Nägelkauen? Haare eindrehen? Was wirklich dahinter steckt!

Ihr glaubt, diese Ticks seien nur Ausdruck von Nervosität? Weit gefehlt. Ein Wissenschaftler erklärt die Bedeutung.

Vor allem Perfektionisten neigen zu Ticks

Es gilt als unsouverän und signalisiert anderen oft: Ich bin nervös. Nägelkauen, Haare eindrehen oder sich im Gesicht kratzen.

Der Wissenschaftler Kieron O'Connor, Professor für Psychologie an der Universität Montreal in Kanada, hat diese Ticks erforscht und resümiert: Vor allem Perfektionisten neigen zu diesem Verhalten.

In einer Studie mit 48 Teilnehmern hat er Nägelkauer und Haarzwirbler sowie Probanden ohne diese Ticks in vier verschiedenen Situationen beobachtet: bei Langeweile, Entspannung, Stress und Frustration. Dabei hat er festgestellt, dass die Nägelkauer vor allem bei Stress und Frust auf ihre Ticks ausweichen.
O'Connor folgert daraus: "Diesen Menschen fällt es schwer, zu entspannen oder eine Aufgabe in einer normalen Geschwindigkeit zu erledigen. Sie sind schneller frustriert, ungeduldig und unbefriedigt, wenn sie ihre Ziele nicht erreichen. Außerdem sind sie leicht gelangweilt."

Der Wissenschaftler sagt, dass Angewohnheiten wie Nägelkauen nicht grundsätzlich schlecht seien. Sie würden einfach die Energie ableiten, die ein solcher Mensch bei Frust oder Stress bilden würde.

Was, wenn ein Mensch unter seinen Ticks leidet?

Kieron O'Connor rät den Menschen nicht, den Tick durch etwas anderes zu ersetzen. Er empfiehlt, mit einem Therapeuten zu erarbeiten, warum der eigene Perfektionismus so viel Druck auslöst.

Welche Glaubenssätze steckten dahinter und wie könnten diese umgewandelt werden? Nur die Bearbeitung dieser Fragen könne zu einer Verhaltensänderung führen. Die besten Tipps und Tricks gegen das Nägelkauen findet ihr hier.

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