"Bester Sex": Frauen über ihre aufregendsten Bettgeschichten

In "Bester Sex" erzählen 33 Frauen ihre unanständigsten Bettgeschichten. Im Gespräch mit BRIGITTE.de verrät Autorin Ina Küper, warum ihre Mutter das Buch nicht lesen will und warum es wichtig ist, die Dinge beim Namen zu nennen.

Ina Küper und Marlene Burba

Diese Frauen kennen sich aus mit Sex-Abenteuern. Ina Küper, 25, ist Gründerin und Chefredakteurin von "Alley Cat", dem deutschlandweit einzigen Erotikmagazin für Frauen. Marlene Burba, 24, arbeitet als Redakteurin für das Hochglanzheft. Nun haben die beiden ein Buch mit 33 erotischen Geschichten herausgegeben. Von Frauen, für Frauen - und Männer, die noch was lernen wollen.

Exklusiv für BRIGITTE.de-User: Lesen Sie eine der 33 Geschichten aus dem Buch "Bester Sex", das im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf erschienen ist.

BRIGITTE.de: Wie kam die Idee zu dem Buch?

Ina Küper: Es gab ja schon das Buch "Schlechter Sex" von Mia Ming, und da entstand die Idee, ein Buch herauszugeben, das eben von gutem Sex, oder vielmehr dem besten Sex handelt.

BRIGITTE.de: Und hatten Sie da schon Geschichten parat?

Ina Küper: Nee, gar nicht. Natürlich hatten wir unsere eigenen Geschichten, die ja auch Teil des Buches sind, aber wir haben dennoch bei Null angefangen. Sprich, wir haben uns im Freundeskreis, bei Bekannten oder Kolleginnen umgehört und hatten relativ schnell 33 Mädels und Frauen zusammen, die uns ihre Geschichten eingereicht haben.

BRIGITTE.de: Und welche Geschichten handeln von Ihrem besten Sex?

Ina Küper: Die ersten zwei Geschichten im Buch sind von uns, aber mehr verraten wir nicht.

BRIGITTE.de: Geben die Geschichten auch neuen Input für das Heft "Alley Cat"?

Ina Küper: Ideen nicht direkt. Aber man kann die Geschichten wie eine Art Feldstudie betrachten. Wenn man sich nämlich mal die Quintessenz aus den ganzen Stories anguckt, dann wird schon klar, dass es Parallelen gibt. Gerade bei den Frauenfantasien.

BRIGITTE.de: Inwiefern das?

Ina Küper: Ich hab mich vor ein paar Monaten mal mit einem Sexualwissenschaftler unterhalten, da ging es darum, was die beliebtesten Sexfantasien von Frauen sind...

BRIGITTE.de: ... und die wären?

Ina Küper: Sex mit einem Fremden, Sex mit mehreren Männern, Sex mit einer Frau und den eigenen Partner beim Sex beobachten. Eine Fantasie kommt aber nicht in unserem Buch vor, aber es soll sie geben: Die Fantasie, vergewaltigt zu werden. Aber da verwundert es mich auch nicht, dass das keine Frau in die Tat umgesetzt hat.

BRIGITTE.de: Hat Ihre Mutter die Geschichten gelesen?

Ina Küper: Nein. Das will sie nicht. Sie sagt, sie hat Angst, irgendwelche schweinischen Texte zu lesen und sich dann zu denken: Das könnte meine Tochter sein! Und ich glaube, ich möchte auch nicht, dass sie die liest. Ich würde so was von ihr ja auch nicht lesen wollen.

BRIGITTE.de: Und von der eigenen Tochter, wenn Sie schon eine hätten?

Ina Küper: Auch nicht. Ich trenne das gerne. Ich rede gerne mit Freundinnen darüber oder mit meinem Partner. Aber ansonsten finde ich das ein wenig heikel.

BRIGITTE.de: Apropos heikel: War die deutliche Sprache in den Geschichten beabsichtigt?

Ina Küper: Ja. Wir haben den Erzählerinnen gesagt: Schreibt es auf, wie es ist und nennt die Dinge beim Namen. Es heißt Schwanz und nicht Lotusstab. Witzigerweise habe ich das Gefühl, dass Frauen mit mehr Lebenserfahrung da lockerer drüber sprechen können, als junge Frauen.

BRIGITTE.de: Woran könnte das liegen?

Ina Küper: Ich glaube, dass man durch die Erfahrung, die man sammelt, sich selbst besser kennen lernt. Herausfindet, was man will und dadurch auch ein größeres sexuelles Selbstbewusstsein entwickelt. Mit 16 oder 17 traut man sich oftmals auch nicht, seine sexuellen Rechte einzufordern, ich denke, das braucht auch so seine Zeit.

BRIGITTE.de: Angenommen, einem Mann fällt dieses Buch in die Hände, was dürfte in ihm vorgehen?

Ina Küper: Ich glaube, Männer können relativ viel aus diesem Buch lernen. Zum einen: Frauen sind gar nicht so kompliziert, wie man vielleicht denken würde. Und auch, dass gewisse Klischees einfach überflüssig sind. So kommt in dem gesamten Buch keine einzige Kerze, keine Satinbettwäsche vor. Und sie können sehr konkrete Tipps entnehmen. Denn wie schon gesagt: In viele Geschichten ähnelt sich die Art und Weise, wie Frauen angefasst werden wollen, was sie anmacht, erregt. Aber am wichtigsten ist eigentlich und auch das geht aus den Geschichten hervor: Bester Sex kann nur passieren, wenn man kommuniziert.

Ina Küper & Marlene Burba BESTER SEX 33 Frauen erzählen ihre aufregendsten, unanständigsten und romantischsten Abenteuer 256 Seiten, Taschenbuch erschienen im Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag

Interview: Catharina Swantje Muuß Fotos: Getty Images, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Nico Klein-Allermann
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