Kampf ums Kind: Leserinnen über die "entsorgten Väter"

Wut, Zustimmung und Traurigkeit: Reaktionen auf unseren Report über entsorgte Väter: "Mama will nicht, dass ich Papa lieb habe".

Die Geschichte über Trennungsväter, die um Zeit und Kontakt mit ihren Kindern kämpfen, hat viele BRIGITTE-Leserinnen bewegt. Einige fragten enttäuscht, warum ausgerechnet ein Frauenmagazin die Position der Väter einnehmen müsse. Tatsächlich ist es für uns von BRIGITTE ein Anliegen, Geschichten aus den Lebenswelten von Frauen zu erzählen. Uns interessieren die Wünsche, Erfolge und Träume von Frauen, aber auch ihre Sorgen und Nöte.

Gerade Alleinerziehende finden darum bei BRIGITTE immer wieder ein Forum. So erzählten in einem Dossier alleinerziehende Mütter, die sich von der Gesellschaft und von den Männern im Stich gelassen fühlen, von ihrem Alltag. In einer anderen Geschichte haben wir gefragt, warum so viele Väter abtauchen und sich nicht um ihre Kinder kümmern ("Nehmt endlich die Väter in die Pflicht"). Aber es gibt sie eben auch, die Väter, die sich kümmern wollen, die auch nach einer Trennung Verantwortung für ihre Kinder übernehmen wollen. Und in unserem Report über "entsorgte" Väter haben wir sie zu Wort kommen lassen. Doch jetzt sind wieder die Frauen dran. (Damit möglichst viele Frauen zu Wort kommen können, mussten wir die Briefe kürzen).

Keine Familie gleicht der anderen

"Silke Petersdorf beschreibt völlig undifferenziert Fälle aus Vätersicht. Interessant wären doch hier auch Meinungen von Müttern gewesen! So, wie Sie Bericht erstatten, könnte man denken, fast alle Frauen würden so handeln. Wo sind die Fakten? Wie viele Familien bekommen eine gute Umgangsregelung ohne Streit hin? Wie viele Mütter verweigern nachweislich den Umgang? Wie viele Väter kümmern sich nach einer Trennung nicht mehr um ihre Kinder? Wie viele Eltern können sich nicht einigen, weil beide verbohrt, verletzt und wütend sind? Eine Trennung ist schwer und die daraus folgenden Regelungen sind oftmals kompliziert zu treffen. Keine Familie gleicht der anderen. Ihr Artikel klingt sehr einseitig nach den Meinungen des Väteraufbruchs, in denen sich Männer tummeln, die alle sehr betroffen sind und die, zum Teil, mit Vorsicht zu genießen sind! Viele Verbände (auch Männerverbände) wollen nichts mit dem Väteraufbruch zu tun haben."

Alexandra S.

Starke Nerven gebraucht

"Ich wurde zum ersten Mal von einem Artikel bei Euch überrascht. Endlich mal was Kritisches über Frauen die alles tun, damit die Väter Ihre Kinder, und Großeltern ihre Enkel, nicht sehen dürfen. Ich erlebe als Großmutter, was für Nerven gebraucht werden, um die Entfremdung der eigenen Kinder an meinem Sohn, dem Papa, und auch an uns, den Großeltern, zu verhindern und abzuwehren. Zum Glück gibt es jetzt den Kinofilm "Der entsorgte Vater", der aufzeigt wie das von statten geht und zum Glück gibt es den Verein Väteraufbruch und die Bundesinitiative Großeltern. Ohne deren Hilfe und Unterstützung hätten wir vieles nicht geschafft und noch mehr nicht gewusst." Aybike Soybaba

Kein schlechtes Wort über den Anderen

"Kurz bevor meine Kinder (ein Zwillingspärchen) in die Schule (das war 1992) kamen, habe ich mich von meinem Mann getrennt. Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass immer beide Teile am Scheitern einer Ehe schuld sind, und wenn es nur ein zu langes "Stillhalten" ist. Ich hatte viele Probleme mit meinem Mann - und er war auch nicht gerade der Vater, den ich mir für meine Kinder gewünscht hatte - jedenfalls zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Aber mir war auch klar, würde mir etwas zustoßen, müssten diese beiden Kinder zu ihrem Vater.

