Der beste Sex für Frauen

Dieses Buch macht heiß: Der Bestseller "Sex. So machen's Frauen" kennt keine Tabus. Überzeugt euch selbst in unserer Leseprobe.

"Sex". Ziemlich banaler Titel für einen Ratgeber, könnte man meinen. Der Zusatz "So machen's Frauen" macht aber schnell deutlich: Hier stehen wir Frauen im Vordergrund. Unsere Bedürfnisse. Unser Orgasmus. Und vor allem die Frage: Bin ich eigentlich normal? Eines können wir jetzt schon beantworten: Ja, voll und ganz!!

Zugegeben, das Buch fängt relativ harmlos an. Von den ersten sexuellen Erfahrungen in der Kindheit ist dort die Rede (siehe Leseprobe), die wahrscheinlich jede von uns gemacht hat. Beruhigend zu wissen: Auch das ist völlig normal, sogar notwendig, um frühzeitig rauszufinden, was wir wollen und was uns gefällt.

Dann geht es los: Porno-Geschichten, um die Fantasie anzuregen. Detaillierte Beschreibungen sämtlicher Handgriffe beim Masturbieren. Die beste Stellung, um sich selbst zu befriedigen. Das beste Hilfsmittel (Stichwort: Duschkopf). Welche Stellung eignet sich für welchen Vibrator? Wie funktioniert ein guter Blow-Job? Was sage ich beim Dirty Talk? Und welche Fantasien hat eigentlich mein Freund?

Eins ist klar: In "Sex. So machen's Frauen" wird alles ausgepackt (im wahrsten Sinne des Wortes), was man schon immer über Sex wissen wollte (oder auch nicht). Auch wenn einige Tipps wahrscheinlich für viele Fantasien bleiben werden, ist "Sex. So machen's Frauen" ohne Zweifel ein guter Ratgeber für ein erfülltes Sexleben - allein oder mit euerem Freund.

Drei Tipps aus "Sex. So machen's Frauen"

1. Legt selbst Hand an! Nur wenn ihr wisst, was ihr mögt und was euch erregt, könnt ihr es auch eurem Partner zeigen. Tipps und Techniken findet ihr in "Sex. So machen's Frauen" zuhauf.

2. Lasst euren Gedanken freien Lauf! Es ist nicht verboten, in Sexfantasien zu schwelgen, während ihr oder euer Partner es euch besorgt. Im Buch gibt es dafür jede Menge Inspiration. Und ja: Ihr seid völlig normal, wenn ihr dabei an euren Nachbarn, euren Arbeitskollegen oder auch an eine Frau denkt!

3. Betrachtet euch im Spiegel, während ihr kommt! Ihr werdet überrascht sein, wie gut ihr dabei ausseht...

Melinda Gallagher & Emily Kramer Sex. So machen's Frauen 304 Seiten, 14.95 EUR Taschenbuch, Blanvalet ISBN: 978-3-7645-0269-0

Sex: "Girls will be Girls"

Sie sind etwa elf Jahre alt und liegen umgeben von Ihren Kuscheltieren im Bett. Die Decke steckt zwischen Ihren Beinen, und sie beginnen neugierig, sie hin und her zu reiben. Zuerst ist es ein Gefühl wie Jucken, es wird besser, je fester Sie reiben; immer fester und schneller biegen Sie sich der weichen Bettdecke entgegen, bis Sie explodieren. Sie sind schockiert und erstaunt, erzählen aber niemandem von Ihrer neuen Lieblingsbeschäftigung im Bett. Kurz darauf beschließen Sie, sich auch einmal mit den Fingern zu berühren, und Sie finden Ihre empfindliche Klitoris. Ihr nächtliches Ritual entwickelt sich, nach und nach erfahren Sie, dass Sie Ihren Geruch mögen, dass Ihre Brustwarzen gerne gedrückt werden und dass sich die Luft vom Deckenventilator gut auf Ihrem Körper anfühlt - alles Dinge, die Sie heute noch mögen.

Oh, was wir alles erst ausprobieren müssen! Renee (27) wünscht, man hätte ihr gesagt, dass ihre ersten sexuellen Gefühle (und sie hatte eine ganze Menge) ganz natürlich waren. Woher sollte sie als Siebenjährige auch wissen, dass sie nicht das einzige Mädchen war, das im Sportunterricht gerne am Seil hinauf kletterte! Niemand, noch nicht einmal ihre Freundinnen hatten mit ihr jemals über Sex, geschweige denn über Masturbation geredet, deshalb versuchte sie krampfhaft, ihre Hände bei sich zu behalten. Auf der Junior High hörte sie, dass Jungen "sich einen runterholen", aber da das als "schlimm und schmutzig" galt und das, was sie tat, sich so gut anfühlte, musste es wohl etwas ganz anderes sein.

