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STOP-Regel So triffst du bessere Entscheidungen – besonders bei Stress!

STOP-Regel: Eine Frau steht vor einer Entscheidung
© AmySachar / Shutterstock
Je stressiger eine Situation, umso schlechter die Entscheidungen, die du triffst? Dann solltest du dringend mal die STOP-Regel ausprobieren!

Wer kann das bestätigen: Am besten funktionieren wir, wenn wir entspannt sind und uns auf eine Sache konzentrieren können. Füße hoch, Tässchen Tee vor der Nase, Handy irgendwo in einem Paralleluniversum und alles ist easy. In solchen Situationen haben wir oft die besten Ideen und treffen exzellente Entscheidungen. Stehen wir dagegen unter Druck – kriegen hier eine E-Mail, hören da unsere Tochter rufen und sehen oben rechts im Monitor auch noch die Uhr gefühlt immer schneller laufen – ist es schon schwieriger, den Durchblick zu behalten und besonnen zu entscheiden. Zu blöd, dass Letzteres im Alltag leider sehr viel häufiger vorkommt als Variante Müßiggang! Aber wie gut, dass es eine Lösung für das Problem gibt: Die STOP-Regel.

Wie funktioniert die STOP-Regel?

Die STOP-Regel ist eine Methode, mit der wir uns gezielt aus einer (stressigen) Situation lösen können, um unsere Gedanken zu sortieren. Entwickelt hat sie der Autor und Berater Timothy Gallwey bereits in den Siebzigern, doch offenbar ist sie bis heute im Coaching-Bereich populär. Business-Coach und "allesimfluss"-Verlagsgründer Frank Pyko erklärt etwa gegenüber dem Manager-Magazin "Impulse" den Zweck der Strategie so: "Sinn eines STOPs ist zu erkennen, was wirklich wichtig ist. Das ermöglicht bessere Entscheidungen." Und das glauben wir sofort! 

Folgende vier Schritte gehören zu einem STOP und sollen uns also dabei helfen, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden:

1. S – Step back 

In Stresssituationen neigen wir dazu, blind zu agieren und "einfach irgendwie" zu machen. Diesem Impuls müssen wir mit dem ersten Schritt eines STOPs erst einmal entgegenwirken – indem wir gezielt innehalten, also sämtliche Tätigkeiten einstellen, uns in unserer Vorstellung zurücklehnen, durchatmen und am besten in Gedanken einmal aus der aktuellen Situation entfernen und vielleicht an etwas anderes denken.

2. T – Think

Im zweiten Schritt kehren wir gedanklich wieder zurück zur aktuellen Situation und analysieren sie, indem wir mit uns selbst in einen Dialog treten. Folgende Fragen können bei diesem Schritt hilfreich sein:

  • Was passiert gerade?
  • Was steht an?
  • Wie geht es mir psychisch und körperlich?
  • Was will ich wirklich?
  • Was ist das Beste oder das Schlimmste, das passieren kann?
  • Oder: Was sind jetzt die drei wichtigsten Fragen für mich?

3. O – Organize your thoughts and options

Schritt drei ist dazu da, unsere Gedanken zu sortieren und Entscheidungsoptionen abzuwägen. Dabei können Fragen helfen wie:

  • Welche Alternativen habe ich?
  • Wo liegen meine Prioritäten – und wo sollten sie liegen?
  • Was bräuchte ich, um besser entscheiden zu können?
  • Worauf kann ich verzichten?

Dieser Schritt sollte uns eine grobe Idee davon vermitteln, was als nächstes zu tun ist – denn ... 

4. P – Proceed

... nun sind wir bereits beim Ende des STOPs angelangt: Dem Weitermachen. Jetzt sollten wir das, was wir bei S abgebrochen hatten, wieder aufnehmen und besonnen fortfahren können. 

Wie praktikabel ist die STOP-Regel im Alltag?

Zugegeben: So einen STOP einzulegen, wenn's gerade mal wieder an fünf verschiedenen Ecken brennt, klingt zunächst vielleicht nach einem Ding der Unmöglichkeit. Doch tatsächlich wäre es oft sinnvoll und hilfreich, wenn wir es täten – schließlich funktionieren wir meistens tatsächlich besser, zurückgelehnt und mit den Füßen auf dem Tisch, und selten brennt es wirklich an fünf Ecken gleichzeitig, sondern nur in unserer Wahrnehmung. Je nach Situation reichen manchmal schon 30 Sekunden, um einen neuen Blick auf die Lage zu finden und sich innerlich zu entspannen, doch auch mehr Zeit zu investieren, lohnt sich so gut wie immer.   

Um die STOP-Regel in den Alltag zu integrieren, macht es Sinn, sich anfangs gezielt vorzunehmen, sie regelmäßig anzuwenden – z. B. dreimal die Woche – und sich hinterher zu notieren, wie es geklappt hat. Auf diese Weise gewöhnen wir unser Gehirn daran, den Prozess in stressigen Situationen zu starten, nach einer Weile machen wir es dann automatisch. Und wer jetzt noch unschlüssig ist, was er davon hält: Eine gute Gelegenheit für den ersten STOP! 😉


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