Wie furchtbar wäre es dann für die Kinder, wenn sie den Vater kaum kennen würden, ihn vielleicht hassen würden. Deshalb habe ich ganz konsequent meinen Kindern erklärt, dass ich sie liebe, dass auch ihr Vater sie liebt - dass nur wir, die Eltern, uns nicht mehr verstehen. Ich habe ganz konsequent NIEMALS ein schlechtes Wort über den Vater der Kinder gesagt, habe nicht zugelassen, dass sie schlecht über ihn sprechen. Als der Vater immer wieder versuchte, schlecht über mich zu sprechen, haben sie IHN gestoppt. Meine Kinder haben mittlerweile ein sehr gutes Verhältnis zu ihrem Vater. Ich bin stolz auf meine beiden. Gerade mein Handeln in der so schwierigen Zeit hat uns so sehr zusammen geschweißt, sie sind zu starken Persönlichkeiten herangewachsen. Mein Ex-Mann hat sich übrigens erst vor kurzem dafür bedankt, dass ich so gut mit den Kindern umgegangen bin und ihnen geholfen habe, auf diese Weise erwachsen zu werden - ich habe mich über dieses späte Lob sehr gefreut."

Dagmar Zacholowsky

Männer, kämpft um Eure Kinder

"Ich habe seit circa zwei Jahren einen Partner, der aus seiner Ehe zwei Kinder jüngeren Alters hat. Seine Exfrau ist ohne seine Zustimmung einfach weggezogen, gibt ihm die Jungs nur zu den festgelegten Zeiten, die auch via Anwalt erstritten werden mussten. Ob nun die Kinder ihren geliebten Vater nur alle paar Wochen sehen (Telefonate unerwünscht), da es unter der Woche ihrerseits nicht gewünscht ist, oder die Jungs schreien und heulen, wenn sie zurück müssen, lässt sie leider kalt. Ich bin dafür, dass Kinder Prioritäten haben, egal, wie stur, beleidigt oder gekränkt die Exfrau ist. Männer - kämpft um Eure Kinder!!! Sie werden es Euch ein Leben lang danken."

anonym

Meine Kinder wollten zum Vater

"Mit Herzklopfen las ich diesen Artikel. Meinte, ich hätte das Thema soweit durch und akzeptiert. Stelle aber fest, es ist doch anders. Aus Liebe zu den Kindern verzichten. Nicht immer nur leicht. Besonders ungewöhnlich, da ich die Mutter bin. Getrennt haben mein Ex-Mann und ich uns vor zehn Jahren. Unsere Kinder zu dem Zeitpunkt acht (das Mädchen) und sechs (der Junge) Jahre. Nun hieß es von meinem aus Überzeugung Vollzeit-Job Familienmanager Arbeit zu suchen. Entschied mich für eine Umschulung. Die Kinder untergebracht in einer Ganztagsschule und Kita. So sollte es gehen... Nein, es lief alles schief. Die Große kam ins Krankenhaus, dem Kleinen wurde der Tornister geklaut und er wurde bedroht. Spürte, wie mir alles durch die Finger rann. Die Entwicklung, Erziehung, die Hausaufgaben und wie es immer schwieriger wurde alles zu managen. Eine Kur sollte mich wieder fit machen. Die Schule beendete ich, da ich keine Kinder bekommen habe um sie mehr und mehr veröden zu sehen. Mir erzählte jemand, dass es meine Pflicht sei, die Kinder zu fragen bei wem sie leben wollen. Gut ich tat es. Nie, wirklich nie, hätte ich damit gerechnet: Beide wollten beim Vater leben. Nach der Kur kam ich in ein leeres, totes Haus zurück. Meine Kinder wohnten nun gegenüber beim Vater mit dessen neuer Freundin (sie wäre auch fast meine geworden). Zur Schule gingen sie an meiner Haustür vorbei. Das Verhältnis zu meiner Tochter wurde schlechter. Soweit, dass sie den Kontakt zu mir total abbrach. Vieles versuchte ich ... ohne Erfolg. Der Vater schirmte sie ab und verstand meine Argumente nicht.

