5 Gründe, warum wir es nicht zulassen, glücklich zu sein

Wir reden mehr über unsere Unzufriedenheit als über unser Glück. Warum ist das so? 5 Gründe, warum wir unser selbst sabotieren.

Ich hatte die Erkenntnis beim Physiotherapeuten. Wir quatschten über das Leben und ich regte mich über dieses und jenes auf. Bis ich mich selbst dabei erwischte und ihn fragte: "Was erzählen dir die Leute eigentlich den ganzen Tag? Positive oder negative Dinge?" Er antwortete: "Eindeutig negative."

Warum ist das so? Passieren uns tatsächlich mehr schlechte Dinge im Leben oder nehmen wir die positiven nur nicht wahr? Die Psychologin Lisa Firestone hat für die amerikanische Online-Site Psychology Today fünf Gründe aufgezählt, warum wir unser Glück oft selbst sabotieren.

Beerdigungs-Selfies

1. Kritik ist uns vertraut

So befremdlich es klingt: Negative Dinge loszulassen bedeutet auch, die Komfortzone zu verlassen. Das Leben positiver und anders zu bewerten, ist also wie ein kleiner Neuanfang. Und der erfordert erstmal Mut. Viele Menschen erleben von klein auf, dass es normal ist, das Leben kritisch zu sehen. Diese Stimmen werden irgendwann zu inneren Kritikern, die uns ständig begleiten. Sie zu verlieren, kann Angst auslösen.

2. Wir verteidigen unsere Grenzen

Schaut man sich unser Alter im Pass an, sind wir zwar offiziell erwachsen, aber die Art, wie wir reagieren, ist oft trotzdem kindlich. Die Erfahrungen, die wir in den ersten Jahren machen, prägen unser ganzes Leben. Wer ein Elternteil hatte, das streng und wenig ermutigend war, hat gelernt, sich zu schützen. Und diese Muster tragen wir weiter mit uns herum. Unbewusst sollen sie dafür sorgen, dass wir nicht (wieder) verletzt werden. Dabei merken wir gar nicht, dass sie uns davon abhalten, Nähe zu erleben. Und das schließt Nähe zu positiven Erfahrungen mit ein.

3. Neues löst Angst aus

Sollten wir soweit sein und unsere inneren Kritiker (Punkt 1) und Grenzen (Punkt 2) ausgeschaltet haben, bekommen wir Angst. Wenn ihr das nächste Mal gelobt werdet, nehmt das Lob an und freut euch offen darüber. Setzt noch einen drauf und erzählt, wie gern ihr das gemacht habt oder dass diese Aufgabe genau euren Talenten entsprochen hat. Dreht sich das Ganze nun womöglich um und sorgt unsere Freude dafür, dass es beim nächsten Mal schlechter läuft? Wer positiv sein will, muss seine Angst davor überwinden, dass das Gute flüchtig ist.

4. Glück bedeutet Abgrenzung

Wer positiv eingestellt ist, stößt die Menschen zurück, die anders denken. Das klingt absurd, ist aber einleuchtend. Hatten wir zum Beispiel einen Vater oder eine Mutter, die pessimistisch aufs Leben geblickt haben, haben wir das oft übernommen. Wer sich dem widersetzt, löst sich von der Macht der Eltern oder anderen wichtigen Menschen im Umfeld. Das macht unabhängig, auch wenn wir erst einmal ein schlechtes Gewissen haben.

5. Es erinnert an alten Schmerz

Wer glücklicher und positiver leben, mehr Liebe und Nähe zulassen möchte, wird an die Zeiten erinnert, an denen er zurückgewiesen wurde. Und genau das nicht bekommen hat, was er möchte. Wer beispielsweise eine neue Liebe erlebt, denkt automatisch an den Schmerz zurück, den vorherige Beziehungen ausgelöst haben. Sich auf Glück einzulassen, bedeutet also auch, sich mit seinen Wunden auseinanderzusetzen. Um sie zu schließen.

Das macht uns glücklich

Glück kann man glücklicherweise lernen. Die Psychologin Lisa Firestone rät, sich mit sich selbst intensiv auseinanderzusetzen. Was sind meine inneren Kritiker? Welche Muster trage ich in mir und von welchen Personen mache ich mich abhängig? Habe ich mich von den Eltern gelöst? Danach kann man versuchen, Schritt für Schritt etwas glücklicher zu sehen. Dabei geht es nicht darum, negative Gedanken aus seinem Leben auszuschließen. Im Gegenteil, sie gehören genau dazu wie die positiven. Aber beides sollte im Gleichgewicht sein.

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