Ein Brief für jeden Moment, in dem du mich vermissen wirst

Heather McManamy wird an Krebs sterben. Damit ihre kleine Tochter sie nicht vergisst, schreibt sie ihr Briefe für alle wichtigen Momente im Leben.

Wie wird mein Kind ohne mich zurechtkommen, wenn es mich nicht mehr gibt? Diese Frage müssen wir uns mit Nachwuchs im Vorschulalter eher selten stellen. Heather McManamy aus Wisconsin stellt sie sich jeden Tag. Im April 2013 bekam die 35-jährige Amerikanerin die Diagnose Brustkrebs. Inzwischen weiß sie, dass der Krebs im ganzen Körper gestreut hat - in der Leber, den Knochen und dem Kopf haben sich Metastasen gebildet. Früher oder später wird sie daran sterben.

Seitdem zählt für Heather jeder Tag, den sie mit ihrem Mann Jeff und ihrer gemeinsamen Tochter Brianna verbringen kann. Doch auch wenn sie irgendwann nicht mehr leben sollte, möchte Heather für die vierjährige Brianna da sein. An ihrem ersten Schultag, wenn sie ihren ersten Kuss bekommt, die Führerscheinprüfung macht oder Liebeskummer hat.

Deswegen hat sie vor einigen Monaten begonnen, ihrer Tochter Briefe zu schreiben. Aufmunternde Zeilen, Ratschläge oder Anekdoten für alle Momente, in denen sie Brianna nicht mehr mit einer Umarmung zur Seite stehen kann. Mehr als 40 Umschläge hat sie in ihrer "Erinnerungsbox" schon angesammelt. Auch Videobotschaften hat sie aufgezeichnet.

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Viele wichtige Momente im Leben ihrer Tochter wird Heather McManamy verpassen. Damit sie ihr trotzdem nahe sein kann, hat sie Brianna Briefe geschrieben.

"Jeder Brief, den ich ihr noch persönlich überreichen kann, wird für mich ein Riesenerfolg sein", sagte Heather gegenüber ABC News. "Ich habe noch immer Hoffnung. Ich bin einfach noch nicht bereit, mich zu verabschieden." Der Gedanke daran, dass Jeff und Brianna traurig sein werden und sie sie nicht mehr trösten kann, schmerzt Heather.

Umso mehr möchte sie die Zeit genießen, die ihr verbleibt. Mit ihrem Mann verbinde sie seit 13 Jahren eine innige Liebe. "Bri ist die Personifizierung unserer Liebe", sagt Heather. Trotz der Krankheit ihrer Mutter sei sie ein glückliches, lustiges Kind, das gerne tanzt und für ihr Alter schon sehr viel Einfühlungsvermögen besitzt.

Auch wenn der Krebs in ihrem ganzen Körper gestreut hat, gibt Heather McManamy die Hoffnung nicht auf. Ihre Familie gibt ihr Halt.

"Was auch immer sie mit ihrem Leben anfangen wird - ich möchte einfach, dass sie glücklich wird. Das Leben ist kurz. Wenn sie sich selbst treu bleibt, wird schon alles gut werden."

Heather hofft, dass ihre Geschichte Eltern dazu motivieren wird, ihren Kindern etwas Greifbares als Erinnerung zu hinterlassen - seien es Briefe, Bilder oder Videos. Ein berechtigter Wunsch, denn letzten Endes kann uns auch bei bester Gesundheit ein Unglück passieren.

Heather versucht, für ihre Tochter Bri so viele schöne Erinnerungen wie möglich zu schaffen.

Die Chemotherapien werden Heather mehr Zeit geben, doch ganz heilen können sie sie nicht vom Krebs. Weil ihre Zukunft so ungewiss ist und sich die Nebenwirkungen der Therapie jederzeit verstärken können, möchte Heather ihrer Familie die verbleibende Zeit so schön wie möglich machen. Dafür braucht sie Hilfe.

Denn allein kann sie die Kosten für ihre Behandlung, einen großen Gefrierschrank zum Aufbewahren vorgekochter Mahlzeiten, eine gute Kamera zum Festhalten der Erinnerungen und leider auch für ihre Beerdigung nicht aufbringen. Bei GoFundMe könnt ihr für die Familie spenden.

Auch das Lokalfernsehen berichtete über Heather:

nw
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