Dies ist nun sieben Jahre her. In sieben Jahren habe ich sie nur vier Mal gesehen. Entweder von hinten (sie drehte sich vor Gericht weg) oder sie rannte weg und knallte die Tür hinter sich zu. Nun wird sie Im Juli 18... Wird sie irgendwann doch den Kontakt suchen? An diesem Tag wird sie die letzte Geburtstagskarte bekommen. Sie hat eine kleine Schwester (elf Monate), die sie noch nicht kennen gelernt hat. Sehr schade wie das Leben manchmal spielt. Mein Sohn kommt fast regelmäßig und versteht die ganze Situation nicht. Ebenso wenig wie ich. Aber das habe ich aufgegeben... meine Tochter nicht. Der Platz in meinem Herzen ist und bleibt für sie da. Ich hoffe, sie wird irgendwann auf mich (uns) zukommen. Inzwischen kann ich sagen, es war nicht die "blödste Frage", die ich in meinem Leben gestellt habe. Nur durch diese Situation, die damit verbundene Freiheit habe ich viel gelernt und viel Neues gewonnen. Meinen zweiten Mann und meine kleine Tochter. Vielleicht macht diese Geschichte auch anderen Müttern wieder Mut! Das Leben geht weiter, auch wenn es eine Zeit lang ein tiefes, tiefes Tal ist."

ako

Mangelndes Interesse an den Kindern

"Als mein Ex-Mann sich von mir trennte, waren die Kinder acht und elf Jahre alt. Er hatte sich vorgestellt, dass er täglich nach Feierabend eine Stunde vorbei kommt und nach den Kindern sieht. Das wollte ich nicht, weil ich mich täglich kontrolliert gefühlt hätte. An den Wochenenden wollte er sie nur stundenweise nehmen, gerade so wie es in seinen Zeitplan passte, und die neue Frau musste mit. Die Kinder wollten ihn gerne sehen, jedoch ohne die neue Frau. In all den Jahren haben die Kinder selbst versucht, Treffen mit ihm zu vereinbaren, es musste immer alles nach seinen Vorstellungen gehen, nie ging er auf die Kinder ein. Heute, acht Jahre später sind die Kinder immer wieder traurig, dass von Seiten des Vaters nie etwas kam. Die Große hat jetzt ein erfolgreiches Abitur abgelegt, der Kleine seine Mittlere Reife gemacht. Auch hier kommt nie die Nachfrage, was die Kinder jetzt machen."

Claudia Clemens-Schmitz

Der größte Verlierer ist das eigene Kind

"Als Freundin eines Mannes (und liebenden Vaters eines achtjährigen Sohnes), der sich seit nunmehr fünf Jahren genau in der von Ihnen beschriebenen Situation befindet, hat sich mein Weltbild sehr gewandelt. Ich möchte mich hier nicht in den erschreckenden, unglaublich absurden und für Sohn und Vater gleichermaßen zutiefst traurigen Begebenheiten verlieren, die ich in den vergangenen Jahren miterleben musste, sondern wünsche allen Trennungskindern, dass sich deren Mütter - wenn sie schon zu keiner gemeinsamen Mediation mit dem Vater zu bringen sind - professionelle, psychologische Hilfe holen und nicht dem Irrglauben anheim fallen, dass ihnen die Trennung von Vater und Kind per Gerichtsbeschluss die fehlende Genugtuung verschafft. Es gibt keine Gewinner, sondern nur Verlierer - und der größte Verlierer ist das eigene Kind." anonym (Name ist der Redaktion bekannt)

Wird der Vater die Kinder negativ beeinflussen?

