Das große Verhütungs-Einmaleins

Pille, Spirale, Pflaster, Kondom - es gibt viele Wege, eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern und Geschlechtskrankheiten vorzubeugen. Wir stellen euch die wichtigsten Verhütungsmethoden vor und informieren über deren Vor- und Nachteile

Generell wird zwischen vier verschiedenen Methoden der Empfängnisverhütung unterschieden: Die Barriere-, die hormonellen, die natürlichen und die chemischen Methoden.

Der so genannte Pearl-Index gibt zu jeder Methode an, wie sicher sie ist: Dabei bezieht er sich auf eine Statistik, die zeigt, wie viele Frauen bei Anwendung einer bestimmten Methode statistisch gesehen schwanger werden. Liegt der Pearl-Index bei 2 bedeutet das also, dass 2 von 100 Frauen schwanger geworden sind.

1. BARRIEREMETHODEN

Unter die so genannten Barrieremethoden fallen alle Verhütungsmittel, die Samenzellen durch eine Barriere, also ein Hindernis, davon abhalten, zur Eizelle vorzudringen und diese zu befruchten. Barrieremethoden eignen sich besonders für Frauen, für die aus ganz verschiedenen Motivationen heraus eine hormonelle Empfängnisverhütung nicht in Frage kommt. Die Sicherheit der Barrieremethoden steht und fällt mit dem Wissen der Partner um ihre richtige, konsequente und sachgerechte Anwendung, die oft etwas Übung verlangt. Der bekannteste Vertreter dieser Gruppe ist das Kondom - doch es gibt auch noch viele andere Möglichkeiten.

Kondome

Sie sind aus Naturkautschuk-Latex oder - in der latexfreien Variante - aus Polyethylen (PE) gefertigt (für Latex-Allergiker) und werden vor dem Sex über den steifen Penis des Mannes abgerollt. Kondome gibt es in vielen verschiedenen Farben, Geschmacksrichtungen und Formen.

Vorteile: Sie sind relativ preisgünstig (10 Stück kosten ca. 5 Euro) und leicht zu besorgen (Supermarkt, Drogerie, Apotheke, Automaten). Kondome sind die einzige Möglichkeit, sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV oder Hepatitis B vorzubeugen,und somit können sie auch für den sicheren Oral-/Analverkehr zwischen hetero-/homosexuellen Partnern benutzt werden.

Nachteile: Ihre Anwendung erfordert ein bisschen Übung, um 'Unfälle' wie reißen, abrutschen oder platzen auszuschließen. Damit nichts schiefgeht, sollten sich jeder, ob Junge oder Mädchen, über die sachgerechte Anwendung von Kondomen informieren und das nicht nur dem Partner überlassen. Eine Anleitung findet ihr in jeder Kondompackung oder hier (http://www.machsmit.de/spots/kondome/index.php).

Sicherheit: Bei richtiger Anwendung ist die Sicherheit hoch. Dass der Pearl-Index dennoch zwischen 2 und 14 liegt, ist in erster Linie auf Fehlverhalten bei der Anwendung zurückzuführen.

Achtung: Durch verschiedene Substanzen, die als Gleitmittel benutzt werden (Bodylotion, Baby- oder Massageöl, Vaseline etc.) oder durch Scheiden-Zäpfchen werden Kondome porös. Es gibt allerdings Produkte, die für den Einsatz mit Kondomen freigegeben sind (Beipackzettel beachten). Kondome haben ein Verfallsdatum und müssen richtig aufbewahrt werden: Sie dürfen beispielsweise keinen zu hohen Temperaturen ausgesetzt werden. Gebrauchte Kondome gehören nicht in die Toilette, sondern in den Mülleimer.

Femidome

Sie werden auch als Kondom für die Frau bezeichnet und sind eine Erfindung aus den 1990er Jahren. Ein Femidom ist ca. 18 cm lang und hat am oberen und unteren Ende zwei Ringe, von denen einer in die Scheide eingeführt wird und einer außerhalb, also vor den großen Schamlippen, liegt.

Vorteile: Das Femidom kann bis zu zehn Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingeführt werden. Seine Anwendbarkeit hängt nicht von der Steifheit des Penis ab. Es ist für Latex-AllergikerInnen geeignet, da es nicht aus Natur-Kautschuk besteht. Genau wie Kondome schützt es vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Nachteile: Femidome sind relativ teuer (ca. 3-5 Euro pro Stück).

