Multiple Orgasmen: Darauf kommt es an

Multiple Orgasmen? Klingt ja mal fast zu schön, um wahr zu sein! Was es mit dem Mehrfach-Höhepunkt auf sich hat und wie du einen erlebst, klären wir hier.

Von schönen Dingen kriegt man schwer genug! Kein Wunder, dass der Begriff multiple Orgasmen für viele ein Trigger-Wort ist. Aber was verbirgt sich dahinter? Sind multiple Orgasmen wirklich etwas so Tolles und Erstrebenswertes? Und wenn ja: Wie kommt man denn in den Genuss? Wir verraten's dir.

Multiple Orgasmen: Was ist das?

Multiple Orgasmen sind, wie der Name schon sagt, mehrere Höhepunkte direkt hintereinander. Egal ob beim Sex mit einem Partner, während der Masturbation oder einer anderen Tätigkeit, die zum Orgasmus führen kann (einige Sportübungen sollen bei manchen Frauen Wunder wirken ...). In der Regel können nur Frauen in den Genuss multipler Orgasmen kommen (Betonung liegt auf können!). Da Männer bei einem Höhepunkt meist einen Samenerguss haben, brauchen sie anschließend eine kurze Erholungspause, um sich körperlich zu "sammeln" (im Durchschnitt sollte diese Pause ca. 30 Minuten betragen). Bleibt die Ejakulation allerdings aus, was in seltenen Fällen möglich ist, sind Männer theoretisch ebenfalls in der Lage, multiple Orgasmen zu erleben.

Multiple Orgasmen: Wie ist das möglich?

Das Entscheidende, um multiple Orgasmen zu haben, ist, dass wir nach dem Höhepunkt direkt weitermachen. Lust und Erregung müssen möglichst auf gleichbleibend hohem Niveau gehalten werden. Klingt schwierig? Ist es auch, zumindest für manche Frauen!

Die Sache ist nämlich die: Keine zwei Orgasmen sind gleich! Wir alle leben und erleben Sex, Lust und sexuelle Höhepunkte auf ganz individuelle Weise. Unsere Körper sind verschieden, wir befinden uns in unterschiedlichen Lebenslagen, haben einzigartige Erfahrungen und Emotionen. All das und noch mehr führt dazu, dass wir z. B. beim Geschlechtsverkehr unterschiedliche Bedürfnisse, Wahrnehmungen und Empfindungen haben. Manchmal werden Frauen in zwei Orgasmus-Typen eingeteilt:

  • Peak-Typ: Der Höhepunkt tritt relativ plötzlich ein, dauert nur kurz, wird aber als sehr heftig empfunden. Anschließend fällt die Erregung schnell ab, man fühlt sich erleichtert und befreit und hat keine Lust auf weitere Action (dafür umso mehr auf Kuscheln!). Für den Peak-Typ ist es schwierig bis unmöglich, multiple Orgasmen zu haben.
  • Plateau-Typ: Der Höhepunkt baut sich langsam auf und es ist schwer zu sagen, wann genau er anfängt und wie lange er dauert. Die Erregung bleibt länger auf hohem Niveau, scheint eher wellenartig mal etwas schwächer und dann wieder stärker zu werden. Beim Plateau-Typ sind die Voraussetzungen für einen multiplen Orgasmus ausgezeichnet.

Fraglich ist, ob sich jede Frau genau einem dieser Typen zuordnen lässt, oder ob es nicht eher vom konkreten sexuellen Erlebnis abhängt, in welche Kategorie wir mit unserem jeweiligen Orgasmus passen. Auf jeden Fall scheint es ganz grob diese zwei Arten zu geben, wie Frauen Orgasmen erleben, und offensichtlich ist die Chance auf einen Mehrfach-Höhepunkt bei einem Plateau-Orgasmus besonders groß.

Multiple Orgasmen: Die besten Tipps

Bei einer Studie im Auftrag des Online-Portals "OMGYes" wurden vor einigen Jahren gut 1.000 Frauen zum Thema multiple Orgasmen befragt – stolze 47 Prozent gaben an, schon einmal multiple Orgasmen erlebt zu haben! So ungewöhnlich scheint der Mehrfach-Höhepunkt demnach gar nicht mal zu sein ... 