"Grundsätzlich bin ich mit Ihrem Plädoyer für Vaterliebe natürlich einverstanden. Aber wie überall im Leben ist die Sache nicht ganz so einfach. Ich lebe getrennt, mein Mann ist ausgezogen, nachdem er mich ein Jahr lang betrogen hatte. Ich vertraute ihm die ganze Zeit, dieses Vertrauen ist jetzt zerstört. Gerne würde ich ihm die Kinder mehr überlassen, aber ich bin misstrauisch: Was macht er, wenn ich nicht dabei bin, wird er sie negativ beeinflussen, nimmt er sie mir am Ende sogar weg? Ich weiß, dass ich mit meinen Bedenken kein Einzelfall bin, ich kenne auch im Freundeskreis einen Fall, in dem der Vater den 13-jähigen Sohn soweit manipulierte (!), dass dieser seine Mutter verließ, die er eigentlich sehr liebt. Theoretisch wäre es den Vätern und auch den Kindern zu wünschen, dass alles reibungslos läuft, aber zerstörtes Vertrauen ist kaum zu reparieren. In diesem Sinne, beste Grüße."

anonym (Name ist der Redaktion bekannt)

Wochenendväter widmen sich Karriere und Zweitbeziehung

"Mein Mann hat sich vor vier, fünf Jahren von einem Moment zum anderen innerlich getrennt, nach monatenlangem Lügen. Meine Söhne waren zu diesem Zeitpunkt 14 und vier Jahre alt. Ich habe immer wieder versucht, den Kontakt zum Vater aufrecht zu erhalten. Meine Kinder sehen ihren Vater regelmäßig und der große Sohn entscheidet allein, wann und wie viel Kontakt er wünscht. Trotzdem: Wer ist denn da, wenn die Kinder krank sind? Wer nimmt sich denn der Alltagsnöte und -sorgen an? Wer tröstet, wer sitzt bei den Hausaufgaben, wer verzichtet auf einen (nicht geringen) Teil des Gehaltes, nur um Teilzeit arbeiten zu können, damit die Kinder nicht am Nachmittag sich selbst überlassen sind. Wer chauffiert sie zum Sport, hockt am Wochenende stundenlang am Rand des Handballspielfeldes, wer putzt, versorgt, wäscht, kocht.....etc. Aber: An was erinnert sich ein Kind, wenn es erwachsen ist? Leider ist die Erfahrung aus meinen Umkreis die, dass die Wochenendväter sich bewusst der Karriere und gewählter Zweitbeziehung widmen, während man als alleinerziehende Mutter nicht weiß, wie das neue (oft nicht selbst frei gewählte) Leben finanziert werden soll.... Ich wünsche allen Vätern, die wirklich mit ihrem Kind zusammen sein wollen, auch einmal zu bedenken, in welcher Art und Weise eine Familie (auch eine ehemalige) miteinander verwoben bleibt."

Inge Helga

Streit um 117 Euro Unterhaltskostenvorschuss

"Ich bin seit wenigen Monaten geschieden, aber der "Kampf ums Kind" geht weiter. Eigentlich bin ich froh, dass mein Ex-Mann jetzt endlich der engagierte Vater ist, der er während unserer Ehe leider nie war. Doch er identifiziert sich mit all den "entsorgten" und entrechteten Vätern und wird nicht müde, mich bei jeder sich bietenden Gelegenheit als eine dieser Besitz ergreifenden Mütter hinzustellen, die aus Rache den Mann abzocken. Tatsache ist aber, dass meine Tochter nicht nur jedes zweite Wochenende sondern auch zwei Nachmittage unter der Woche bei ihrem Vater verbringt, und dass ich diesen Kontakt nie behindert habe. Nur will mein Ex-Mann keinen Unterhalt zahlen, deshalb dringt er auf das so genannte Wechselmodell - wenn die Betreuungszeit exakt geteilt und gleich ist, muss keiner Unterhalt zahlen. Weil ich aber davon überzeugt bin, dass ein kleines Kind ein "Hauptzuhause" habe sollte, bin ich eine Hyäne. Es geht dabei um 117 Euro Unterhaltskostenvorschuss, die er dem Jugendamt nicht zurückbezahlen will."

