Das hilft dir beim Trösten

Der geliebte Partner stirbt, das eigene Unternehmen muss Insolvenz anmelden oder jemand erkrankt schwer – Schicksalsschläge treffen jeden Menschen schwer. Wie wir Betroffene am besten trösten können. 

Trifft ein Schicksalsschlag ein Familienmitglied oder Freund*in, ist die Betroffenheit groß. Genauso groß ist oft auch die Ratlosigkeit. Einige sind überfordert mit der Situation und ziehen sich zurück, andere fragen sich, was sie tun sollen – oder können. Wie soll ich demjenigen gegenübertreten, was soll ich sagen? Wie kann ich ihn noch trösten und unterstützen? Was helfen kann.

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Trost spenden: Was soll ich nur sagen?

Jemand trägt ein ernstes Problem an uns heran und wir möchten vor allem eines: schnell helfen. Wir wollen die richtigen Worte finden, eine maßgeschneiderte Lösung geben und denjenigen aus seinem Tal holen. So gut gemeint unsere Absichten meistens sind, so schnell können wir auch in ein Fettnäpfchen treten. Wir sagen Phrasen wie "Wird schon wieder" oder "Die Zeit heilt alle Wunden", die demjenigen keine Hilfe sind. 

Wir sollten in so einer Situation berücksichtigen, dass jeder Mensch anders mit Trauer oder anderen schwierigen Situationen umgeht. Manche werden aktiv, müssen irgendetwas tun, andere wollen sich ausheulen, andere wollen immer und immer wieder darüber reden. Im ersten Schritt solltest du daher genau hinsehen und dich fragen, was die Person nun wirklich brauchen könnte und z. B. keine Gespräche aufdrängen, wenn das nicht gewollt ist.  

Ein Missverständnis liegt darin, dass wir denken, wir müssten irgendwas Großes sagen. Irgendwas, das denjenigen aufmuntert und alles besser macht. Trost ist nicht dazu da, eine Trauerphase zu beenden. Es geht vielmehr darum, denjenigen durch diese Phase zu begleiten. Folgende Tipps können dabei helfen.  

5 Tipps, die beim Trösten helfen

1. Zuhören

Selbstverständlich!, mag der eine oder andere denken, doch so selbstverständlich ist das gar nicht. Auch wenn wir demjenigen zuhören, versuchen wir oftmals sofort eine Lösung anzubieten, z. B. mit eigenen Geschichten und Erfahrungen. Trost spenden bedeutet jedoch nicht, dass wir demjenigen eine Lösung präsentieren sollen – vermutlich erwartet derjenige das auch gar nicht. Frage denjenigen, ob er darüber sprechen möchte – und höre zu.

2. Zuwendung

Statt gut gemeinter Ratschläge braucht derjenige Zuwendung und keine Phrasen. Da kann es reichen, einfach da zu sein: Sich anzuhören, was denjenigen beschäftigt oder einfach nur daneben zu sitzen und den Schmerz mit ihm auszuhalten.

Den Schmerz können wir nicht abnehmen, aber zeigen, dass wir da sind. Das reicht manchmal auch schon, damit sich dieser nicht alleine und unterstützt fühlt. Manche Menschen wollen nicht reden, ihnen hilft es vielleicht, einfach in den Arm genommen zu werden. Wichtig ist, sich zuzuwenden und sich nicht mit gut gemeinten Sprüchen abzuwenden.  

3. Tröstende Worte

Trost ist "etwas, was jemanden in seinem Leid, seiner Niedergeschlagenheit aufrichtet", so definiert es der Duden. Auch wenn wir es gut meinen mit unseren Geschichten, mit vermeintlich aufmunternden Worten wie "Nach Regen kommt auch wieder Sonnenschein", so unnütz kann es für jemanden in einer schwierigen Situation sein. Denn derjenige kann sich das im Moment vielleicht nicht vorstellen, dass es wieder besser wird. Es kann auch in Ordnung sein, selber zu sagen: "Ja, das ist furchtbar", Punkt. Verständnis zeigen, statt mit einer Phrase zu vermitteln, dass man das Problem bzw. die Trauer nicht ernst nimmt und versucht es zu relativieren – so fühlt sich derjenige unverstanden.  

Es gibt nicht die richtigen Worte: Jeder Mensch, jede Trauer, jedes Problem ist anders und jeder geht anders damit um. Wenn dir die Worte fehlen, musst du nicht viel sagen. Diese Sätze können dir für den Anfang eine Hilfe sein:

  • "Wie geht es dir?" (Siehe Punkt 1)
  • "Erzähl doch mal ... " (Siehe Punkt 1)
  • "Das ist wirklich furchtbar, ich weiß nicht, was ich sagen soll."
  • "Ich möchte dir helfen, weiß aber nicht wie."
  • "Ich denke an dich und bin für dich da."

4. Geduld haben

Einige Situationen sind schneller überwunden, manche schwierige Phasen benötigen hingegen Zeit. Versuche der Person nicht irgendwelche Lösungen aufzudrängen, sondern gib ihr auch über einen längeren Zeitraum hinweg das Gefühl, dass du für sie da bist. Sag es ruhig immer mal wieder oder helfe bei Dingen, wie Behördengängen, Einkaufen, oder was auch immer gerade nötig ist. Trost findet nicht nur über Worte, sondern auch über Gesten statt. Wenn derjenige bereit dazu ist, kannst du mit ihm die nächsten Schritte durchgehen oder verschiedene Lösungsansätze durchspielen. 

5. Professionelle Hilfe

Was einem geliebten und geschätzten Menschen widerfährt, lässt uns nicht kalt. Doch auch wir sind nur Menschen und Trost spenden kann kräftezehrend und überfordernd sein. Wenn du dich nicht in der Lage fühlst – aus welchen Gründen auch immer – ist es keine Schande, dass zuzugeben und einem Betroffenen professionelle Hilfe zu empfehlen.

Hier erfährst du mehr über die 5 Phasen der Trauer, TrauerbegleitungTrauer um Tiere und tröstende Trauersprüche.  

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