Die Mehrheit derjenigen, die Erfahrungen mit multiplen Orgasmen hatten, berichtete, dass sie nach dem ersten Lust-Gipfel anders weitergemacht, also z. B. in eine andere Stellung gewechselt ist. Die besten Tipps von den befragten Expertinnen, wie du bzw. ihr vorgehen kannst/ könnt, damit du mehrere Orgasmen beim Sex erlebst, sind dementsprechend:

  • Tempo wechseln: Wenn es nicht bei einem Orgasmus bleiben soll, könnt ihr probieren, nach deinem ersten Peak etwas langsamer weiterzumachen, in etwa so wie gegen Ende des Vorspiels. Ruhigere, zärtlichere Bewegungen halten dich in Gang, signalisieren deinem Körper aber auch: Gleich geht's (wieder) los!
  • Stellung ändern: Unterschiedliche Sexstellungen stimulieren in der Regel verschiedene erogene Zonen unterschiedlich intensiv und lösen zum Teil ziemlich verschiedenartige Orgasmen aus. Solltest du zufällig einen Partner mit intergalaktischem Stehvermögen haben, könntet ihr zum Beispiel von einer sehr intimen Stellung wie Blühende Orchidee in die Elefantenstellung und dann in den Doggy-Style wechseln. Hast du dagegen nur einen durchschnittlichen Traummann im Bett, kann er dich zunächst oral und mit der Hand befriedigen, ehe ihr gemeinsam zum abschließenden Höhepunkt kommt.
  • Eine erogene Zone nach der anderen: Bei den meisten Frauen sind Klitoris, G- oder A-Punkt und Co. nach einem Orgasmus zunächst "ausgereizt", deshalb ist immer weiter dieselbe(n) Stelle(n) stimulieren, absolut kontraproduktiv! Strategisch geschickter wäre, sich jeweils (wenn möglich) auf eine Stelle zu konzentrieren und so für den weiteren Verlauf weitere erogene Zonen quasi offen zu halten, d. h. sie möglichst reizempfänglich zu belassen.

Wie du siehst: Sofern du dich nicht selbst befriedigst, bist du, um mehrmals zum Höhepunkt zu kommen, zwingend auf die aktive und engagierte Mitarbeit deines Partners angewiesen ... 

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Multiple Orgasmen: Ist das wirklich nötig?

Zugegeben: Mehrere Orgasmen hintereinander erleben klingt mega reizbar und erstrebenswert! Diesen einzigartigen Moment der Hingabe auf eine solche Weise zu verlängern – wer würde dazu schon nein sagen? Andererseits gilt genau das gleiche wie beim Squirten: Warum sollten wir uns Druck machen, wenn wir mit unserem Sexleben und einfachen Orgasmen rundum glücklich und zufrieden sind? Natürlich sind Experimente und Abwechslung im Bett (oder wo ihr's gerade gerne treiben mögt) grundsätzlich gut und können sich lohnen – aber nur, solange wir Spaß daran und Lust darauf haben!

Schließlich ist sowieso nicht jede sexuelle Erfahrung für uns alle gleichermaßen schön. Was der einen gefällt, kann der anderen total unangenehm sein. Auch über multiple Orgasmen gibt es unterschiedliche Meinungen. Manche können ihren Höhepunkt z. B. am meisten genießen, wenn sie ihn nahezu gleichzeitig mit ihrem Sexpartner erleben – für sie ist ein multipler Orgasmus daher nicht gerade ein Hochgenuss. Wer wiederum generell Orgasmusprobleme hat, sollte sich schon gar keine Gedanken über irgendwelche Multiplikationen machen – Null mal x ergibt bekanntlich Null ...

Mit anderen Worten: Nichts gegen Neugier und Experimentierfreude! Je besser wir unseren Körper kennen und je reicher unser sexueller Erfahrungsschatz, umso besser stehen nämlich generell unsere Chancen auf Orgasmus und lustvolle Höhepunkte. Aber wer keinen Bock auf Stellungs- oder Tempowechsel hat oder bei wem nach einem Orgasmus partout Schluss ist, hat auch nichts verpasst. Jedenfalls nicht, wenn sie sich gut fühlt und noch mal möchte – nicht sofort, aber irgendwann bestimmt ...

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