Mut macht das Leben bunter: "100 Tage ohne Angst"

Michelle hatte genug davon, sich von ihren Ängsten einschränken zu lassen und überwindet nun jeden Tag eine davon. Was sie dabei gewinnt, ist viel.

Wir klettern nicht auf den Aussichtsturm, weil wir fürchten, runterzufallen. Wir quatschen den Typen nicht an, den wir jeden Morgen beim Bäcker sehen und der uns nicht aus dem Kopf geht. Wir gehen nicht allein in die Bar, weil wir uns blöd dabei vorkommen. Wir verzichten auf den Urlaub in Thailand, weil wir Angst vor Kakerlaken haben. Wir sagen den Vortrag auf der Konferenz ab, weil wir uns so viel lieber in der Masse der Zuhörer verstecken. Wir bleiben abends im Hotelzimmer, weil uns draußen was passieren könnte in den dunklen Straßen. Wir spenden kein Blut, weil wir Angst vor dem Piek haben. Diese Liste ließe sich unendlich fortsetzen.

Persönlichkeitstest

"Face the fear first, freak out later", ist die Devise.

Der Grund ist immer derselbe: Angst, meist irrationale Angst. Vor Niederlagen, vor Zurückweisung, vor dem Unbekannten, vor Spinnen, Schlangen, Menschen, vor Höhe, Enge, Weite. Und so schränken wir uns ein, verpassen Chancen, Neues, Freude und Freundschaften. Unsere Lebensqualität leidet, wenn wir uns selbst im Weg herumstehen und unseren Ängsten so viel Macht geben.

Was zwischen uns und unseren Träumen steht, ist Angst

Die New Yorker Studentin Michelle Poler hatte genug davon und startete das Projekt 100 Tage ohne Angst. "Stell dich der Angst, flipp später aus", ist ihr Motto. Die Idee dafür kam ihr, als sie für ihr Studium einen Essay darüber schreiben sollte, wie sie sich ihr ideales Leben in zehn Jahren vorstellt – und ihr klar wurde, dass Angst das einzige ist, das zwischen ihr und ihren Träumen steht.

100 Tage lang knöpft Michelle sich nun täglich eine Angst vor, die sie besiegen will. Das sind Dinge wie nachts Autofahren, allein ins Theater gehen, auf einer Konferenz netzwerken, eine Rede halten, mit einem Obdachlosen essen, sich hypnotisieren lassen, tauchen gehen, aber auch banalere Dinge wie eine neue Frisur, ein Waxing, Achterbahn fahren und Austern essen. Bei jedem ihrer "Challenges" filmt sie sich selbst, die Clips sind auf ihrer Website zu sehen.

Hier könnt ihr sehen, was Michelle sich im ersten Monat getraut hat:

Wer Ängste überwindet, kann nur gewinnen

Michelle will mit ihrem Projekt andere ermutigen, sich ihren Ängsten zu stellen. Weil das Leben dann nämlich viel reicher, überraschender, bunter und amüsanter wird.

"Ich habe so viel gelernt, über mich und über menschliches Verhalten", erzählt sie. "Ich habe gelernt, Angst in Herausforderung zu verwandeln, was mir sehr geholfen hat. Ich habe gelernt, meiner Angst mit Spannung zu begegnen statt mit Horror. Ich habe gelernt, dass ich nicht allein bin, wenn ich allein bin, sondern mit mir." Mut tut einfach gut.

Hier könnt ihr Michelles Projekt weiter mitverfolgen: 100 Tage ohne Angst

sar
Themen in diesem Artikel