Susanne Büsing

Der Vater entfremdete die Kinder

"Der Bericht trifft genau ins Schwarze! Ich bin zwar kein Vater, aber eine mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln entsorgte Mutter von drei Söhnen. Als ich ihren Bericht gelesen habe, musste ich mit meinen Tränen, meiner endlosen Traurigkeit und Verzweiflung kämpfen! Als ich vor drei Jahren erkrankte, mussten meine Kinder, die bis dahin bei mir gelebt hatten, zu ihrem Vater. Seit dieser Zeit gibt es keinen Kontakt mehr. Ich habe alles versucht, um einen Kontakt herzustellen. So wie es auch die Väter in ihrem Bericht schildern, jedoch ohne Erfolg. Der Vater hat diese lange Zeit genutzt, die Kinder komplett von mir zu entfremden. Oft habe ich keine Kraft mehr zum Leben und doch lässt die Hoffnung, irgendwann noch mal das Wort "Mama" zu hören, mein Herz weiter schlagen."

Claudia Weber

Der alleinerziehende Vater ist der Held in unserer Gesellschaft

Ausgezogen bin ich, weil es sein Haus war. Mein Untermietzimmer habe ich nur zum Schlafen gebraucht, weil ich nach der Arbeit zu meinen Kindern (damals sechs und zehn Jahre als) in sein Haus gefahren bin, um sie dort zu betreuen. Als ich aufmüpfig wurde und die von ihm eingeforderten „immateriellen Unterhaltsleistungen“ wie Putzen und Bügeln verweigert habe, fing sein Entsorgungsprogramm an. Über die Anwälte ließ er mir mitteilen, dass ich durch ein Kindermädchen ersetzt würde, das er eingestellt hätte, und dass die ihm dafür entstehenden Kosten von mir getragen werden müssten. Gleichzeitig zeigte er den Kindern die Schreiben meiner Anwältin und machte sie so zu seinen Verbündeten. Er wusste, was er finanziell zu verlieren hätte, wenn die Kinder sich entschieden hätten, zu mir zu ziehen. Also machte er ihnen klar, dass er ruiniert wäre und auf der Straße sitzen müsste, wenn sie sich so entscheiden würden. Der Verfahrenspflegerin, also quasi Anwältin der Kinder, wurde von seiner Seite eine nicht existierende Welt vorgespielt. Die Kinder haben sich – in seiner Anwesenheit – bei deren Befragungen so verhalten, wie er wollte. Alle Hinweise von meiner Seite, dass da eine massive Beeinflussung stattfindet, wurden sehr lapidar mit der Begründung des „Kinderwunsches“ zurückgewiesen und als Hirngespinste abgetan.

Erst nach gelaufener Entscheidung über das Aufenthaltsbestimmungsrecht vor Gericht, dem ein für mich vernichtender Bericht der Verfahrenspflegerin vorlag, gab sie zu, dass sie sich vielleicht getäuscht haben könnte. Er versuchte es durch weitere Eingaben beim Jugendamt über angebliche Verletzung des Sorgerechts meinerseits immer wieder zu erreichen: Die Auslöschung der Mutter aus dem Leben seiner Kinder. Wieso er das nicht geschafft hat? Weil ich mit unmenschlicher Kraftanstrengung gekämpft habe. Ich habe mir eine Wohnung genommen, die groß genug war, dass die Kinder am Nachmittag zu mir kommen konnten. Ich habe um jede Stunde gekämpft, die sie bei mir verbringen durften. Ich bin dafür finanzielle Risiken eingegangen, über die ich heute nicht mehr nachdenken darf. Mit einem Einkommen, das fünf Euro über Hartz IV lag, habe ich es geschafft. Heute sind die Kinder nach wie vor jeden Nachmittag nach der Schule bei mir. Wir haben ein entspanntes, vertrauensvolles Verhältnis. Auch darum habe ich gerungen. Ohne auf die Mittel ihres Vaters zurückzugreifen, nämlich Verleumdung, Lüge, Andeutungen, psychischen Druck, ist es mir gelungen, wieder Vertrauen aufzubauen. Das größte Geschenk war ein Gespräch mit meinem Sohn vor ein paar Wochen, in dem er mich über die Bedeutung des Kindergeldes ausfragte. Als ich mit meinen Erklärungen am Ende angekommen war, sagte er nachdenklich: "Eigentlich müsstest DU dieses Geld vom Staat für uns bekommen und nicht der Papa. Schließlich machst du ja alles für uns." Wenn einem Mann das passiert, was mir passiert ist, wird über die gnadenlosen und grausamen Mütter berichtet. Mein Exmann hingegen gilt heute als alleinerziehender Vater und ist als solcher fast schon ein Held in unserer Gesellschaft. anonym (Name ist der Redaktion bekannt)

