Fetisch: Was ist das und ab wann wird es pervers?

Den Begriff Fetisch kennt fast jeder – doch nur wenige wissen, was genau das eigentlich ist. Wir klären auf.

Im Alltag benutzen wir den Begriff Fetisch oft unbedarft und leichtfertig. 

  • Wenn eine Person Schuhe liebt und sich jeden Monat neue kauft, sprechen wir von einem Schuhfetisch.
  • Wer ständig Sport macht, gilt als Bewegungsfetischist.
  • Und Menschen mit einem ausgeprägten Ordnungsfimmel haben nach Aussage mancher Leute auch einen Ordnungsfetisch.

Auch wenn diese Verwendungen den Begriff ein biiiiisschen von seiner definierten Bedeutung entfremden, ist es gut, dass wir ihn so in unsere Alltagssprache integrieren – denn Fetischismus ist nichts, über das man schweigen müsste!

Fetisch: Begriffsdefinition und -entstehung

Ein Fetisch ist definiert als: 

  • Objekt, das sexuelle Erregung auslöst. 

Der Begriff leitet sich von dem portugiesischen Wort "feitiçio" ab, das ursprünglich "Zauber" bedeutet. Auf ihren Reisen nach Westafrika sind portugiesische Seefahrer auf Naturvölker gestoßen, die einen "religiösen Fetischismus" praktizierten, d. h. Objekte verehrten, denen sie magische Energie zuschrieben (ähnlich wie Tabus bzw. "tapu" im Polynesischen). Davon inspiriert entstand die Bedeutung des Begriffs im Portugiesischen, der sprachlich die Grundlage für unseren sexuellen Fetisch darstellt.

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Fetisch und Fetischismus: Definition und Beispiele

Sexueller Fetischismus ist eine besondere Neigung und Ausrichtung auf spezielle Objekte (die jeweiligen Fetische) zur sexuellen Erregung. Ein Fetisch ist somit ein Stimulus von sexueller Lust und Befriedigung.

Fetische können sowohl belebt als auch unbelebt sein, außerdem kann es sich dabei um Materialien handeln. Beispiele für typische Fetische sind etwa:

Etwas weiter gefasst kann der Begriff Fetisch auch verwendet werden, wenn jemand durch bestimmte Szenarien oder Praktiken erregt wird. Beispiele hierfür wären:

  • Breeding
  • Spanking
  • Bondage
  • Rollenspiel (kann sich überschneiden mit Uniformfetisch)
  • SM

Das Entscheidende bei Fetischismus, um ihn von nicht fetischistischen sexuellen Neigungen abzugrenzen, ist die Tatsache, dass er unabhängig von einem Menschen bzw. Sexpartner ist. Soll heißen: Wenn ich einen Lederfetisch habe, ist mir ziemlich egal, wer im hautengen Leathersuit vor mir steht – ich find's wahnsinnig hot und will am liebsten Dampf ablassen, jetzt und hier!

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Fetisch: Was ist daran pervers?

Der Begriff "pervers" ist bei uns negativ besetzt, obwohl er eigentlich nur "anders, von der 'Norm' abweichend" bedeutet – und Ähnliches gilt für den Fetisch. Viele Menschen verstehen nicht, d. h. können nicht nachvollziehen, wie man beim Anblick eines Lackkostüms feucht werden oder eine Erektion bekommen kann. Und deshalb macht Fetischismus einigen Leuten Angst. 

Problematisch wird er in Wahrheit aber erst, wenn eine Person süchtig oder abhängig von seinem Fetisch wird und sie außer beispielsweise High Heels nichts und niemand anderes erregen kann. Wie jede Sucht und Abhängigkeit hat das in der Regel zur Folge, dass der Betroffene das eigene Verhalten nicht mehr vollständig kontrollieren kann. Dass das dann auch eine Partnerschaft extrem belasten würde, versteht sich von selbst.  

Fazit: Ein Fetisch ist keine Krankheit! 

Wer einen Fetisch hat und seinen Fetischismus in gesundem Maße auslebt und befriedigt, kann genauso normale Beziehungen führen und glücklich leben wie alle anderen auch. Was uns sexuell erregt, können wir nun einmal nicht oder nur in sehr geringem Maße beeinflussen. Die einen stehen auf Blümchensex, andere kommen nur beim Quickie und wieder andere bezeichnen etwas gar nicht als Sex, wenn sie dabei nicht Squirten. Solange niemand zu Schaden kommt oder zu etwas gezwungen wird, das er nicht möchte, sollten wir Andersartigkeit weder fürchten noch ausgrenzen oder verurteilen. Genau genommen ist schließlich jeder von uns anders – und gerade das macht uns gemeinsam ja so stark.

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