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Alles doof? Diese wissenschaftlich fundierten Tricks helfen gegen (zu lange) Gefühlstiefs

Eine nachdenkliche, junge Frau sitzt am Fenster und schaut raus
© finwal89 / Shutterstock
Im Gefühlstief versumpft? Und du findest einfach nicht heraus? Kann passieren! Mit diesen Tricks kannst du dir selbst helfen.

Negative Gefühle, schlechte Stimmungen, sogar hoffnungslose Lebensphasen gehören zum Menschsein dazu. Niemand ist immer gut drauf, motiviert und fröhlich (falls du wissen möchtest, warum, kannst du mal in unsere Artikel "Gefühle verstehen" und "schlechte Laune" schauen, darin gehen wir auf die Hintergründe ein). Doch wenn ein Tief zu lange anhält, besteht die Gefahr, darin steckenzubleiben und ohne Hilfe nicht mehr herauszukommen. Denn mit der Zeit verfestigen sich Denkmuster in unserem Gehirn und es wird immer schwerer, sie aufzubrechen. 

Deshalb sollten wir - sobald wir nur noch schlecht gelaunt aufwachen, immer alles schwarzsehen, kaum mehr lachen, ohne genau zu wissen, warum -, gegensteuern und der Negativität in unserem Fühlen und Denken aktiv Paroli bieten. Welche Methoden aus wissenschaftlicher Sicht – das heißt neurologisch und psychologisch – dabei am wirksamsten sind, hat die Therapeutin Doktor Tchiki Davis in "Psychologytoday" beschrieben.

6 Wissenschaftlich fundierte Methoden gegen das Gefühlstief

1. Positive Wörter

Das Gehirn ist zwar kein Muskel, funktioniert aber in mancherlei Hinsicht ähnlich: Zum Beispiel können wir es durch Wiederholung trainieren. Was wir nämlich oft machen bzw. denken, braucht weniger Energie, und mit der sparsam umzugehen, ist eine der obersten Prios des unförmigen Rechengenies in unserem Schädel. Um unserem negativen Gedankenzirkel etwas entgegenzusetzen, sollten wir daher laut Davis mindestens einmal am Tag ein positives Konzept in uns aktivieren, indem wir an ein Wort denken, das positiv behaftet ist – zum Beispiel Charisma, Freude, Begeisterung, Glück, Schönheit, Erfolg ... Genauso gut können wir uns morgens nach dem Aufstehen eine Reihe solcher Wörter überlegen und sie abends vor dem Zubettgehen noch einmal abklappern. Klingt banal, soll es aber laut der Expertin mit der Zeit leichter machen, mehr Positives zu sehen und zu denken.

2. Negative Denkmuster umkehren

Wenn uns alles doof erscheint, liegt die Ursache dafür meistens (auch) in unserem Innern. Womöglich haben sich in unserem Denken Gewohnheiten etabliert wie 

  • immer mit dem Schlimmsten zu rechnen
  • in allem nur das Negative zu sehen
  • Positives herabzuwerten

Solche Muster lassen sich laut Davis am besten aufbrechen, indem wir sie erstens natürlich aufspüren und zweitens ins Gegenteil verkehren, d. h. gezielt ...

  • uns vorstellen, was das Beste ist, das passieren könnte
  • das Positive in allem suchen 
  • überlegen, was an dem Positiven in einer Situation besonders wichtig oder wertvoll ist.

3. Fantasie nutzen

Selbst die kleinste positive Gefühlsregung kann in einem Tief Kraft und Hoffnung geben und einen Aufwärtstrend in Gang setzen. Und positive Emotionen können wir auch mithilfe unserer Fantasie auslösen. Stellen wir uns etwa vor, wie wir unser Lieblingsessen essen, unseren Lieblingsmenschen treffen oder an unserem Lieblingsort sind, holt uns das einerseits kurzzeitig aus unserem Loch – und bringt uns andererseits einer generell positiveren Gefühlslage ein Stückchen näher.

4. Schöne Dinge tun

Wenn wir unglücklich sind, sollten wir etwas tun, das uns glücklich macht – äh, ja, da hätte man auch selbst drauf kommen können. Spazierengehen, mit einer Freundin telefonieren, Sport, kochen, lecker essen – jede Aktivität, bei der wir uns gut fühlen, hilft. Außerdem können wir uns damit vom Grübeln und Nachdenken, den zwei Haupttreibern von Negativität, ablenken. Auch Entspannungsmethoden wie Musik hören, Meditation und Atemübungen bieten sich als Wohlfühlaktivitäten an.

5. Die Kontrollfrage stellen

Bei vielen Menschen spielt ein gestörtes Verhältnis zum Thema Kontrolle eine Rolle, wenn sie sich dauerhaft schlecht fühlen. Manche fühlen sich komplett machtlos und fremdbestimmt und leiden unter ihrer empfundenen Ohnmacht, andere fühlen sich für alles verantwortlich und sind dadurch überfordert. Beide Wahrnehmungen sind offensichtlich extrem und ungesund. Wer sich ohnmächtig fühlt, sollte sich bewusst die Dinge vor Augen halten, die er kontrollieren kann. Wer sich dagegen für alles verantwortlich fühlt, müsste sich mehr auf die Dinge konzentrieren, auf die er nun einmal keinen Einfluss hat. So können wir unsere Sichtweise relativieren und eine gesündere Einstellung zu unserem Herrschaftsbereich und dessen Grenzen entwickeln.

6. Dankbar sein

Dass Dankbarkeit positives Denken und Fühlen trainiert, ist bekannt und erwiesen. Wie es in der Praxis funktioniert, kannst du in unserem Erfahrungsbericht "Ich war ein Jahr jeden Tag dankbar" nachlesen.

sus

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