Immer mehr entsorgte Mütter

"Ich finde es schade, dass immer über entsorgte Väter berichtet wird. Dabei gibt es auch immer mehr entsorgte Mütter. Ich bin selbst auch davon betroffen. Ich kann auch nicht behaupten, dass das Jugendamt oder die Richter mit mir ernsthaft umgegangen sind. Ganz im Gegenteil. Ich wurde als Mutter hingestellt, die sich nur nicht damit abfinden kann, dass ihre Kinder lieber beim Vater leben wollen. Jeden Morgen sind die Kinder der erste Gedanke und auch der letzte, wenn man ins Bett geht. Um nicht kaputt zu gehen, baut man einen Schutzschild um sich herum. Man weiß nicht, wie es den Kindern geht, man bekommt keine Informationen über Schule und Hobbys. Man wird aus dem Leben ausgeschlossen, so, als ob man gar nicht mehr existieren würde. Und wenn man das dem Jugendamt mitteilt, bekommt man auch nur eine unbefriedigende Antwort und der andere Elternteil kann mit dem Segen des Gerichts und des Jugendamtes einfach so weiter machen ohne Konsequenzen."

A. M.

Enttäuschte Kindergesichter und traurige Herzen

"Ich bin selbst alleinerziehende Mutter eines Sohnes und kenne keine einzige Single-Mom, die nicht froh ist, um ein paar Stunden Erholung und Freizeit, wenn das Kind beim Vater ist! (die da wären: alle zwei Wochen und vielleicht mal in den Ferien). Viele wären froh, wenn die Exväter so verantwortungsvoll und zuverlässig wären, wie es anscheinend die Väter in Ihrem Beitrag sein würden, wenn sie denn dürften ...! Keine einzige würde auf die Idee kommen, den Kontakt zum Vater zu verbieten...! Ganz egal was vorgefallen ist, wie groß Schmerz und Kummer sind. Wir alle leben das regelmäßige Besuchsrecht. Nur komisch: Die, die unzuverlässig sind, Termine in letzter Minute absagen, den Geburtstag des eigenen Kindes vergessen, wenig oder gar keinen Unterhalt zahlen, schlecht über die Mama sprechen, das sind in unseren Fällen die "armen" Väter! Ich kann mir gut vorstellen, das die ein oder andere Mutter irgendwann die Nase voll hat und die enttäuschten Kindergesichter und die traurigen kleinen Herzen nicht mehr ertragen kann - und deswegen den Kontakt unterbindet. (Nur kenne ich keinen einzigen Fall!!?!) Wir fahren trotzdem weiterhin quer durch Deutschland, packen Reisetaschen, zahlen Zugfahrkarten und versichern den Kindern, dass wir sie beide lieb haben und trösten, auch wenn es uns den Magen umdreht vor lauter Wut! Für mich ist so ein Artikel leider nicht besonders glaubwürdig. Oder wurden die Ex-Frauen der Väter dazu befragt? Falls ich mal eine geistig verwirrte Rabenmutter kennen lernen sollte, die aus reiner Boshaftigkeit ihr Kind vom Vater entfremdet, dann melde ich mich wieder und ändere meine Meinung zu diesem Thema!"

anonym

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