3 häufige Denk-Fehler hindern dich daran, schlechte Gewohnheiten abzulegen

Schlechte Gewohnheiten loszuwerden, fällt den meisten von uns wahnsinnig schwer – weil wir vor allem drei weit verbreiteten Irrtümern aufsitzen. Höchste Zeit, damit aufzuräumen!

Rauchen, an den Nägeln pulen, ein Schoko-Riegel nach dem Mittag oder das Glas Wein am Abend, das uns am nächsten Morgen immer so träge macht. Haben wir nicht alle mindestens eine Gewohnheit, die uns tierisch an uns nervt? Und die wir trotz Einsicht und eiserner Disziplin einfach nicht los werden? Vielleicht liegt's daran, dass wir die Entwöhnung falsch angehen –denn einige Irrtümer über Gewohnheiten halten sich mindestens so eisern wie die Gewohnheiten selbst.

3 Denk-Fehler, die uns an schlechten Gewohnheiten festhalten lassen

1. "Ich muss nur genug wollen, diszipliniert sein und die Zähne zusammenbeißen."

Um negative Gewohnheiten abzulegen, brauchen wir vor allem Disziplin und Willenskraft – denken viele. Doch da haben sie die Rechnung ohne unser Gehirn gemacht! Das treibt uns nämlich permanent dazu, Dinge zu tun, die positive Emotionen (Freude, Lust, Genuss) auslösen. Weil Disziplin, Verzicht und Zähne zusammenbeißen aber nun mal keinen Spaß machen, stellt sich unser Gehirn bei so einem Entwöhnungs-Ansatz quer. Vielleicht schaffen wir es ein, zwei, drei Mal, auf den Schoko-Riegel zu verzichten, aber wenn uns das jedes Mal ausschließlich Kraft und Anstrengung kostet, können wir uns für den Rückfall schon mal überlegen, ob Snickers oder Bounty ...

Wie geht's besser? Ganz einfach: Wir machen unser Gehirn zu unserem Partner in Crime – indem wir ihm positive Anreize bieten und uns für jeden Erfolg belohnen. Zum Beispiel können wir uns jedes Mal richtig krass feiern und auf die Schulter klopfen, wenn wir das langweilige Meeting ohne Finger-Pulen durchgestanden haben. Oder wir notieren es uns liebevoll und bunt mit Herzchen und Smileys im Kalender. Solche kleinen Maßnahmen reichen oft schon, unser Gehirn davon zu überzeugen, dass das Leben ohne die lästige Gewohnheit viel fröhlicher ist. 

2. "Die Gewohnheit tut mir nicht gut."

Die meisten versuchen sich zu motivieren und davon zu überzeugen, eine Gewohnheit abzulegen, indem sie sich ihre negativen Folgen und Auswirkungen vor Augen halten. Doch das ist genau der falsche Weg. Klar, wenn wir rauchen oder zu viel Zucker essen, wirkt sich das negativ auf unsere Gesundheit aus und tut uns nicht gut. Aber irgendetwas Positives bringt jede Gewohnheit, sonst hätten wir sie nicht angefangen. Eine Portion guter Laune dank Serotonin-Kick, ein Stressventil oder Geborgenheit – hinter jeder Gewohnheit steckt ein Bedürfnis, das sie befriedigt.

Wie geht's besser? Die Gewohnheit nicht als feindliche Last sehen, sondern erstmal Freundschaft mit ihr schließen, sie akzeptieren und ergründen, was sie uns Positives bringt. Dann können wir entweder an der Ursache etwas tun (wenn die Gewohnheit zum Beispiel ein Stressventil ist, sollten wir möglichst unseren Stress reduzieren) oder uns eine Alternative überlegen, um das Bedürfnis zu befriedigen. 

3. "Gewohnheiten machen unfrei."

Je mehr Gewohnheiten wir pflegen, umso unfreier werden wir, also sollten wir niemals eine Gewohnheit durch eine andere ersetzen? Nein, nein und nochmals nein. Gewohnheiten, Routinen, Rituale sind super Sachen, damit wir nicht ständig überlegen und unser Leben neu strukturieren müssen. Tür abschließen, Schuhe zubinden, morgens als erstes Kaffee kochen – sowas macht den Kopf frei für Ideen und Kreativität. Und so geben uns auch Gewohnheiten, die uns nerven, einen festen Rahmen, der andere Kapazitäten frei setzt.

Wie geht's besser? Statt unbedingt auf eine schlechte Gewohnheit verzichten zu wollen, können wir uns ruhig eine Ersatz-Gewohnheit überlegen, die besser für uns ist. Klingt vielleicht nicht wie ein gleichwertiger Ersatz, aber wenn wir weniger Wein trinken wollen, ist es viel einfacher, stattdessen ein Glas Traubensaft zu zelebrieren, als sich gar nichts einzuschenken. 

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