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Psychologie Dieser Erziehungsfehler führt dazu, dass Menschen keine Selbstliebe lernen

Frau blickt auf See: Dieser Erziehungsfehler führt dazu, dass Menschen keine Selbstliebe lernen
© Egor Fomin / Shutterstock
Wie gut wir mit Krisen umgehen können, hat viel mit Selbstliebe zu tun. Und hier machen einige Eltern einen entscheidenden Fehler in der Erziehung.

Krisen und schwierige Phasen gehören zum Leben dazu. Sei es die inzwischen schon fast zwei Jahre andauernde Corona-Pandemie, Trennungen und familiäre Konflikte oder Schwierigkeiten im Job. Aber damit wir solche Zeiten gut überstehen und vielleicht sogar gestärkt aus ihnen hervorgehen können, brauchen wir psychische Widerstandskraft – und die basiert in vielerlei Hinsicht auf Selbstliebe.

Selbstliebe als Krisenhelfer: Du bist gut so, wie du bist

Selbstliebe sorgt für ein tiefes inneres Wissen, dass wir gut genug sind, wie wir sind. Egal, ob wir gerade berufliche Erfolge feiern oder eine Scheidung durchmachen. Die äußeren Umstände und unsere Leistungen haben nichts mit unserem Wert als Menschen zu tun. Dieses Gefühl und diese Sicherheit ganz tief in uns zu verankern, ist unerlässlich, um den Stürmen des Lebens trotzen zu können. Und das lernen wir im Idealfall bereits als Kinder.

"Die ersten Jahre sind zentral für die Entwicklung der psychischen Widerstandskraft", erklärt Miriam Prieß, Ärztin mit Schwerpunkt auf Ängsten, Depressionen und Burn-out, gegenüber dem "Business Insider". Sie bestätigt, dass die Beziehung, die wir in den ersten Lebensjahren zu unseren Eltern haben und die diese uns vorleben, unseren Blick auf uns selbst massiv beeinflusst. Eltern sollten ihren Kindern von Anfang an mit liebevollem Interesse begegnen, sie sollten sich ihnen gegenüber öffnen und sie nicht in eine Rolle drängen.

Eltern müssen ihren Kindern ihren bedingungslosen Wert als Mensch vermitteln

Unbewusst suggerieren viele Eltern ihren Kindern, dass sie nur oder zumindest mehr geliebt werden, wenn sie sich auf eine bestimmte Art und Weise verhalten, wenn sie beispielsweise "lieb sind". Mit solchen Aussagen und Erziehungsmethoden legen Eltern aber den Grundstein dafür, dass ihre Kinder diese Muster auch in ihren späteren Beziehungen und in schwierigen Situationen wiederholen. Stattdessen ist eine Begegnung auf Augenhöhe notwendig, damit Kinder lernen, dass sie sich nicht verändern müssen, um geliebt zu werden. Das Wohlwollen ihrer Eltern sollte nicht an Bedingungen geknüpft sein.

"Damit wir offen für uns selbst sind, uns und anderen gegenüber Mitgefühl entgegenbringen können und Selbstliebe entwickeln, müssen unsere Eltern uns zeigen: So wie du bist, bist du gut. Es ist nicht alles gut, was du tust — aber du, du bist gut", so Miriam Prieß weiter. Diese Unterscheidungen zwischen unserem bedingungslosen Wert als Person und unseren Handlungen und auch dem, was uns widerfährt, ist wichtig, damit wir als Erwachsene Selbstliebe praktizieren können und so resilienter im Umgang mit Niederlagen und auch Konflikten sind.

Verwendete Quelle: businessinsider.com

Brigitte

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