Versorgungsausgleich anfechten?

Meine Scheidung ist rechtskräftig und hat bzgl. Versorgungsausgleich ergeben, dass ich meinem Mann EUR 40,-- Rente pro Monat abgeben muss, obwohl ich von 11 Jahren Ehe, 10 Jahre Teilzeit (1/2 Stelle) gearbeitet habe. Außerdem hat mein Ex seine Betriebsrente vergessen anzugeben. Kann ich den Versorgungsausgleich anfechten, obwohl die Scheidung schon rechtskräftig ist?

Die Antwort der Expertin

Wenn Ihr Ehemann tatsächlich absichtlich seine Betriebsrente nicht angegeben hat und sich dieser Umstand zu Ihren Lasten im Versorgungsausgleich auswirkt, sollten Sie mit Ihrer Rechtsanwältin die Möglichkeit der Wiederaufnahme des Verfahrens prüfen.

Es gibt außerdem noch die Korrektur in einem Abänderungsverfahren: Nach § 10 a des Gesetzes zur Regelung von Härten im Versorgungsausgleich kann das Familiengericht auf Ihren Antrag hin die Entscheidung über den Versorgungsausgleich abändern, wenn der ursprünglich durchgeführte Versorgungsausgleich fehlerhaft war. Der Antrag kann aber erst gestellt werden, wenn eine der Parteien 55 Jahre alt geworden ist oder aufgrund des Versorgungsausgleichs eine Rente gezahlt oder gekürzt wird - der Versorgungsausgleich muss sich also schon konkret auf die Rentenzahlung auswirken.

Wenn ein Abänderungsgrund vorliegt, wird der gesamte Versorgungsausgleich vollständig neu entschieden. Überprüfen Sie vor Stellung des Änderungsantrages daher sorgfältig (unter Umständen unter Hinzuziehung eines Rentenberaters), ob ein Abänderungsantrag auch wirklich dazu führt, dass Sie weniger Rentenanwartschaften an Ihren geschiedenen Mann abgeben müssen.

Katharina Mosel ist Rechtsanwältin in Köln. Als Fachanwältin beschäftigt sie sich vor allem mit dem Familienrecht.

Themen in diesem Artikel