Sex: Der erste Orgasmus in der Schule

Der weibliche Körper kann nicht so kompliziert sein, wenn eine Sechsjährige ihn ohne weitere Anweisungen bedienen kann. Roberta (23) stieß auf ihre Klitoris, als sie sich nach dem Pinkeln abwischte. Sie merkte, dass irgendetwas anders war als sonst, wiederholte die Bewegung und entdeckte ihre Klitoris. Wenige Augenblicke später hatte sie ihren ersten Orgasmus. All dies geschah, ohne dass sie überhaupt wusste, was da mit ihr passierte; für sie spielte nur eine Rolle, dass es sich toll anfühlte! Wenn wir erst einmal Erregung empfinden, sind die natürlichen nächsten Schritte Masturbation und hoffentlich Orgasmus - genau diesen Weg nehmen die meisten Mädchen, wie Entenküken, die zum Wasser streben.

Klar, es ist nicht immer so einfach. Maggie (35) versuchte schon frühzeitig, sich selber zu berühren. Es fühlte sich ganz nett an, aber der magische Augenblick stellte sich nie ein. Als sie 14 war, überredete ihr Freund sie, es noch einmal zu versuchen. Eines Tages rieb sie also immer weiter, um herauszufinden, was er so aufregend daran fand. Während des Mittagsschlafs in der Schule benutzte sie abwechselnd Zeigefinger und Mittelfinger, weil die Finger irgend wann müde wurden, und nach über einer Stunde gelang dem rechten Mittelfinger schließlich der Durchbruch. Sie weiß noch, dass sie gedacht hat: "Mein Kopf explodiert, ich werde hier sterben, so werden sie mich finden, mit der Hand in meinem Höschen!"

Sex: Kein Zurück mehr nach dem ersten Orgasmus

Wenn Frauen früh lernen zu masturbieren und es häufig tun, ist dies ein Grund zum Feiern. Nach unserem ersten Orgasmus gibt es kein Zurück mehr. In einem einzigen Moment beginnen wir wahrhaftig, die Beziehung zwischen sexuellen Gedanken, dem Gefühl "da unten", der Fähigkeit unseres Körpers, Lust zu erleben und der ganzen positiven Macht, die dahinter steht, zu verstehen. Wir wissen vielleicht nicht, was das alles bedeutet, aber wir sind sicher, dass wir es immer wieder tun wollen...

Lust-Tipp: Denken Sie an eine Technik, die sie ganz alleine entdeckt haben (vielleicht das Springen auf dem Hüpfball als Kind...), und versuchen Sie es jetzt noch einmal.

Sex: Der erste Vibrator mit 13

Sie nehmen sich gerade Zeit für sich in der Badewanne, da kommt Ihre Mutter herein und schreit: "Hör auf, dich anzufassen! Komm aus der Wanne, und lass die schmutzigen Gedanken!" Sie wussten es doch! Für Ihr böses Verhalten kommen Sie direkt in die Hölle. Aber statt Ihre Sünden zu bereuen, lernen Sie, heimlicher vorzugehen. Wenn man Masturbation zu Hause verstecken muss, kann man sich leicht seiner sexuellen Entwicklung schämen. Selbst wenn wir nicht explizit entmutigt werden, ahnen wir trotzdem, dass unsere Gewohnheiten als "böse" gelten. Werden wir ein bisschen von außen entmutigt, gehen wir auf unsere einsamen Reisen, um herauszufinden, wie wir aktiv Lust empfinden können. Bekommen wir jedoch einen kleinen Schubs in die richtige Richtung, dann geht die Post ab. Yippie!

Als Melissa dreizehn war, hat ihre Mutter ihr in weiser Voraussicht ihren ersten Vibrator geschenkt! Sie erklärte ihr, wie wichtig es sei, erst einmal herauszufinden, was einem selber Spaß macht, bevor man es mit einer anderen Person versucht. Diese mütterliche Tat gab Melissa (heute 31) das Gefühl, ihr Körper und ihre Lust gehörten ihr ganz allein und es sei ihre Sache, wann sie sie mit jemand anderem teilen wollte. Viele Jahre und Tausende von Orgasmen später hat sich der Rat von Melissas Mom als äußerst klug erwiesen. Melissa, du kannst dich glücklich schätzen! Nicht viele von uns bekommen so positive Richtlinien von ihrer Familie, sondern schlagen aus Unwissenheit einen Weg ohne sexuelle Erfüllung ein oder müssen sich alles selber beibringen. Wir alle haben von den Vögeln und den Bienen gehört, aber wer von uns wollte denn schon wissen, wie der sexuelle Akt im Tierreich vorsichgeht? Wir wollten wissen, wie der menschliche Orgasmus vorsichgeht und warum wir die Hände nicht aus der Unterwäsche halten können.