Sicherheit: Der Pearl-Index liegt aus den gleichen Gründen wie bei Kondomenzwischen 5 und 25.

Diaphragma

Das Diaphragma ist schalenförmig und verschließt den Eingang des Muttermundes vor dem Eindringen des Spermas. Es wird aus Gummi oder Silikon hergestellt und vor dem Sex zusammen mit einem Spermien abtötenden Gel (Spermizid) in die Scheide eingeführt. Nach dem Geschlechtsverkehr muss es noch mindestens acht Stunden im Körper bleiben.

Vorteile: Es wird nur bei Bedarf angewendet und hat, da nicht hormonell, keine Auswirkungen auf den Zyklus. Deshalb ist es vor allem für junge Frauen besonders geeignet. Mit ca. 30 Euro ist es sehr günstig, denn ihr müsst euch nur alle ein bis zwei Jahre ein neues besorgen.

Nachteile: Ein Diaphragma muss vom Frauenarzt individuell angepasst werden schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Deshalb sollte es immer zusammen mit einem Kondom oder Femidom benutzt werden. Das Einsetzen erfordert ein wenig Übung und muss höchstens zwei Stunden vor dem Sex geschehen.

Sicherheit: Der Pearl-Index liegt zwischen 1 und 20 (Studienabhängig).

Ähnliche Methoden: Portiokappe, LEA contraceptivum

2. HORMONELLE METHODEN

Unter die Methoden der hormonellen Empfängnisverhütung fallen alle diejenigen, bei denen dem Organismus der Frau auf unterschiedliche Weise Hormone (Östrogene, Gestagene und Progesteron) zugeführt werden. Die 'Pille', die es in verschiedenen Varianten gibt, ist der bekannteste Vertreter dieser Gruppe.

Die Pille

Mehr als sechs Millionen Frauen verhüten mit der Pille – sie ist damit das beliebteste Verhütungsmittel überhaupt. Unter den sehr allgemeinen Begriff 'Pille' fallen zwei Arten von Präparaten: Die Kombinationspille und die Mini-Pille. Eine Kombinationspille wird 21 Tage am Stück eingenommen, dann folgt eine siebentägige Einnahmepause, in der ihr eure Regel bekommt. Im Gegensatz dazu wird die Mini-Pille täglich ohne Pause eingenommen. Welche Pille am besten zu euch passt, solltet ihr mit eurem Frauenarzt besprechen. Eine Dreimonats-Packung kostet zwischen 10 und 40 Euro, bis zum 20. Lebensjahr bekommt ihr eure Pille kostenfrei auf Rezept.

Vorteile: Die Pille wirkt vom ersten Tag ihrer Einnahme an und kann helfen, Regelschmerzen, Migräne und Akne zu mindern. Außerdem führt sie oftmals einen geregelteren Monatszyklus herbei. Bei richtiger Einnahme hat sie einen sehr hohen Sicherheitsfaktor.

Nachteile: Ihr müsst diie Pille immer regelmäßig einnehmen, denn schon ein einziges Mal vergessen beeinträchtigt den Empfängnisschutz erheblich. Es besteht kein Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten, also auch nicht vor HIV. Achtung bei Durchfall oder Erbrechen: die Pille kann ihre Wirksamkeit verlieren. Vorsicht ist auch bei der zeitgleichen Einnahme anderer Medikamente, wie z.B. Antibiotika, geboten. Außerdem klagen einige Frauen über Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme oder sexuelle Lustlosigkeit. Für Raucherinnen erhöht sich das Thrombose-Risiko!

Mikro-Pille

Sie ist die Weiterentwicklung der klassischen Anti-Baby-Pille und besteht aus einer Kombination von Gestagenen und Östrogenen. Durch das Zusammenspiel der beiden Hormone verhindert die Mikro-Pille die Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter, indem sie den Eisprung verhindert. Die Mikro-Pille hat den Vorteil, dass sie aufgrund ihrer niedrigen Dosierung wesentlich weniger Nebenwirkungen hat als ihre Vorgängerin.

Sicherheit: Der Pearl-Index liegt bei 0,1-0,9.

