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Laut Hirnforschung: 4 Dinge, die du niemals schlecht gelaunt tun solltest

Was sollte man niemals schlecht gelaunt tun? Eine schlecht gelaunte Frau schaut nachdenklich aus dem Fenster
© GaudiLab / Shutterstock
Mies drauf? Dann solltest du folgende Dinge momentan lieber mal vermeiden ...

Jeder ist mal schlecht gelaunt und meistens können wir nicht einmal sagen, wieso. Manche Teenies sind sogar jahrelang non-stop mies drauf, obwohl Mama ihnen Frühstück macht, Papa ihre Wäsche wäscht und sie selbst nichts weiter tun müssen, als herauszufinden, wer sie sind. Noch weiß niemand so ganz genau, wie schlechte Laune entsteht und wie man sie am besten wieder los wird. Was sie jedoch "anrichten" kann, hat die Hirnforschung bereits ein Stück weit geklärt – und so können wir immerhin das Schlimmste vermeiden ...

Schlechte Laune stört beim "Denken"

In seinem Buch "Hirngeflüster" erklärt Neurowissenschaftler Prof. Dr. Martin Korte sehr anschaulich und verständlich, wie unser Gehirn aufgebaut ist. Ganz kurz zusammengefasst: Das kleine Wunder-Organ in unserem Kopf besteht aus verschiedenen Teilen mit unterschiedlichen Zuständigkeitsbereichen und Kompetenzen, die meistens beeindruckend zusammenarbeiten, sich manchmal aber auch gegenseitig im Weg stehen. Eines dieser Teile wird von Hirnforschern "präfrontaler Cortex" oder auch "Stirnlappen" genannt und ist maßgeblich für das zuständig, was wir als bewusstes Denken und Analysieren bezeichnen würden – z. B. Wahrnehmungen in Worte fassen, Zukunft planen, über Konsequenzen nachdenken ...

Im Vergleich zu anderen Hirnarealen ist die Leistungsfähigkeit unseres Stirnlappens fast schon lächerlich, trotzdem verdanken wir ihm nahezu alles, was wir mittlerweile zum Leben brauchen (Internet, Heizung, Kühlschrank, Strom ...). Sind wir nun aber schlecht gelaunt, ist unser präfrontaler Cortex damit beschäftigt, negative Gefühle quasi "abzuwehren", wie Korte vereinfachend schreibt. Seine Leistungsfähigkeit steht uns also nicht vollständig zur Verfügung.

Was daraus wiederum folgt: Mit schlechter Laune bewältigen wir Herausforderungen, für die wir unseren präfrontalen Cortex in hohem Maße brauchen, grundsätzlich schlechter als im Normalzustand – und sollten sie daher, wenn möglich und so sie für unser Leben wichtig sind, auf ein Später verschieben, in dem wir uns besser fühlen.

Beispiele? Beispiele!

4 Dinge, die du niemals schlecht gelaunt machen solltest

1. Deinen Job kündigen

Selbst wenn deine schlechte Laune vielleicht mit deinem Job verknüpft ist: Den Entschluss hinzuschmeißen solltest du nur treffen, wenn dein präfrontaler Cortex voll zurechnungsfähig ist. Zwar spielen bei Entscheidungen auch noch andere Hirnareale eine Rolle, doch der Stirnlappen ist dafür zuständig, die langfristigen Konsequenzen in die Entscheidungsfindung einfließen zu lassen. Insofern gilt für jeden wichtigen Entschluss mit nachhaltiger Wirkung: Triff ihn ausgeschlafen, wohl genährt und möglichst gut gelaunt.

2. Deiner Freundin endlich mal sagen, wie sehr es dich nervt, dass du ihr immer hinterherlaufen musst

Natürlich sind schwelende Konflikte in einer Freundschaft Nährboden für schlechte Laune – doch sie schlecht gelaunt anzusprechen, ist meistens kontraproduktiv. Ist unser Stirnlappen "beeinträchtigt", vergreifen wir uns leichter im Ton, können die Wirkung unserer Worte schlechter einschätzen und reagieren impulsiv statt lösungsorientiert und selbstbewusst. Wer sich gehörig fetzen und ggfs. die Freundschaft aufs Spiel setzen will, kann seiner Freundin natürlich getrost mit mieser Stimmung sein Herz ausschütten. Wer jedoch ein Problem aus der Welt schaffen möchte, schläft lieber noch mal drüber ...  

3. Mit deinem Partner besprechen, warum er sich in Gegenwart seiner Kumpels wie ein Neandertaler benimmt

Was für die Freundschaft gilt, trifft genauso auf die Beziehung zu: Schlecht gelaunt ist die Wahrscheinlichkeit, einen Streit vom Zaum zu brechen, um einiges höher als die Chance, den problematischen Konflikt nachhaltig zu lösen ...

4. Ein neues (anspruchsvolles) Projekt beginnen

Alltägliche Herausforderungen bewältigen wir mit schlechter Laune zwar weniger schwungvoll, aber doch mehr oder weniger mit Links, da wir Handlungsmuster und Gewohnheiten nicht im präfrontalen Cortex, sondern in anderen Bereichen unseres Gehirns abspeichern (z. B. in den Basalganglien). Werden wir jedoch mit einer völlig neuen Situation konfrontiert, brauchen wir, um sie bestmöglich zu bewältigen, die hundertprozentige Einsatzfähigkeit unseres Stirnlappens. Klar, bei manchen Projekten ist es sicherlich nicht so schlimm, keinen optimalen Start hinzulegen. Allerdings begünstigen Fehlstarts Frust und können dazu führen, dass wir Projekte hinschmeißen, die uns unter anderen Umständen Freude bereitet hätten ...

Zugegeben: Wenn wir jetzt weiterdenken, werden uns noch viel mehr Dinge einfallen, die wir schlecht gelaunt deutlich schlechter machen, als wenn wir gut drauf sind. Deshalb ist es ja so sinnvoll, auf uns zu achten und dafür zu sorgen, dass wir uns möglichst oft zumindest ganz okay fühlen. Andererseits gibt es auch Situationen, für die wir unseren präfrontalen Cortex nicht sooo dringend brauchen und in denen zu viel Denken sogar manchmal eher hinderlich ist. Kennst du eigentlich schon unseren Artikel über Sexstellungen ...?

sus

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