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Intuition 4 typische Bauchgefühle, auf die du immer hören kannst

Wann sollte ich auf mein Bauchgefühl hören? Eine Frau mit Locken sitzt am Meer und denkt nach
© znatalias / Shutterstock
Ein Bauchgefühl ist für dich kein überzeugendes Argument? Kann es aber durchaus sein! Jedenfalls in folgenden Fällen.

Für viele Menschen ist das Bauchgefühl eine Art Notnagel: Nur wenn sie es wirklich nicht besser wissen, folgen sie zähneknirschend ihrem Bauchgefühl – doch dass sie damit das Richtige tun, davon sind sie nicht unbedingt überzeugt. Schade eigentlich, denn wer so denkt, gibt dem guten, alten Bauchgefühl viel zu wenig Credit! Wie aus der Hirnforschung bekannt ist, entsteht das Bauchgefühl bzw. die Intuition in unseren Basalganglien, einem altbewährten und sehr leistungsstarken Teil unseres Gehirns, das uns am Leben hielt und richtig entscheiden ließ, lange bevor es das Pro- und Kontralisten und Suchmaschinen gab. Wir können unser Bauchgefühl vielleicht nicht so einfach und punktgenau erklären, wie wir argumentieren "habe ich im Internet gelesen", doch das heißt nicht, dass es keine gute Erklärung gibt – sie lässt sich nur nicht so leicht in Worte fassen. 

In folgenden Fällen dürfen wir unsere Intuition mit gutem Gefühl und ohne Bauchschmerzen ernst nehmen und sollten ihr im Zweifel sogar eher folgen als der Stimme unserer Vernunft. Es sei denn, wir suchen nicht nach der Entscheidung, die für uns die richtige ist, sondern für andere ...

4 Bauchgefühle, auf die du guten Gewissens hören kannst 

1. "Das macht mich nicht glücklich"

Hirnforscher empfehlen, dass wir uns gerade in sehr komplexen Situationen am besten auf unser Bauchgefühl verlassen sollten, denn unser popeliger Frontallappen ist, wenn zu viele Parameter zu bedenken sind, ganz schnell überfordert. Dummerweise sind meist ausgerechnet solche Situationen in unserem Leben besonders komplex, in denen wir wichtige, wegweisende Entscheidungen treffen müssen: Welchen Beruf möchte ich lernen? Welche Priorität hat Familiengründung für mich? Was für ein Mensch möchte ich werden? Klar können wir bei diesen Fragen Faktoren wie Gehalt, Chancen und Vorbilder berücksichtigen, doch sobald unser Bauchgefühl uns sagt "das macht mich nicht glücklich", sollte das wichtiger sein als alles andere. Meistens ist es nämlich so: Was uns glücklich macht, finden wir nur heraus, indem wir vieles ausprobieren. Was uns aber nicht glücklich macht, wissen wir intuitiv – und ein weiteres Argument brauchen wir nicht, um eine Option auszuschließen.

2. "Mit diesem Menschen fühle ich mich wohl"

Wenn wir uns mit einem Menschen wohlfühlen und mit ihm harmonieren, darf uns das genügen, um ihm eine hohe Priorität in unserem Leben einzuräumen – denn das ist etwas Besonderes! Wenn wir nachdenken, werden uns sicherlich viele Menschen einfallen, die wir nett finden und gegen die wir eigentlich überhaupt nichts sagen können. Aber bei den meisten von ihnen fehlt irgendetwas, das uns zu ihnen hinzieht und dazu führt, dass wir seeeehr viel Zeit mit ihnen verbringen könnten, ohne genervt zu sein. Was genau das ist, das uns da fehlt, lässt sich zwar nicht benennen – aber unser Bauchgefühl weiß Bescheid.   

3. "Dieser Mensch tut mir nicht gut"

Gibt es dagegen einen Menschen in unserem Leben, der uns Kraft raubt, bei dem wir jedes Wort auf die Goldwaage legen müssen, der uns um Rat fragt, aber ihn dann abtut, als wären wir dumm, der sich nicht um uns bemüht, aber erwartet, dass wir immer wieder auf ihn zugehen, oder bei dem sonst irgendetwas, das wir nicht einmal in Worte fassen können, dazu führt, dass wir uns seinetwegen nicht gut fühlen – dann sollten wir darauf hören und uns von ihm distanzieren. Egal wie nett er eigentlich ist, wie lange wir uns schon kennen, in welcher Beziehung wir zu ihm stehen. Wenn es eine Kraft gibt, die uns davor bewahren kann, Energie in die falschen Menschen zu investieren und die richtigen zu vernachlässigen, ist es unsere Intuition. Und dafür können wir unsere Dankbarkeit zeigen, indem wir ihr folgen.  

4. "Ich kann nicht mehr"

Gegen dieses Bauchgefühl sind alle anderen Argumente und Überlegungen wie kleine Fliegen: Sie können uns zwar irritieren, aber es wäre schwachsinnig, sich nach ihnen zu richten und von ihnen den Weg weisen zu lassen. Wenn die Intuition sagt "ich kann nicht mehr, mir ist es zu viel, ich brauche Hilfe", dann ist das auch so, egal wie sich die Situation der Vernunft darstellt. In diesem Fall müssen wir zwar – auch mit Hilfe unserer Vernunft –nachforschen und Fragen stellen, bis wir in Worte fassen können, was genau uns zu viel ist und was wir nicht mehr können, doch unsere Intuition zu ignorieren und einfach weiter zu machen, wäre ein Fehler, der uns später mit Sicherheit leid tun würde. Umso mehr, da wir es intuitiv eigentlich besser wussten ...


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