Mini-Pille

Sie enthält im Gegensatz zur Mikro-Pille keine Östrogene sondern nur Gestagene, ist also kein Kombinationspräparat. Ihre Wirkung beruht auf der unter ihrem Einfluss stattfindenden Veränderung der Gebärmutterschleimhaut, die zäh wird und so ein Eindringen des Spermas verhindert. Die Mini-Pille ist nur für sehr gewissenhafte Frauen geeignet, da sie auf die Stunde genau eingenommen werden muss.

Sicherheit: Der Pearl-Index liegt bei ca. 2,5.

Hormon-Spirale

Dieser ca. 3 cm lange, T-förmige Kunststoffkörper wird von eurem Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt. Hier gibt die Spirale konstant sehr kleine Mengen Gestagen ab, was zu einer Verdickung des Schleims am Gebärmutterhals führt. Die Spermien werden so am Eindringen in die Gebärmutter gehindert. Bei einem Teil der Frauen wird unter dem Einfluss des Hormons auch der Eisprung gehemmt. Einmal eingesetzt kann die Spirale bis zu fünf Jahre in der Gebärmutter bleiben. Die Kosten betragen zwischen 300 und 400 Euro.

Vorteile: Die Hormonspirale wirkt vom ersten Tag an und verhütet sehr zuverlässig bis zu fünf Jahre. Ihr müsst nicht, wie bei der 'Pille', jeden Tag an sie denken. Außerdem ist die Belastung des Körpers durch Hormone aufgrund der sehr niedrigen Dosierung gering. Frauen, die die Pille nicht vertragen oder unter einem unregelmäßigen Zyklus leiden, können es mit der Hormonspirale versuchen.

Nachteile: Der Eingriff muss vom Frauenarzt durchgeführt werden und kann unangenehm oder sogar schmerzhaft sein. Außerdem treten bei manchen Frauen unter Anwendung der Spirale stärkere Regelschmerzen auf. In den ersten Monaten kann es passieren, dass die Spirale verrutscht oder auch abgestoßen wird.

Sicherheit: Der Pearl-Index liegt bei 0,16.

3-Monats-Spritze

Die Wirkung dieser Verhütungsmethode beruht auf der Hemmung des Eisprungs durch Gestagen. Die Spritze wird alle drei Monate als Depot in den Gesäß- oder Oberarmmuskel der Frau injiziert. Über das Blut gelangen die Hormone dann langsam zur Gebärmutter und zu den Eierstöcken. Somit handelt es sich hier – genau wie bei der Hormonspirale – um eine Langzeitverhütungsmethode. Die Kosten für eine Spritze betragen zwischen 25 und 30 Euro.

Vorteile: Einnahmefehler wie bei der Pille können ausgeschlossen werden. Frauen mit Darmkrankheiten, die Medikamente nehmen müssen, welche die Wirkung der 'Pille' beeinträchtigen, sind mit der Drei-Monats-Spritze gut beraten. Erbrechen oder Durchfall beeinflussen die Wirkung nicht. Auch gut: Migräne oder starke Regelschmerzen können durch die Spritze gemindert werden.

Nachteile: Die gespritzte Hormonmenge ist relativ hoch, da sie ja als Depot für drei Monate angelegt wird. Außerdem kann diese Methode nicht spontan abgesetzt werden, denn das Depot muss erstmal vollständig abgebaut werden. In Wechselwirkung mit Antibiotika oder Antidepressiva wirkt die Spritze weniger sicher. Nach dem vollständigen Abbau des Depots kann es bis zu 22 Monaten dauern, bis der Eisprung wieder regelmäßig einsetzt.

Sicherheit: Der Pearl-Index liegt zwischen 0 und 1.

Kunststoffstäbchen

Bei dieser Methode wird ein dünnes, biegsames Stäbchen, das Gestagen enthält, unter die Haut am Oberarm implantiert. Hier gibt es nach und nach geringe Mengen des Hormons ab, hemmt so den Eisprung oder führt zu einer Veränderung der Gebärmutterschleimhaut. Das Stäbchen wird vom Frauenarzt unter lokaler Betäubungeingesetzt und schützt dann drei Jahre lang vor einer ungewollten Schwangerschaft.

