Aber was soll ich sagen: Sie machte es – genau wie ich. Wir waren Heldinnen. Richtig schlimm wurde es dann, als Holger sie fei auf dem Tisch krabbeln ließ und wir sie mit dem Glas einfangen sollten. Unter panischem Gezappel und Gequieke haben wir es tatsächlich geschafft – und uns dafür ziemlich abgefeiert. Die Krönung war, als wir die schnelle Spinne noch auf die Hand nahmen und versuchten, sie unter Kontrolle zu bringen. Hätte uns DAS jemand vorher gesagt, wir hätten ihm einen Vogel gezeigt.

Spinnenkonfrontation – was hat es gebracht?

Viel! Wir hätten niemals gedacht, überhaupt in der Lage zu sein, eine Spinne auf die Hand zu nehmen. Aber siehe da: Es hat geklappt – und danach haben wir uns wie echte Sieger gefühlt. Das Erfolgsrezept lautet: sich schrittweise dem Feind nähern und dann so lange mit ihm beschäftigen, bis es "langweilig" wird. Bis das zutrifft, hätten wir zwar noch ein paar Stunden gebraucht, aber der Grundstein war gelegt. Danke, Holger und Inga! Jetzt heißt es: zu Hause üben. Sich in den Keller begeben, Spinnen in der Wohnung mit einem Glas fangen und auch mal Zelten gehen. Je öfter wir uns mit Spinnen beschäftigen, desto weniger Angst werden wir haben. Tun wir das nicht – und das hat auch Holger ganz klar gesagt – kann die Angst zurückkommen. Und das wäre ja zu schade ...

Wie Saskia und ich uns geschlagen haben, seht ihr oben im Video!

Eine Stunde Spinnen-Seminar kostet übrigens 70 Euro. Weitere Infos findet ihr unter www.spinnen-angst.de.

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