Vertrauen lernen: Die besten Tipps

Du glaubst nicht, dass man Vertrauen lernen kann? Soso! Dann kannst du ganz offensichtlich ein paar zuverlässige Tipps gebrauchen ... 

Warum sollten wir vertrauen lernen?

Eines ist hoffentlich klar: Du musst (bzw. solltest!) nicht allen Menschen gleichermaßen vertrauen! Wenn dich zum Beispiel jemand anruft und dir dazu gratuliert, dass du 10.000 Euro gewonnen hast, solltest du dieser Person mit Skepsis begegnen (und ihr auf keinen Fall deine IBAN geben ...). Zwar ist ein grundlegendes Vertrauen gegenüber anderen wünschenswert und in vielen Fällen auch gerechtfertigt. Aber bei flüchtigen Kontakten und Menschen, die du nicht kennst, spricht nichts dagegen, vorsichtig und etwas misstrauisch zu sein.

Für längerfristige zwischenmenschliche Beziehungen gilt das jedoch nicht.

Im Job, in der Partnerschaft oder in Freundschaften – wenn du in solchen Verbindungen nicht vertrauen kannst, hast du ein echtes Problem. Vertrauen ist die Voraussetzung für intakte, glückliche und funktionierende Beziehungen. Unseren Kollegen müssen wir vertrauen, weil wir nicht alles alleine schaffen, unserem Partner, um unser Leben mit ihm teilen zu können und unseren Freunden, damit sie diese Bezeichnung überhaupt verdienen. Wir können nicht immer alles kontrollieren (genau genommen sogar nur sehr wenig ...), schon gar nicht das Verhalten unserer Mitmenschen. Daher müssen wir Leuten, wenn wir ihnen schon eine tragende Rolle in unserem Leben zugestehen, auch unser Vertrauen schenken.

Kann man überhaupt Vertrauen lernen?

Zugegeben: Anderen Menschen zu vertrauen ist nicht immer einfach. Schon allein, weil es sehr viel Selbstvertrauen erfordert, sich auf andere zu verlassen. Wenn wir dann auch noch enttäuscht wurden in unserer Vergangenheit oder in der frühkindlichen Entwicklung negativ geprägt, kann es richtig schwer werden, Angst und Misstrauen wieder abzulegen. Aber keine Sorge: Es geht! Schließlich ist die Persönlichkeit wandelbar, jeder Mensch kann sich ändern, wenn er will – und deshalb mit ein bisschen Übung, Achtsamkeit und den richtigen Tipps natürlich auch Vertrauen lernen. 

Vertrauen lernen: Die besten Tipps

1. Das eigene Misstrauen verstehen

Probleme zu vertrauen? Dann solltest du dir das zunächst einmal eingestehen und versuchen zu klären, woher sie kommen.

  • Hast du mal jemandem vertraut, der dein Vertrauen missbraucht hat?
  • Wurdest du schon oft enttäuscht?
  • Was glaubst du, kann schlimmstenfalls passieren, wenn du jemandem vertraust?

Wenn du weißt, wer oder was deine Angst zu vertrauen ausgelöst hat und wovor dich dein Misstrauen schützen soll, kannst du viel gezielter darauf reagieren. Denn selbst wenn du (und andere) unter deinem Verhalten leidest oder leiden: Du folgst dabei ja deinem Gefühl und jedes Gefühl erfüllt eine Funktion. Sie zu kennen, deine Gefühle zu verstehen, ist wichtig, um dir z. B. eine Ersatz-Strategie zu überlegen.

2. Bewusst vertrauen

Beim Vertrauen lernen ist es wie beim Gewohnheiten ändern: Die besten Erfolgschancen hast du, wenn du dir möglichst genau überlegst, wie es konkret aussehen soll, wenn du vertraust. 

  • Zu wem möchtest du Vertrauen aufbauen?
  • Was bedeutet Vertrauen für dich?
  • Wie soll sich dein Vertrauen zu anderen Menschen äußern?
  • Was wird besser, wenn du vertrauen kannst?

Führe dir dazu am besten positive Erfahrungen vor Augen: Wann hast du jemandem vertraut und bist gut damit gefahren? Dir bewusst zu machen, dass es mit Vertrauen klappen kann, klingt vielleicht banal – ist aber eine der am meisten vertrauensfördernden Maßnahmen überhaupt. 😘

3. Sich selbst vertrauen 

Egal, was bei dir die konkreten Auslöser für deine Vertrauensschwierigkeiten sind: Selbstvertrauen ist und bleibt Voraussetzung Nummer 1, um anderen zu vertrauen – genauso wie Selbstliebe die Voraussetzung ist, andere zu lieben. Heißt also: Ein ganz wichtiges To-Do beim Vertrauen lernen, besteht darin, selbstsicherer zu werden und Selbstzweifel abzubauen (Tipps dazu findest du in unserem zugehörigen Artikel).

Oder glaubst du nicht, dass ein Mangel an Selbstvertrauen dich daran hindert zu vertrauen? Okay, vielleicht ja nicht. Aber wieso bist du dann der Meinung, du kämest nicht damit klar, wenn andere dich enttäuschen? Mauern um sich zu errichten, spricht nicht gerade für besonders viel Selbstsicherheit ... 

4. Ehrlich sein

Klar, in erster Linie möchtest du dich natürlich darauf verlassen können, dass andere ehrlich zu dir sind. Aber einer der besten Wege das zu erreichen, ist (wie so oft 🙄), den ersten Schritt zu machen und selber offen und ehrlich mit anderen umzugehen. Du weißt ja: Wie es in den Wald hinein schallt, ... 

5. Geduld haben

Sorry, dass wir zum Schluss noch eine "schlechte" Nachricht für dich haben, aber: Vertrauen lernen braucht Zeit! Keine Persönlichkeitsänderung passiert über Nacht und einen Schalter können wir auch nicht umlegen. Am stärksten prägen und beeindrucken uns nun einmal unsere Erfahrungen, daher sind sie es, die uns am meisten bei der Entwicklung unseres Charakters helfen (können). Wichtig, damit sie uns so prägen, wie wir es uns wünschen: Bewusst mit ihnen umgehen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen

Was heißt das in Bezug aufs Vertrauen lernen? Zum Beispiel, einer Person, die dich wiederholt enttäuscht hat, konsequent dein Vertrauen zu entziehen – aber nicht auf Verdacht allen anderen Menschen. Oder wahrzunehmen, auf wen du dich verlassen kannst und wie gut sich das anfühlt. Oder zu erkennen, dass das Leben selbst dann noch weitergeht, wenn dir das Herz gebrochen wurde – und dass du stark genug bist, Enttäuschungen zu verkraften ... 

Du wünschst dir Tipps, wie du konkret in einer Partnerschaft Vertrauen aufbaust? Wir verraten dir, wie du Eifersucht bekämpfen kannst. Falls du vor allem Selbstvertrauen und Vertrauen ins Leben gewinnen möchtest: Hier erfährst du, wie du Ängste überwinden kannst. 

Oder möchtest du dich gerne mit anderen darüber austauschen, welche Erfahrungen sie mit Enttäuschungen und Vertrauen gesammelt haben? Dann schau doch mal in unserer Community vorbei!

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