Breeding: Bei diesem Sex-Fetisch geht's (auch) ums Risiko

Menschen mit einem Fetisch für Breeding turnt beim Sex die Vorstellung an, dass sie dabei schwanger werden könnten. Was genau dahintersteckt, liest du hier.

Die einen stehen auf Blümchensex, andere schieben lieber mal einen Quickie und manche zelebrieren ihre Lust beim Tantra-Sex – jeder Mensch, wie er möchte und wie er's am liebsten hat. Schließlich gibt es nicht umsonst zig verschiedene Sexstellungen, zwischen denen wir wählen und je nach Belieben wechseln können. Wer wiederum einen Breeding-Fetisch hat, den turnt beim Sex besonders ein Aspekt an, der einigen Leuten in erster Linie Angst macht: die Tatsache, dass dabei ein Kind entstehen könnte ...

Breeding: Definition

Mit dem englischen Ausdruck Breeding (Zucht, Brüten) bezeichnet man einen Fetisch, also eine besondere Vorliebe, für die Möglichkeit bzw. das Risiko, beim Sex schwanger zu werden. Während manche Menschen lieber gar keinen Geschlechtsverkehr hätten, als dabei im Unklaren über die Verhütung zu sein, gibt unter anderem diese Unklarheit Leuten mit einem Breeding-Fetisch den ultimativen Kick. Im Gegensatz zu Paaren, die gezielt Sex haben, um sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen, bringt Breeding-Begeisterte allerdings lediglich der Gedanke auf Touren, dass ein Baby entstehen könnte – denn manche von ihnen möchten (gerade) gar kein Kind oder sind noch nicht wirklich dafür bereit. 

Darum sollten Frauen nicht mehr mit Männern ins Bett gehen

So heißt es im "Urban Dictionary" über den Breeding-Fetisch:

  • "Wenn eine Frau Sex hat und dabei nur Erregung spürt, sofern sie sich irgendwie einreden kann, dadurch schwanger zu werden und zur Fortpflanzung benutzt zu werden. Beispiel: 'Obwohl sie die Pille nahm, hatte sie einen Breeding-Fetisch und stellte sich vor, Sex zu haben, um ein Baby zu bekommen.'"

Bedeutet also: Beim Breeding spielt zumindest für einige die Vorstellung, aber generell der grundsätzliche Zusammenhang zwischen Geschlechtsverkehr und Fortpflanzung eine große Rolle. Wer einen Breeding-Fetisch spürt, allerdings keinen tatsächlichen Kinderwunsch hat, kann ihn somit am besten zum Beispiel durch Rollenspiele ausleben. Obwohl im "Urban Dictionary" nur von Frauen die Rede ist und man im Netz vorwiegend Berichte von weiblichen Breeding-Liebhaberinnen findet, können Männer natürlich genauso fühlen – nur dass sie dann nicht der Gedanke an eine Schwangerschaft, sondern lediglich an das Baby anturnt. (Hier findest du einen "Reddit"-Thread, in dem eine Frau mit einem Breeding-Fetisch Fragen beantwortet und hier einen persönlichen Beitrag mit dem Titel "Confessions of a woman with a Breeding Fetish"). 

Breeding: Gar nicht so abwegig ...

Zugegeben: Wenn man das erste Mal vom Breeding-Fetisch hört, mag er etwas befremdlich wirken. Doch ganz ehrlich: Für welchen Fetisch, den man selbst nicht hat, gilt das nicht? Tatsächlich ist, ein gewisses Risiko beim Sex als erregend zu empfinden, gar nicht sooo abwegig und ungewöhnlich, wenn wir unsere Vorbehalte für einen Augenblick zur Seite legen. Angst und (lustvolle) Erregung liegen für unser Gehirn nun einmal sehr nahe beieinander, deshalb stürzen sich ja auch viele Menschen an einem Gummiseil baumelnd von Brücken oder tauchen mit hungrigen Haien. Außerdem gehört Fortpflanzung zu einer der Grundfunktionen von Sex. Für manche ist sie zwar ein unerwünschter Nebeneffekt, den man ja (zum Glück) verhüten kann, aber andere sehen und empfinden darin eben einen Kernpunkt, der zumindest in ihrer Vorstellung im Mittelpunkt stehen muss, damit sie Sex genießen können. 

Keine Frage: Wer für den Breeding-Fetisch Schwangerschafts-Roulette beim Sex veranstaltet und für den Kick bewusst auf Verhütung verzichtet, obwohl gerade kein Kind in den Lebensplan passt, handelt unverantwortlich und spielt mit mehr als einem Leben (dem eigenen, dem des potentiellen Babys und dem des Sexpartners). Ein solches Verhalten wäre weder fair noch zu verteidigen. Doch solange Breeding lediglich eine luststeigernde Fantasie oder Haltung ist – warum nicht? Schließlich sollten wir keinen Menschen für seine Vorstellungen, Empfindungen und Vorlieben verurteilen, selbst wenn wir sie nicht nachvollziehen können. Wir ticken nun mal alle unterschiedlich. Und gerade das macht uns und unsere Welt ja so schön und liebenswert! 

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