Vorteile: Das Hormonimplantat ist eine der sichersten Verhütungsmethoden und eignet sich besonders für alle Mädchen, die nicht täglich an Verhütung denken wollen. Die Hormondosierung ist sehr niedrig

Nachteile: Es können alle Nebenwirkungen auftreten, die auch unter Einnahme der 'Pille' vorkommen. Hinzu kommt, dass viele Frauen über irreguläre Blutungen klagen. Der Preis dieser Methode ist mit 300 Euro pro Stäbchen relativ hoch.

Sicherheit: Der Pearl-Index liegt laut Hersteller bei unter 0,1.

Weitere hormonelle Verhütungsmethoden sind der Vaginalring und das Hormonpflaster.

3. NATÜRLICHE METHODEN

Diese Methoden werden auch als Methoden der Natürlichen Familienplanung bezeichnet. Unter diese Rubrik fallen all jene Methoden, die weder chemisch, noch hormonell, noch über eine Barriere funktionieren. Grundlage aller natürlichen Verhütungsmethoden ist die Bestimmung der fruchtbaren Tage der Frau mit dem Ziel, an den unfruchtbaren Tagen Sex haben zu können, ohne das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft eingehen zu müssen. Bei einigen dieser Methoden werden sogenannte Verhütungscomputer zur Unterstützung bei der Anwendung und Ergebnisinterpretation benutzt.

Temperatur-Methode

Grundlage dieser Methode ist das tägliche Messen der sogenannten Basaltemperatur. Diese ist vom Menstruationszyklus abhängig und steigt kurz nach dem Eisprung an. Stellt man eine mindestens dreitägige Temperaturerhöhung fest, kann man rückwirkend auf den Eisprung schließen. Da auf den Eisprung die unfruchtbaren Tage folgen, kann man an diesen dann ungeschützten Sex haben. An den potentiell fruchtbaren Tagen muss man dann enthaltsam leben (oder anders verhüten).

Vorteile: Im Gegensatz zur hormonell gesteuerten Verhütung findet hier kein Eingriff in den Organismus statt.

Nachteile: Die Basaltemperatur ist starken Schwankungen unterlegen, die durch Alkoholkonsum, großen Stress, Infektionen, Fieber oder auch Schlafmangel ausgelöst werden können. Sie bietet, wie auch alle hormonellen Verhütungsmethoden, keinen Schutz vor Geschlechtskrankheiten wie HIV. Diese Methode ist nur für Frauen mit einem sehr regelmäßigen Zyklus geeignet, also nicht für junge Mädchen oder Frauen in den Wechseljahren.

Sicherheit: Der Pearl-Index liegt bei 3-10. Diese Methode ist als sehr unsicher einzustufen und gilt als veraltet!

Billings-Methode

Diese Methode beruht auf der täglichen Beobachtung des Muttermund-schleims, dessen Beschaffenheit man in einer Tabelle notiert, um so auf die (un-)fruchtbaren Tage schließen zu können. Auch hier ist der Dreh- und Angelpunkt die Bestimmung des Eisprungs.

Vorteile: Im Gegensatz zur hormonell gesteuerten Verhütung findet hier kein Eingriff in den Organismus statt.

Nachteile: Der natürliche Hormonspiegel der Frau ist Schwankungen unterlegen, die sich auch auf die Schleimproduktion auswirken können. Schwankungen entstehen unter anderem durch Infektionen und Schlafmangel (vgl. Temperaturmethode). Die Methode bietet keinen Schutz vor Geschlechtskrankheiten wie HIV. Sie ist nur für Frauen mit einem sehr regelmäßigen Zyklus geeignet, also nicht für junge Mädchen oder Frauen in den Wechseljahren.

Sicherheit: Der Pearl-Index liegt bei 15. Diese Methode ist zur Verhütung ungeeignet und explizit für Paare mit Kinderwunsch zu verstehen (diese schließen mit ihrer Hilfe auf die fruchtbaren Tage).

Symptothermale Methode

Hier werden Temperatur-Methode und Billings-Methode miteinander kombiniert. Das bedeutet, dass sowohl die Basaltemperatur als auch der Muttermundschleim beonbachtet werden, um auf die (un-)fruchtbaren Tage schließen zu können. Ein Verhütungscomputer hilft bei der Protokollierung und Interpretation der Messergebnisse.

Vorteile: Im Gegensatz zur hormonell gesteuerten Verhütung findet hier kein Eingriff in den Organismus statt.

