Welcher Traum-Typ sind Sie?

Im Laufe seines Lebens träumt ein Mensch durchschnittlich sechs Jahre. Aber warum? Psychologe und Traumforscher Michael Schredl erklärt die Bedeutung hinter dem Traum.

Warum träumen wir überhaupt?

Das "Warum" wir träumen, kann uns die Wissenschaft bis heute nicht genau erklären. Fest steht: Wer schläft, der träumt auch, denn unser Gehirn ist auch im Schlaf aktiv. Und das ist auch gut so, denn alles was wir am Tage erlebt haben, wird nun aufgearbeitet. Was davon in unseren Träumen landet und was nicht, hängt vor Allem mit der Häufigkeit und der Intensivität unserer Gedanken zusammen.

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Bei der Deutung eines Traumsymbols kommt es immer auf die ganz individuellen Emotionen, Ängste und auf das Umfeld des Träumers an. Außerdem gibt es nie nur eine Deutung eines Symbols. Der Traum sucht sich seine Symbole je nach dem, was das Element im Traum-Ich auslöst (Gefühle, Verhaltensmuster etc.) um ein bestimmtes Gefühl beim Träumer hervorzurufen. Wir möchten Ihnen mit den folgenden Erklärungen Anregungen geben, wie Sie Ihre Träume deuten und vielleicht sogar etwas aus ihnen lernen können.

Träumen Kinder anders als Erwachsene?

Ja, da Kinder einen ganz anderen Tagesablauf haben, träumen sie auch anders. Kinder verwenden andere Traumsymbole, träumen beispielsweise häufiger von Tieren. Die Hauptrollen in Traumgeschichten von Kindern spielen oftmals ihre Fernsehhelden, Figuren aus vorgelesenen Gute-Nacht-Geschichten oder auch das Lieblingsstofftier.

Träumen Männer anders als Frauen?

Ja, es gibt Geschlechtsunterschiede beim Träumen. Und sie bestätigen leider auch einige Vorurteile. Ganz klischeehaft träumen Frauen öfter von Haushaltsartikeln oder Kleidung, während es in Männerträumen häufiger um Gewalt oder Sexualität geht. Ausschlaggebend sind die Gedanken tagsüber. Je häufiger Sie an etwas denken, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie davon träumen. Im Gegensatz zu Frauen können sich Männer auch weniger an das Geträumte erinnern. Grund dafür ist die Sensibilität gegenüber dem Träumen im Wachzustand.

Wie schaffe ich es, mich besser an meine Träume zu erinnern?

Träume können auch Wegweiser und somit hilfreich für Ihre persönliche Entwicklung sein. Um so wichtiger ist die Erinnerung an sie. Professor Michael Schredl hat einen ganz einfachen Tipp: Beschließen Sie, sich erinnern zu wollen! Legen Sie sich abends einen Block und einen Stift bereit, um nach dem Aufwachen ihren Traum notieren zu können.

Sind Albträume ein Warnsignal?

Nicht jeder Albtraum muss ein Warnsignal sein. Albträume können aber versteckte Botschaften enthalten. Meist beeinhalten Alpträume die Auseinandersetzung mit einer Angst. Als Traumsymbole werden hierfür statistisch häufig Spinnen, Zahnausfall, Flucht oder sogar Tod verwendet. Sollten Sie wiederkehrend an Albträumen leiden, hilft es Ihren Traum zunächst genauestens zu analysieren. Wovor hatten Sie Angst und warum? Welche Emotionen wurden in Ihnen ausgelöst? Tipp für die Bewältigung Ihrer Albträume: Suchen Sie die Konfrontation mit ihrer Angst. Hierfür genügt Ihre bloße Gedankenkraft. Sie könnten sich vorstellen, Hilfe zu holen, wenn die Angst wieder auftritt. Die Albträume werden weniger, je häufiger Sie am Tage die Auseinandersetzung mit Ihrer Angst in Ihren Gedanken suchen. Traumforscher Michael Schredl hat hierzu einen <http://dreamresearch.de/> Leitfaden auf seiner Homepage veröffentlicht.

Wie kann ich meine Träume kontrollieren?

1. Schritt: Nehmen Sie Ihre Träume ernst und setzen Sie sich mit ihnen auseinander. Wenn Sie ein Traum nicht mehr los lässt, denken Sie bewusst mehrmals am Tag darüber nach, wie Sie ihn weiter träumen wollen. Was Sie an ihm verändern würden. Schreiben Sie ihre eigene Traum-Geschichte.

2. Schritt: Fragen Sie sich regelmäßig: Bin ich gerade wach? Schauen Sie Ihre Umgebung an, überprüfen Sie physikalische Grundsätze. Wenn Sie dies über einen längeren Zeitraum (mehrere Wochen) mehrmals am Tag trainieren, verwandelt Ihr Gehirn diese Abfrage in einen Automatismus. Sie fragen sich so irgendwann auch im Schlaf, ob sie träumen oder wach sind. So können Sie bewusst in Ihre Traumwelt einsteigen und sie vielleicht auch verändern.

Tipp: Ein hilfreiches Buch zum Thema "Klarträumen", empfohlen von Professor Schredl, ist das Buch "Anleitung zum Klarträumen" von Daniel Erlacher.

Wir helfen Ihnen bei der Deutung Ihrer Träume.

Professor Michael Schredl ist schon seit Jahren in der Traumforschung tätig. Er ist Leiter des Traum-und Schlaflabors im Zentralinstitut für seelische Gesundheit Mannheim. Nähere und detaillierte Informationen zum Thema Traumdeutung erfahren Sie auch in seinem Buch: "Traum". Das Buch basiert auf den Ergebnissen der modernen Traumforschung, die sowohl auf Untersuchungen im Schlaflabor als auch auf Analysen von Traumberichten zugrunde liegen. Neugierig auf noch mehr Traum-Forschung? Prof. Schredl beantwortet in unserer Community Ihre Fragen zum Thema "Traumdeutung"!

Text: Doreen Kulas Fotos: istockphoto.com