Vorsicht! Diese neue Geschlechtskrankheit kann dich unfruchtbar machen

Wenn weiterhin so viele Menschen auf Kondome verzichten, könnte eine bislang wenig beachtete Geschlechtskrankheit außer Kontrolle geraten, warnen Wissenschaftler.

Beim Sex schieben wir den Gedanken an Geschlechtskrankheiten nur zu gern beiseite - und hoffen darauf, dass wir Glück haben und uns bei unserem neuen Lover nichts einfangen. Doch nun gibt es einen weiteren Grund, mit neuen Sexualpartnern konsequent Kondome zu benutzen. 

Polyamorie: So wirkt sich der Liebestrend auf deinen Körper aus

Experten der „British Association of Sexual Health and HIV“ (BASHH) haben vor dem Erreger Mycoplasma genitalium (MG) gewarnt und Behandlungsrichtlinien entwickelt, um zu verhindern, dass demnächst ein neuer „Supererreger“ sein Unwesen in unseren Betten treibt.

Die Guidelines beinhalten, dass Patienten mit sicheren Tests untersucht und korrekt behandelt werden sollten - und dass nach der Therapie überprüft wird, ob diese auch erfolgreich war.

Was ernst ist die Gefahr?  

Die Geschlechtskrankheit kann schlimme Folgen haben: Der Erreger kann zu Unfruchtbarkeit führen und ungeborene Kinder schädigen.

Die Deutsche AIDS-Hilfe warnt in ihrer Broschüre "Sexuell übertragbare Infektionen 2017": „Werden die Erreger in der Schwangerschaft oder unter der Geburt auf das Kind übertragen, können niedriges Geburtsgewicht, Frühgeburten sowie Atemwegs- und Hirnhautinfektionen des Neugeborenen, möglicherweise auch Fehlgeburten, die Folge sein.“

Weiteres Problem: Das Bakterium entwickelt zunehmend Antibiotika-Resistenzen.

Wie merke ich, dass ich mich mit Mycoplasma genitalium angesteckt habe?

Einige Frauen bekommen Schmerzen, Fieber und/oder Blutungen, andere entwickeln überhaupt keine Symptome. Doch egal, ob man die Krankheit spürt oder nicht, MG kann – wie Chlamydien auch - Entzündungen an Gebärmutter, Eileitern und Eierstöcken hervorrufen, die wiederum zu Unfruchtbarkeit führen können.

Beim Mann kann der Erreger Harnwegsinfektionen verursachen, die sich durch Ausfluss aus dem Penis und durch Schmerzen beim Urinieren äußern können. Auch Samenleiter, Prostata und Nebenhoden können sich entzünden, sodass Mycoplasma genitalium auch schon mit Unfruchtbarkeit bei Männern in Zusammenhang gebracht wurde.

Da MG aber oft keine Symptome verursacht, wird die Geschlechtskrankheit nicht selten  übersehen oder mit einer Chlamydien-Infektion verwechselt.

Der Rat: Benutzt Kondome!

Das Bakterium wird beim Sex übertragen, und so steigt natürlich mit jedem Sexualpartner die Wahrscheinlichkeit, sich zu infizieren.

Sexualbrater Dr. Peter Greenhouse, Mitglied der BASHH, betont angesichts der neu erkannten Geschlechtskrankheit die Wichtigkeit von Safer Sex: "Es ist Zeit, dass die Öffentlichkeit von Mycoplasma genitalium erfährt.“ Weiter rät er:

Es ist noch ein weiterer guter Grund, für den Sommerurlaub Kondome einzupacken – und sie auch zu benutzen.

Dr. Paddy Horner, der an den Richtlinien mitarbeitete, sieht schwarz, wenn wir nicht umdenken: "Wir können es uns nicht leisten, so weiterzumachen wie in den vergangenen 15 Jahren, da das zweifellos zu einem Notstand in der öffentlichen Gesundheit führen würde, mit der Entwicklung von MG zum Supererreger.“

Nennen wir die Krankheit(en) beim Namen

Neben HIV, Humanen Papillomviren (HPV),  Chlamydien, Gonorrhoe (Tripper), Syphilis, Hepatitis B, Genitalherpes, Trichomonaden, Mykosen und anderen störenden bis sehr ernsten Krankheiten gibt es nun also noch einen weiteren Grund, das Gummi nicht nur in die Handtasche zu packen, sondern es dem Mann auch überzustreifen. Zumindest bis beide Beteiligten abgeklärt haben, ob sie gesund sind, oder ob sie sich behandeln lassen müssen.   

Übrigens: Im Falle von Mycoplasma genitalium sollte bis zum Ende der Antibiotika-Therapie auf sexuelle Kontakte verzichtet werden, um die Infektion nicht weiterzugeben. Wichtig ist immer auch die Behandlung des Partners.

Themen in diesem Artikel