Warum wir keine schlechten Menschen sind, wenn wir tratschen

"Von mir hast du es nicht, aber ..." Kennt ihr das? Ein wunderschöner Anfangssatz für Klatsch und Tratsch. Warum man sich deswegen nicht schlecht fühlen muss, erklärt eine Studie.

Zugegeben - Klatsch hat einen schlechten Ruf. Moralisch gesehen sei es gemein, über andere herzuziehen, ohne diese mit einzubeziehen. Außerdem soll er vor allem das Ego des Tratschenden vergrößern und das des anderen schmälern. So weit, so negativ. Richtig ist aber auch, dass wir trotzdem unglaublich gern lästern und tratschen. Sind wir also schlechte Menschen?

Keine Sorge, sagt der amerikanische Psychologe Robin Dunbar, der eine Abhandlung über Klatsch an der Harvard Universität veröffentlicht hat ("Grooming, Gossip, and the Evolution of Language"). Klatschen sei keine Charakterschwäche, sondern sogar eine Stärke! Menschen, die nicht gut tratschen könnten, hätten Schwierigkeiten, Freundschaften und Beziehungen einzugehen.

Dunbar belegt diese Theorie damit, dass für die frühen Menschen Klatsch und Tratsch überlebenswichtig gewesen sei. In der Zeit, als die Menschen noch in Kleinverbänden in Höhlen lebten und es außerhalb viele Gefahren gab, waren sie gezwungen herauszufinden, wem sie vertrauen konnten. Durch Klatsch, Tratsch und Manipulation konnte sie sich testen und somit die anderen näher an sich binden.

Nun leben wir heute nicht mehr in Höhlen, aber das Prinzip funktioniert weiterhin. Klatsch und Tratsch sind Geheimnisse, die wir mit anderen teilen. Dadurch signalisieren wir, dass wir dem anderen vertrauen - und binden ihn stärker an uns.

Im Alltag heißt das, dass wer beim Büro-Klatsch nicht dabei ist, dem vertraut die Gruppe nicht. Und ehrlich, da sind wir doch lieber dabei. Aber pssst, diese Info bleibt unter uns, okay?

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