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Psychologie Dieser Fehler könnte dich daran hindern, deine Ziele zu erreichen

Frau schaut nachdenklich aufs Meer: Dieser Fehler könnte dich daran hindern, deine Ziele zu erreichen
© progressman / Adobe Stock
Wir glauben häufig, dass externe Anreize wie Geld oder Lob uns besonders motivieren, Dinge anzupacken. Dieser Irrglaube kann uns aber sogar davon abhalten, unsere Ziele zu erreichen.

Haben wir ein Ziel gesetzt, haben wir in der Regel ein bestimmtes Ergebnis vor Augen. Das kann ein Fitnessziel sein, wenn wir mehr Sport treiben möchten, oder ein Projekt im Job, das wir erfolgreich abschließen möchten. Wenn wir dann etwas geschafft haben, sind wir zu Recht stolz darauf. Aber manchmal ist es mehr als dieses Gefühl des Stolzes und des Erfolgs, das wir anstreben. Manchmal treiben uns auch andere Dinge an – etwa Geld, eine gute Note oder Lob von anderen. Diese Belohnungen finden also eher im Außen statt, anders als das Gefühl, etwas erreicht zu haben, das aus uns selbst heraus kommt.

Psychologie:Darum kann (materielle) Motivation von außen das Gegenteil bewirken

Das Problem an diesen Honorierungen von außen: Sind sie einmal im Spiel, brauchen wir sie, um am Ball zu bleiben. Bleibt das Lob von der Chefin aus oder der Bonus für das Sonderprojekt ist kleiner als erwartet, kann das dafür sorgen, dass wir so gar keine Lust mehr haben, uns weiter Mühe zu geben.

Das Ganze nennt man in der Psychologie den Korrumpierungseffekt. Er besagt, dass die sekundäre Motivation – also Geld, Lob und so weiter – die primäre, intrinsische Motivation, die aus uns selbst heraus kommt, verdrängt. Während uns primär die Tätigkeit selbst und unser Gefühl damit motivieren, tut es nun bloß der äußere Anreiz, die Ergebnisse oder Dinge, die wir dafür bekommen. Fallen diese Anreize weg, fehlt uns plötzlich jede Motivation.

Das hängt mit der Wirkweise unseres Gehirns zusammen. Werden wir gelobt oder bekommen wir eine gute Note oder Geld, schüttet unser Gehirn Dopamin aus. Und diese Ausschüttung kann uns regelrecht süchtig machen. Steht dieser Dopamin-Rush dann nicht mehr in Aussicht, sieht unser Gehirn keinen Sinn mehr darin, sich noch Mühe zu geben.

Forschung: Der Korrumpierungseffekt wurde in einem Versuch nachgewiesen

Der Korrumpierungseffekt, auf Englisch Overjustification Effect genannt, konnte 1971 von einem Psychologie-Professor an der US-Universität Rochester nachgewiesen werden. Edward Deci und seine Kolleg:innen teilten dafür Studierende in zwei Gruppen ein, die beide ein Puzzle zusammensetzen sollten.

Die erste Gruppe legte das Puzzle zweimal ohne materiellen Lohn. Die zweite Gruppe bekam nach dem ersten Fertigstellen Geld. Beim zweiten Mal wurde den Studierenden dieser Gruppe dann kein materieller Anreiz mehr angeboten – und sie waren sehr viel unmotivierter, das Puzzle zusammenzusetzen als die erste Gruppe, die von Anfang nichts dafür bekommen hatte. 

Motivation sollte immer aus uns selbst heraus kommen

Wenn wir uns also mit äußeren Verlockungen anspornen wollen, geht das meistens nach hinten los. Wir glauben fälschlicherweise, wir würden bessere Ergebnisse erzielen, wenn wir uns mit Geld oder dem Lob unseres Fitnesstrainers für das erreichte Workout-Ziel motivieren. Tatsächlich ist aber das Gegenteil der Fall. Es ist viel wichtiger, dass wir aus uns selbst heraus Lust auf etwas haben und stolz darauf sind, dass wir Dinge anpacken. Vor allem muss uns das, was wir tun, Spaß machen – egal, ob es sich um Sport, Arbeit oder etwas anderes handelt.

Wenn wir immer nur den Dopamin-Rush anstreben, den das Ergebnis uns bringt, bleiben wir sehr viel wahrscheinlicher nicht am Ball. Innere Motivation treibt uns langfristig an und erhöht so die Chancen, dass wir unsere Ziele auch wirklich nachhaltig erreichen.

Verwendete Quellen: bustle.com, spektrum.de

mbl Brigitte

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