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LGBTQIA+ Eine Orientierungsstütze im queeren Sprachgebrauch

LGBTQ+: Regenbogenflagge
© stock-eye / Getty Images
Immer öfter heißt es: "Aber was darf ich denn heutzutage noch sagen?". Einiges, finden wir! Ein Leitfaden durch den bunten Buchstabensalat der queeren Sprache. 

Queere Sprache: Warum ist das so kompliziert?

Ja, wir müssen es nicht beschönigen: Es ist komplex. Allein auf der deutschen Facebook-Seite kann man aus 60 verschiedenen Geschlechtsidentitäten wählen – von "Nicht-binär" über "Genderqueer" bis zu "Pangender". Versteht uns nicht falsch, das ist auch gut so. Trotzdem geben wir zu: Da kann einer schon mal den Überblick verlieren.

Doch ihr müsst euch eins vor Augen halten. Ziel ist es nicht, am Ende fließend "queer" zu sprechen! Viel wichtiger ist es, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und unsere Sprache kritisch zu betrachten. Denn: Niemand sollte und darf mit Wörtern und Ausdrücken diskriminiert werden. Um das zu schaffen und um möglichst viele Menschen einzuschließen, muss queere Sprache präzise sein und genau so vielfältig wie das, was sie beschreibt – daher die Komplexität. 

Aber wisst ihr was: Selbst innerhalb der Community finden zum Beispiel einige, dass man bei all den Buchstaben, die sich in dem Begriff "LGBTQIA+" tummeln, bald den Überblick verliert. Und das nimmt doch schon mal den Druck, oder? Also lasst es uns anpacken! 

Wichtige Begriffe: 

LSBTIQA+:  Die deutsche Abkürzung LSBTIQ steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter* Queers und Asexuelle. Manchmal wird auch im Deutschen das englische Akronym "LGBTIQ+" ("Lesbians, Gays, Bisexuals, Transgender, Intersex & Queers“) benutzt. Das Plus "+" wird hinzugefügt, um weitere nicht benannte Identitäten einzuschließen.

Sexuelle Orientierung

Bi+sexualität: Bi+sexuelle Menschen finden Personen beider, mehrerer oder aller Geschlechter anziehend. 

Homosexualität: Personen, die sich zu Menschen des gleichen Geschlechts angezogen fühlen.

Wichtig:

  • Die Bezeichnung "homosexuell" lehnen viele lesbische und schwule Menschen ab, da der Begriff in seiner Entstehungszeit vor allem medizinisch gebraucht wurde.

    Besser: lesbische Frau/Person, schwuler Mann/Person

Queer: Ein Überbegriff für alle Personen, die nicht cis und/oder hetero sind. 

Geschlechtsidentität

Trans: Ein Überbegriff für Menschen, die ein anderes Geschlecht haben, als das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde.

Zum Beispiel: 

  • Eine trans Frau ist eine Frau, die aufgrund ihres biologischen Geschlechts, also Genitalien und Co, bei der Geburt dem männlichen Geschlecht zugeordnet wurde. 

Übrigens: Für viele trans Personen ist es wichtig, ihr Geschlecht durch operative Eingriffe oder Hormonbehandlungen anzugleichen. Wiederum andere lehnen eine medizinische Veränderung ab.

Cis: Ist sozusagen das Gegenstück zu trans. Cis drückt aus, dass eine Person sich mit dem Geschlecht identifiziert, das ihr bei der Geburt aufgrund der Genitalien zugewiesen wurde.

Nichtbinär: Das sind Menschen, die sich weder als Frau noch als Mann identifizieren.

Der Krieg der (Gender)-Sternchen!

Sie werden von vielen geächtet, die Gender-Sternchen – dabei sind sie ganz praktisch. Mit ihnen inkludiert man nämlich Menschen, die sich geschlechtlich nicht verorten (lassen) möchten. Das Sternchen soll Raum für verschiedene Identitäten lassen. 

Stolperfallen

Wusstest du, dass es einen Unterschied zwischen Coming-out und Outing gibt?

  • Coming-out: Die Person selbst thematisiert freiwillig und bewusst ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität mit anderen Menschen.

  • Outing: Eine andere Person verrät die Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung eines Menschen ohne die Zustimmung der betroffenen Person.

Eine weitere Stolperfalle ist trans Personen mit Drag Queens zu verwechseln. Drag ist jedoch eine Kunstform und hat nicht zwingend etwas mit der Geschlechtsidentität zu tun.

Die persönliche Bezeichnung hat Vorrang

Wie jemand bezeichnet werden will, ist sehr individuell – und kann auch von der Norm abweichen. Letztendlich fährt man am besten, wenn man die Person fragt, wie sie sich persönlich definiert. Und das gilt es dann zu respektieren und akzeptieren. Eine offene Haltung ist der beste Navigator durch die queere Sprache. 

Queere Sprache: ein Schlusswort

Das Ganze ist nicht in Stein gemeißelt. Unsere Sprache wandelt sich stetig. Alte Begrifflichkeiten scheiden aus, dafür werden neue Teil des queeren Sprachgebrauchs. Und das macht es so spannend! 

Verwendete Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung, Queer-Lexikon


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