In Würde sterben: Brittany Maynard ist tot

Brittany Maynard war unheilbar an Krebs erkrankt und wollte in Würde sterben - am 1. November hat sie sich das Leben genommen. Ihr Fall hat die Diskussion um Sterbehilfe neu entfacht.

"Die Welt ist ein wunderschöner Ort, Reisen sind meine größten Lehrer gewesen, meine engen Freunde und Eltern sind die größten Geber." Das sind die letzten öffentlichen Worte der Amerikanerin Brittany Maynard auf Facebook. Am 1. November hat sich die 29-Jährige das Leben genommen. Sie hatte ihren Tod angekündigt und damit die Diskussion um Sterbehilfe neu entfacht.

Brittany Maynard ging Anfang 2014 wegen Kopfschmerzen zum Arzt und bekam die Diagnose Gehirntumor. Eine Operation brachte keinen Erfolg, Anfang April erfuhr sie, dass sie noch höchstens sechs Monate zu leben hätte.

Die 29-Jährige war frisch verheiratet und wollte eine Familie gründen. Ihre Familie hoffte noch auf ein Wunder, doch für Brittany Maynard war schnell klar, wie sie den Rest ihres Lebens verbringen wollte. Selbstbestimmt.

Die restliche Zeit wollte sie nutzen, um zu reisen und ihre Familie um sich zu haben. Und dann zu gehen, wenn sie sich noch in Würde verabschieden konnte. Sie wusste, dass bei ihrer Krankheit der Tod sehr schmerzhaft sein würde. Um die nötigen Medikamente zu bekommen, zog sie mit ihrer Familie von Kalifornien nach Oregon, wo Sterbehilfe erlaubt ist.

Aber es ging ihr nicht nur um sich selbst. Sie postete ein Video, in dem sie ihren Schritt erklärte, gestaltete eine eigene Website und unterstützte die Organisation "Compassion & Choices" ("Mitgefühl und Wahlmöglichkeiten"), die sich dafür einsetzt, dass Sterbehilfe in mehr amerikanischen Bundesstaaten erlaubt wird.

Ihre Entscheidung wurde respektiert, aber auch angefeindet. Kurz vor dem 1. November, den sie sich für ihren Abschiedstag ausgesucht hatte, bekam sie doch noch Zweifel an ihrem Entschluss. Ein Sprecher der Organisation "Compassion & Choices" bestätigte jedoch, dass Brittany Maynard am 1. November ihr Leben beendet hat - im Kreis ihrer Familie, so wie sie es sich gewünscht hatte.

Das Video, mit dem Brittany Maynard an die Öffentlichkeit ging

Sie kämpfen mit Suizid-Gedanken? Nehmen Sie diese ernst und lassen Sie sich helfen. Die Telefonseelsorge ist eine Anlaufstelle, die Sie telefonisch unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 berät oder per Mail.

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