Sex: Weiht euren Partner in eure Geheimnisse ein!

Lula (35) erinnert sich daran, dass ihre Mutter zwar einen Vorstoß gemacht hat, um sie aufzuklären, aber dann verlegen aufgehört hat. Eines Tages brachte sie ein Buch mit nach Hause, aus dem sie ihr und ihrer Schwester vorlesen wollte, aber schon auf der ersten Seite begannen alle zu lachen, und das war es dann. Lulas Mom schlug das Buch zu und sagte: "Na gut, dann müsst Ihr es Euch eben selber beibringen!" Genau das tat Lula auch. Mädchen wie Jungen erfahren schon sehr früh Erregung; es ist eine rein körperliche Reaktion. Wir brauchen uns der frühen Erforschung weder zu schämen noch zu fürchten, dass sie sofort zu Beziehungen und Geschlechtsverkehr führt. Wenn wir klein sind, ist sexuelle Lust noch kein Tabu - sie ist einfach da.

Lust-Tipp: Erzählen Sie Ihrem Partner oder einer Freundin etwas Lustiges über Ihre sexuelle Entwicklung, das er oder sie Ihnen nie zu getraut hätte - zum Beispiel, dass Sie jeden Nachmittag nach der Schule masturbiert haben.

Sex: Der Uterus als Kuhschädel mit Eierstöcken

Erinnern Sie sich noch an den lustigen Sexualkunde-Unterricht, den wir alle besuchen mussten - die Mädchen in dem einen Klassenzimmer, die Jungen im anderen? Wir wussten zwar nicht so genau, was bei den Jungen passierte, aber für uns Mädchen hing die gesamte Welt der weiblichen Sexualität mit der Menstruation zusammen. Musstet Ihr uns unbedingt erzählen, dass wir bald anfangen würden zu bluten und dann einen merkwürdigen Baumwollstopfen in uns hinein schieben müssten und beten würden, nicht am toxischen Schock zu sterben? Die Pubertät ist eine gemeine Zeit! Zweidimensionale Bilder des Uterus sehen aus wie ein Kuhschädel mit Eierstöcken statt der Ohren und Hörner. Langweilig im besten Fall, angsteinflößend im schlimmsten. Später erfahren wir, dass wir uns auch vor dem Umgang mit den Jungen fürchten müssen.

Sexualkunde-Unterricht erteilte unsere Sportlehrerin, was irgendwie seltsam war. In ihrem violetten Trainingsanzug aus Frottee erzählte sie uns alles von den Schrecken einer Teenager Schwangerschaft und zeigte uns furchtbare Bilder von jeder denkbaren sexuellen Erkrankung unter der Sonne. Das passiert Mädchen, die sich zu früh darauf einlassen. Du böses, böses Mädchen, du! Von Masturbation war natürlich nicht die Rede, auch nicht davon, wie viel Spaß Sex oder der Orgasmus machen können. Auf Lust wurde überhaupt nicht hingewiesen.

Sex: Wildes Treiben auf dem Zahnarztstuhl

In deinem Zimmer hängst du Boygroup-Pinups an die Wände und drückst deine Lippen auf das kühle, glänzende Papier. Mmmm... hmm. Dann schließt du die Augen, rollst den Kopf vor und zurück und schlingst die Arme um deinen Körper, als ob Simon Le Bon bei dir im Zimmer wäre. Was ... machst du... da eigentlich? Wir mögen ja kreativ sein, aber diese Bewegungen erfinden wir doch nicht selber. Als Kinder haben wir eifrig alles an Informationen um uns herum aufgenommen und ausprobiert. Noch bevor wir eine Ahnung haben, was wir sehen oder lesen, reagieren wir auf sexuelle Bilder oder Ideen. Bemerkenswert viele Frauen erleben ihre ersten sexuellen Gedanken, wenn sie die Playboy- oder Penthouse-Magazine ihres Vaters finden, versteckt in Wäscheschubladen, ganz hinten im Schrank oder unten im Keller. Genau so häufig kommt es vor, dass wir nachts zufällig auf einen privaten Fernsehsender oder die Pornovideos unseres Bruders stoßen. Wenn wir über diese "Unterhaltung für Erwachsene" stolpern, empfinden wir Staunen, Neugier und ein gewisses Prickeln. Wir erfahren unmittelbar, dass Sex eine visuell erregende Erfahrung ist.

