Ärztin warnt: Die Intimrasur schadet euch beim Sex!

Wer sein Schamhaar abrasiert, kann krank werden, sagt die Ärztin Emily Gibson. Und fordert: "Unsere Obsession mit haarlosen Genitalien muss aufhören!"

Warum der Trend so hartnäckig ist

Urwald, igitt, unsexy: Das Schamhaar ist vor allem bei jungen Frauen ein No-Go geworden. Aber auch Männer verwenden zunehmend Energie darauf, ihre Schambehaarung loszuwerden. Rasierer, Pinzetten, Creme, Wachs, Zuckermasse, Elektrolyse, Laser ... die Möglichkeiten sind vielfältig.

Dass die Intimrasur in den vergangenen zwei Jahrzehnten so beliebt geworden ist, hat viele Gründe: Soziologen verweisen auf die zunehmende Verbreitung von knappen Bikinis und Tangas und auf die leichte Zugänglichkeit von Pornografie im Netz, bei der die Protagonisten (zwecks besserer Sichtbarkeit der entscheidenden Körperteile) grundsätzlich enthaart sind. Außerdem gebe es eine Sehnsucht nach Kindheit und die wachsende Überzeugung, dass Schamhaare unattraktiv und unhygienisch seien.

Diese Vorstellungen werden von einer Industrie gefördert, die massiv von ihnen profitiert. Übrigens nicht nur die Enthaarungs-, sondern auch die Pornoindustrie: Die informativ klingende Seite Intimrasur.de etwa betont den "lustvollen Aspekt" der Rasur und wird von einer niederländischen Pornofirma betrieben.

Schamhaar schützt

Doch nicht nur die amerikanische Ärztin Emily Gibson hält die Intimrasur für einen unguten Trend. Die Direktorin des Gesundheitszentrums an der Western Washington University fordert: "Unsere Obsession mit haarlosen Genitalien muss aufhören!" Auf www.alternet.org schreibt sie: "Schamhaar hat eine Funktion. Es ist ein Schutzkissen gegen Reibung, bietet Schutz vor Erregern und ist das sichtbare Ergebnis lange erwarteter Sexualhormone - und nichts, wofür man sich schämen müsste."

Gibson argumentiert, dass die Haarentfernung die Haarfollikel reize und entzünde und mikroskopisch kleine Wunden auf der Haut hinterließe. Wenn die Reizungen dann noch im warmen, feuchten Milieu der Genitalien entstünden, freuten sich die Keime. Pickel, Pusteln, Abszesse, Genitalwarzen und Follikelentzündungen nähmen immer weiter zu. Außerdem häuften sich Phlegmone - eine sich diffus ausbreitende Infektionserkrankung der Weichteile - an Schamlippen, Hoden und Penissen.

Ohne Schamhaar stecken wir uns beim Sex leichter an

Und auch beim Sex seien wir anfälliger dafür, uns anzustecken. Die winzigen Verletzungen an den Genitalien seien Einfallstore für die Streptokokken, Staphylokokken und Viren unserer Sexualpartner.

Frisch rasierte Genitalien etwa infizierten sich leichter mit Herpes-Viren, die sich im Mund oder an den Genitalien unserer Liebsten tummeln. Gibson nimmt an, dass Geschlechtskrankheiten beim haarlosen Sex generell leichter übertragen werden.

PS: Warum Schamhaar die sexuelle Attraktivität steigern kann

Was noch für ein liebevolleres Verhältnis zum eigenen Schamhaar spricht: Neben dem Schutz vor Keimen hat die Behaarung die Funktion, Pheromone, also Duftstoffe, zu verteilen, die die sexuelle Anziehungskraft auf den Sexualpartner fördern. Und um die geht es bei der Intimrasur doch vor allem.

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