Nachteile: Der natürliche Hormonspiegel der Frau ist Schwankungen unterlegen, die sich auch auf die Schleimproduktion auswirken können. Schwankungen entstehen unter anderem durch Infektionen und Schlafmangel (vgl. Temperaturmethode). Die Methode bietet keinen Schutz vor Geschlechtskrankheiten. Sie ist nur für Frauen mit einem sehr regelmäßigen Zyklus geeignet, also nicht für junge Mädchen oder Frauen in den Wechseljahren.

Sicherheit: Der Pearl-Index liegt bei strenger Anwendung und unter optimalen Bedingungen bei 0,4.

4. CHEMISCHE METHODEN

Hiermit sind die sogenannten Spermizide gemeint, die Spermien abtöten oder ihre Beweglichkeit so stark einschränken, dass sie nicht mehr in der Lage sind, eine Eizelle zu befruchten. Spermizide gibt es als Zäpfchen, Spray, Salben, Gel oder Schaum. Sie werden vor dem Sex in die Scheide eingeführt.

Vorteile: Im Gegensatz zur hormonell gesteuerten Verhütung findet hier kein Eingriff in den Organismus statt. Spermizide können direkt bei Bedarf angewendet werden und sind preisgünstig.

Nachteile: Spermizide sollten niemals ausschließlich verwendet werden, sondern immer in Kombination mit Kondom, Pessar oder Portio-Kappe. Spermizide können Kondome porös machen, also immer auf die Packungsbeilage gucken, ob die beiden kombiniert werden können. Sie bieten keinen Schutz vor Geschlechtskrankheiten. Vereinzelt können unangenehme Reizungen der Scheidenschleimhaut auftreten.

Sicherheit: Bei ausschließlicher Verwendung liegt der Pearl-Index bei 5-21.

Lecktuch oder Dental Dam

Dental Dams kommen beim Oralverkehr zwischen hetero- oder homosexuellen Partnern zum Einsatz. Es handelt sich um ein Tuch aus Latex oder latexfreiem Gummi (für Allergiker), das über die Scheide gelegt wird und so Schutz vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten bietet. Dental Dams sind in Deutschland noch relativ unbekannt und werden hier auch als Lecktücher bezeichnet. Ihr bekommt sie in der Apotheke, bei den lokalen AIDS-Hilfen oder im Internet. Ein Tuch kostet zwischen 3 und 5 Euro.

Koitus Interruptus

Noch immer hält sich hartnäckig das Gerücht, dass es sich hierbei um eine Verhütungs-methode handele. Das stimmt nicht! Auch, wenn der Mann kurz vor dem Samenerguss seinen Penis aus der Scheide zieht, kann es zu einer Befruchtung der Eizelle kommen, denn bereits vor dem Orgasmus treten geringe Mengen Samenflüssigkeit aus. Ganz abgesehen davon ist natürlich auch kein Schutz vor HIV geboten!

Pille danach

Die Pille danach kommt ausschließlich zum Einsatz, wenn euch beim Sex ein Unfall passiert ist: Kondom gerissen oder Pille vergessen und erst hinterher bemerkt. Sollte euch das passieren, wendet euch innerhalb der nächsten 48 Stunden an euren Frauenarzt oder an eine der Beratungsstellen von Pro Familia. Da diese Pille eurem Körper eine große Menge an Hormonen zuführt und dies dazu führen kann, dass Nebenwirkungen wie Erbrechen, Durchfall oder Schwindel auftreten, ist sie wirklich nur für den NOTFALL geeignet!

Nützliche Links

www.sextra.de: Anonyme und kostenfreie Online-Beratung der Deutschen Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung e.V.

www.loveline.de: Tipps und Infos rund um die Themen Liebe, Sexualität und Verhütung. Ein besonderer Service ist das "Liebeslexikon", das über 350 Begriffe, Zeichnungen, O-Töne und Videos umfasst. Mehr Antworten gibt's zudem im Chatroom, wo ihr euch an Sexualpädagogen und Ärzte wenden könnt.

www.profamilia.de: Pille vergessen, Kondom kaputt, nicht aufgepasst? Unter der Telefonnummer 01805 - 776326 bekommt man ausführliche Informationen zu Wirkung und Anwendung der "Pille danach". Die automatischen Ansagen gibt es auf Deutsch, Türkisch, Englisch und Russisch.

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