Rose (34) hat einen Tennisball von den Dachbalken in der Garage ihrer Eltern heruntergeholt, wobei die gesamte Penthouse-Sammlung ihres Vaters auf sie herunterkrachte. An jenem Nachmittag hat sie mindestens sechs Zeitschrif ten verschlungen und auf dem kalten Zementboden sitzend fasziniert die Bilder nackter Frauen betrachtet. Sie kamen ihr mächtig und selbstbewusst vor, wie Superheldinnen oder Göttinnen, glücklich, zufrieden und sogar dominant. Aus den Zeitschriften erfuhr sie, dass man auch im Kostüm Sex haben kann, und der Zwölfjährigen gefiel der Gedanke, sich verkleiden zu können, besonders gut. Anscheinend waren die Möglichkeiten endlos: Man konnte es auf einem Zahnarztstuhl treiben, während der Zahnarzt zu schaute, auf der Motorhaube eines Autos mit dem Mechaniker oder im Heu bei Reitstunden - sie fand, das sah alles toll aus.

Sex: Pornoposter auf dem Männerklo

Als Kinder können wir die Politik der Pornoindustrie noch nicht beurteilen. Diese Bilder zeigen uns einfach nur einen Teil unserer Sexualität, der sonst im Verborgenen bliebe. Man könnte annehmen, dass die gestellten Posen und fototechnisch bearbeiteten "Schönheiten" uns abgestoßen hätten, aber unsere erste Reaktion auf diese Bilder war Faszination.

In diesen Hochglanzmagazinen eröffnete sich uns eine völlig neue Welt. Die Erfahrung, eine Zeitschrift aufzuschlagen und zum ersten Mal Frauen oder Paare in sexuellen Situationen zu sehen, ruft sofort eine körperliche Reaktion hervor. Judi (39) spürte dieses Prickeln zwischen den Beinen zum ersten Mal im Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers. Sie ging in den Hobbyraum, der wie eine Bar eingerichtet war, mit Herren- und Damentoilette. Als sie neugierig die Tür zur Herrentoilette öffnete, stellte sie fest, dass schmutzige Poster an den Wänden hingen und überall Zeitschriften herumlagen, bei deren Anblick ihr ganz schwindlig wurde. Natürlich wanderte ihre Hand in ihr Höschen, und sie kam rasch zum Höhepunkt. Sie können wetten, dass sie noch häufig in dieser Toilette verschwand.

Sex: Pornos, Playboy, Privatfernsehen

Die Autorinnen des Buches "Sex. So machen's Frauen": Melinda Gallagher und Emily Kramer

Nachdem Violet (26) ihre erste Penthouse-Ausgabe entdeckt hatte, malte sie selber Penisse und Brüste in allen Regenbogenfarben und wurde dabei erwischt. "Ich kann mich nicht erinnern, warum ich es eigentlich getan habe, aber ich weiß noch, wie verlegen ich war, als die Schwester meiner Freundin die Zeichnungen vom Tisch nahm. 'Ich sage es Mom!', rief sie und rannte den Flur entlang. Ihre Mutter fuhr mich sofort nach Hause und nahm mir das Versprechen ab, dass ich meiner Mutter erzählte, was ich getan hatte. Ich erzählte es ihr natürlich nicht, und ich weiß noch, wie dankbar ich war, dass meine "Missetat" unbestraft durchging; ich würde nie wieder einen nackten Menschen zeichnen, beschloss ich! Es war eine verdrehte Lektion. Ich hatte Angst, von meinen Eltern dafür bestraft zu werden, dass ich die Bilder imitierte, die mein Vater insgeheim so gerne an schaute."

"Video killed the radio star" ist ein Motto der 1980er Jahre, und die Kurve unserer sexuellen Erfahrung verändert sich. Wir alle wollen MTV, der Typ vom Kabelfernsehen kommt zu uns nach Hause und installiert die magische Box. Auf einmal brauchen wir keine Antennen mehr, und die Möglichkeiten sind endlos. Du lieber Himmel, es gibt fast sechzig Kanäle!

Warte mal, was ist das denn hier? Man sieht fast nur Wellenlinien, Farben und... ineinander verschlungene nackte Körper. Da ist so etwas Ähnliches wie Aufzugmusik, aber cooler, und man hört vages Stöhnen und Kreischen. "O Gott. Oh, ja, Baby. Besorg es mir!" Was ist da los? Warte, ist das echt? Was machen die da? Warum kriege ich so ein komisches Gefühl zwischen den Beinen? Bianca (21) schaute sich immer Sexszenen im Late-Night-TV an, wenn ihre Eltern schliefen, und sie hatte ihren ersten Orgasmus mit fünfzehn, als sie einem Mädchen zusah, das auf dem Playboy Channel masturbierte. Staunend beobachtete sie, wie die Darstellerin stöhnte und seufzte, und griff sich selbst zwischen die Beine, um die Bewegungen nachzuahmen...
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