Deshalb ist es so wichtig, sich seine Träume vor Augen zu halten

Memo an mein früheres ich: Träum immer weiter, egal, was kommt. Vor allem höre nicht auf die Neinsager!

Um es gleich zu sagen: Ich hab nicht davon geträumt, Bestsellerautorin zu werden. Das hätte ich vermessen gefunden. Schriftsteller, das waren für mich seltene Einhörner. Extrem kluge Menschen mit Eigenschaften, die ich meiner Einschätzung nach nicht besaß. Mein kleiner Traum in meiner Kölner Miniwohnung ging so: Irgendwann gehe ich mal in eine Buchhandlung, und da ziehe ich aus einer verborgenen Ecke ein winziges Buch, das in einer winzigen Auflage in einem winzigen Verlag erschienen ist – und mein Name steht drauf. Aber selbst das erschien mir unerreichbar. Ich hatte vier Romane geschrieben, die alle abgelehnt worden waren. Ich weiß gar nicht, wie viele Ablehnungen es konkret waren, sicher mehr als 50. Und ich habe unter jeder gelitten.

Brief an alle "hässliche Frauen"

Je mehr Ablehnung ich erfahre, desto doller will ich ein Ja

Aber ich habe weitergeschrieben. Weil es mein Ding war. Ich wollte das. Ich musste das machen. Ich hätte das auch einfach als Hobby gemacht. Und was die Neinsager anging: Die haben mich eher beflügelt. Je mehr Ablehnung ich erfahre, desto doller will ich ein Ja. Ich bin ein großer Fan von harter Arbeit und Resilienz. Hätte ich damals hingeschmissen, hätte es Versuch Nummer fünf nie gegeben. Der große Durchbruch: "Die Falle". Heute lebe ich die XXL-Version meines Traums. Ich komme gerade von einer Lesereise durch Kanada. Neulich war ich im TV. Und wenn ich in eine Buchhandlung gehe, liegen da ganze drei Titel von mir. Jede Menge. Exponiert. Davon hätte ich nicht zu träumen gewagt. Aber ein wenig mehr daran zu glauben hätte mir Leid erspart.

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Brigitte Woman 06/2019

Wer hier schreibt:

Melanie Raabe
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